Steinmehl: Der Power-Dünger für gesunde Pflanzen

Steinmehl: Alles Wissenswerte rund um den Power-Dünger

Der Geheimtipp unter Hobbygärtnern? Steinmehl – ein kraftvolles Naturprodukt, das gleich aus mehreren Gründen in keinem Garten fehlen sollte.

Die Pflege von Blumen, Gemüse und Obst nimmt viel Zeit in Anspruch. Einer der wichtigsten Aspekte beim Gärtnern: Düngen. Zum Beispiel mit Steinmehl, auch Gesteinsmehl oder Urgesteinsmehl genannt. Ein Dünger, der immer noch weitgehend unbekannt ist, aber jede Menge Vorzüge mit sich bringt. Doch was ist Steinmehl überhaupt und für welche Pflanzen wird es verwendet? Wir klären Sie auf.

Was ist Steinmehl?

Wie der Name schon verrät, versteht man unter Steinmehl oder Gesteinsmehl sehr fein gemahlenen Stein. Das Pulver gibt es in verschiedenen Sorten, zudem unterscheiden sich die Produkte in den Eigenschaften. Für die Herstellung von Steinmehl werden beispielsweise Granit, Diabas, Quarz, Gabbro, Basalt, Bentonit, Tiefen- und Ergussstein sowie Kalkstein- und Tonminerale verwendet. Das feine Pulver steckt voller wichtiger Spurenelemente, die unseren Pflanzen und dem Boden gleich auf vielfältige Weise zugutekommen. Neu ist die Verwendung von Steinmehl übrigens nicht. Schon in der Antike wurden Ton und Vulkanasche dazu verwendet, das Ackerland fruchtbarer und ertragreicher zu machen.

Alle Gesteinsmehl-Typen im Überblick

Da die unterschiedlichen Gesteinsmehl-Sorten auch unterschiedliche Eigenschaften erfüllen, sollten Sie diese vor dem Düngen unbedingt abwägen.

Basalt kann zum Beispiel dabei helfen, Mikroorganismen im Kompost und im Boden zu fördern. Mit Steinmehl auf Basalt-Basis können Sie zudem stark alkalische Böden absäuern.

Bentonit verbessert die Wasserspeicherung des Bodens. Besonders bei Sandböden zu empfehlen.

Zeolithmehl verbessert ebenfalls die Speichervermögen des Bodens. Dieses Gesteinsmehl kann verschiedene Nährstoffe nach Bedarf an die Pflanzen abgeben. Achtung: Gesteinsmehl mit Zeolith wirkt stark alkalisch!

Granit senkt den pH-Wert im Boden ab und ist daher vor allem für saure Böden geeignet.

Diabas hilft mit seinem hohen Calciumgehalt dabei, versauerte Böden zu sanieren.

Lavamehl enthält besonders viele Spurenelemente und ist daher besonders gut geeignet für Starkzehrer wie Tomaten.

Wofür ist Steinmehl gut?

Sie fragen sich, warum ausgerechnet gemahlene Steine so wertvoll für die Gesundheit von Pflanzen und Boden sein sollen? Die Vorteile von Gesteinsmehl liegen tatsächlich auf der Hand und stellen so ziemlich jeden anderen Dünger in den Schatten. Die Vorteile von Steinmehl im Überblick:

  • Steinmehl regeneriert den Boden.
  • Steinmehl fördert Mikroorganismen im Kompost.
  • Gesteinsmehl macht die Erde fruchtbarer.
  • Steinmehl sorgt dafür, dass sich das Wasser im Boden hält.
  • Die enthaltenen Mineralstoffe und Spurenelemente im Steinmehl unterstützen das Wachstum von Blumen, Obst und Gemüse.
  • Pflanzen, die mit Gesteinsmehl gedüngt werden, sind gegenüber Schädlingen deutlich widerstandsfähiger.
  • Steinmehl kann Unkraut in den Pflaster-Fugen beseitigen.
  • Steinmehl kann als schützender Anstrich auf den Stamm von Obstbäumen gepinselt werden.

Und nicht nur das! Gesteinsmehl kann auch dabei helfen, unangenehme Gerüche bei der Herstellung von Brennnessel-Jauche oder im Kompost zu binden. Geruchsbelästigung? War einmal! 

Für welche Pflanzen ist Steinmehl geeignet?

Das Schöne an Steinmehl? Von dem natürlichen Dünger aus gemahlenen Steinen profitieren gleich mehrere Pflanzen. So zum Beispiel:

  • Tomaten
  • Auberginen
  • Obstgehölze
  • Rhododendron
  • Hortensien
  • Azaleen
  • Kamelien
  • Rasenflächen

Achtung: Achten Sie Rhododendron oder Azaleen unbedingt darauf, ein nicht basisch wirkendes Gesteinsmehl zu verwenden. Diese Pflanzen bevorzugen einen sauren Boden.

Anwendung von Steinmehl

Um die Böden und Pflanzen in Ihrem Garten mit Steinmehl zu versorgen, stehen Ihnen viele Möglichkeiten zur Verfügung. Steinmehl können Sie beispielsweise

  • auf dem Beet ausstreuen und mit einer Harke in den Boden einarbeiten.
  • ins Gießwasser einrühren.
  • als Unterstützung beim Wurzelwachstum in das Pflanzloch geben.
  • über den Kompost streuen. Beschleunigt die Rotte und verhindert Gerüche.
  • in die selbst gemachte Pflanzenjauche geben, um Gerüche zu binden.

Die richtige Dosierung von Steinmehl

Während bei handelsüblichen Düngern eine Dosierempfehlung Standard ist, wird es beim Gesteinsmehl schon etwas schwieriger. Eine genaue Dosierungsempfehlung gibt es nämlich nicht, da die Menge unter anderen von folgenden Faktoren abhängig ist:

  • Pflanzenarten
  • pH-Wert des Bodens
  • Art des Steinmehls
  • Grund für die Verwendung (z.B. Bodenverbesserung oder Schädlingsbekämpfung)

Bei kalkhaltigen Böden werden bis zu 150 Gramm pro Quadratmeter empfohlen. Bei sauren Böden sogar 200 bis 300 Gramm. Sie können Steinmehl entweder in den Boden einarbeiten, als Ergänzung in die selbst gemachte Pflanzenjauche (z.B. aus Brennnesseln) geben oder aufstreuen. Pflanzen, die einen sauren Boden bevorzugen, sollten nur mit äußerst wenig Gesteinsmehl in Kontakt kommen.

Wann Gesteinsmehl im Garten ausbringen?

Der beste Zeitpunkt, um Ihren Boden oder Ihre Pflanzen mit Gesteinsmehl anzureichern, sind das Frühjahr und der späte Herbst. So bereiten Sie Ihren Garten optimal auf den Jahreszeitenwechsel vor. Wählen Sie am besten einen windstillen Tag, alternativ können Sie das Steinmehl natürlich auch in das Gießwasser geben.

Wann Sie auf Steinmehl im Garten verzichten sollten

Gesteinsmehl hat zwar viele Vorteile für den Garten, kann sich jedoch auch nachteilig auf den Boden und seinen Organismus auswirken. Weist Ihr Boden einen nahezu neutralen pH-Wert auf, kann sich Steinmehl negativ auf das Wachstum Ihrer Pflanzen auswirken. Gerade beim Einsatz von Zeolith sollten Sie vorher unbedingt den pH-Wert Ihres Bodens prüfen.

Urgesteinsmehl oder Hornspäne: Was ist besser?

Nicht nur Steinmehl kann zum Wachstum und der Gesundheit Ihrer Pflanzen beitragen. Gleiches gilt auch für Hornspäne. Im Hinblick auf Urgesteinsmehl kommt aber nicht selten wie Frage auf: Welcher Dünger ist eigentlich besser? Das kommt natürlich ganz auf Ihren Garten an. Da beide Dünger besonders mineralreich sind, geben sie ihre Nährstoffe erst nach und nach ab. Urgestein jedoch etwas schneller als Hornspäne. Sie können die beiden Dünger übrigens auch zu einem Universaldünger vermischen. So profitieren Ihre Pflanzen gleich doppelt von den Vorteilen.

Steinmehl selber machen: Warum das keine gute Idee ist

Was wir am Gärtnern am meisten lieben? Man kann richtig viele Sachen ganz einfach selbst machen. Ob Hochbeete, Pflanzenjauche oder Schädlingsmittel. Warum also nicht auch Steinmehl? Damit das Gesteinsmehl später besonders fein ist, wird in der Regel eine große Gesteinsmühle verwendet. Um Steinmehl selber zu machen, fehlt also das nötige Equipment. Mit einem Mörser, Hammer, Mixer oder einer Kaffeemühle feines Gesteinsmehl herzustellen ist also praktisch unmöglich. Zumal Ihre Utensilien dadurch nur unnötig Schaden nehmen.

Steinmehl kaufen: Die besten Produkte für gesunde Pflanzen

Auch wenn Sie Steinmehl nicht selber machen können: In Gartencentern, Baumärkten und online finden sich zum Glück viele Produkte, die perfekt auf die Bedürfnisse unserer Pflanzen abgestimmt sind. Zu den beliebtesten Urgesteinsmehlen zählen beispielsweise folgende 3 Produkte:

>>Urgesteinsmehl BIO-LIT von Florissa

>>Urgesteinsmehl fein von Schicker Mineral

>>Urgesteinsmehl von Neudorff

Ist Steinmehl auf für Menschen geeignet?

Steinmehl enthält jede Menge Mineralien, mit denen die Gesundheit von Boden und Pflanzen positiv beeinflusst werden kann. Aber wie sieht es eigentlich mit uns aus? Dürfen Menschen Steinmehl essen oder trinken? Steinmehl ist zwar ein Naturprodukt, in Hinblick auf die Forschung wurde aber noch keine Studie zum Thema Steinmehl und Menschen veröffentlicht. Möchten Sie Ihrem Körper etwas Gutes tun, setzen Sie stattdessen auf Kieselerde. Auch dieses Naturprodukt, das aus fossilen Kieselalgen besteht, ist reich an Mineralien.

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