Muskeln durch Strom So funktioniert EMS

Wenn Muskeln mittels elektrischer Impulse stimuliert werden, kitzelt es am ganzen Körper. Was im ersten Moment etwas ungewöhnlich klingt, ist eine neue Trainingsmethode für den Muskelaufbau - und zwar schnell und effektiv. Was Sie über den Sport wissen sollten und was das EMS-Training bringt, lesen Sie hier.

Sportrend EMS-Training So funktioniert EMS © kanzefar/Stock

Was ist EMS?

Es klingt zu schön, um wahr zu sein: fit und straff werden, ohne dass man stundenlang durch den Wald joggt oder Hanteln im Studio stemmt. EMS steht für Elektro-Muskelstimulation und soll den Körper in rekordverdächtigen 20 Minuten pro Workout in kurzer Zeit straffen und in Topform bringen. 

Was bringt das EMS-Training?

Die Muskelstimulation soll mit Hilfe elektrischer Signale den Rücken stärken, Gewicht reduzieren, die Ausdauer verbessern und Muskeln aufbauen - das alles mit einem minimalen Aufwand. In einer Woche darf maximal zweimal trainiert werden. Fünf Minuten Vorbereitung (ausziehen, umziehen, verkabeln) und 20 Minuten Workout. Effektiv treiben Sie also 40 Minuten Sport pro Woche. 

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Wie funktioniert die elektrische Muskelstimulation? 

Während beim herkömmlichen Training im Fitness-Club die Muskeln über elektrische Signale vom Gehirn gesteuert werden, um eine Kontraktion und somit eine Bewegung auszulösen, erhält die Muskulatur bei EMS elektrische Impulse von außen. Das Ergebnis ist eine Muskelkontraktion mit einer 18-fach höheren Intensität als beim normalen Training mit Gewichten. Ein weiterer Pluspunkt: Bei EMS werden alle Muskelgruppen gleichzeitig trainiert, was bei einem normalen Training nur schwer möglich ist.

Wie sieht eine Trainings-Einheit aus?

Es gibt spezielle Fitnessstudios, die die elektronische Muskelstimulation anbieten. Trainer begleiten Abnehmwillige am EMS-Gerät, übernehmen die Verkabelung und geben Anweisungen zur Trainingseinheit. Die Übungen sind oft simpel: Armbeuger, Armstrecker, Arme in die Luft, Po senken, in die Knie. Das Prinzip: Bevor der Impuls kommt, einatmen, Muskeln anspannen und ausatmen. Die Elektro-Impulse sind dabei ganz sanft, trotzdem kitzelt es am ganzen Körper. Was im ersten Moment ein bisschen merkwürdig scheint, ist zum Glück harmlos.

Wie gut ist EMS für die Fitness?

Studien der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) zeigten, dass das Training unter Strom tatsächlich Kraft und Ausdauer verbessern kann. Allerdings ist der Kraftgewinn geringer als beim Training an Geräten. FÜR SIE-Experte Professor Ingo Froböse rät daher davon ab, sich die Muskelarbeit komplett von Elektro-Impulsen abnehmen zu lassen.

Kritik am EMS-Training

„Bewegung ist wichtig. EMS verführt aber dazu, uns weniger zu bewegen“, sagt der Leiter des DSHS-Gesundheitszentrums in Köln. „Außerdem wird die Koordination damit nicht geschult. Wenn man selbst aktiv ist, passiert in den Muskeln übrigens das Gleiche wie bei der elektrischen Reizung.“

Die elektrischen Impulse können den Körper aber auch dermaßen überanstrengen, dass es zu einer Zerstörung der Muskulatur kommen kann. Herzrasen, Schmerzen in der Brust und Kreislaufprobleme können ebenfalls Folgen eines EMS-Trainings sein. Wer sich den Stromstößen dennoch unterziehen will, sollte auf Professionalität des Trainers beziehungsweise des Studios achten und sich vorher unbedingt ausführlich über Risiken beraten lassen.

 

 
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