Im Reich der Rosen

Im Reich der Rosen

Sie sind die Königinnen in Petra Steiners Garten-Paradies: Über 400 Rosensorten sorgen zwischen Hecken, Säulen und einer steinernen Göttin für blühendes Leben

Blütentraum
© Callwey Verlag
Im Reich der Rosen

Ein Garten soll bewohnt sein, findet Petra Steiner. Und so dürfen ihre drei Kinder Daniel (15), Anna (9) und Leonhard (7) und die beiden Familienhunde, ein Pekinese und ein Spitz, in dem liebevoll angelegten Areal selbstverständlich spielen. Einziger Schutz für ihre geliebten Rosen, für die wunderbaren Heucheras, die blauen Prachtphloxe und die duftigen wolkenweißen Steinquendel: Statt mit einem Lederball spielen die Kinder mit einem weichen Softball.

Neben Job und Familie bleibt der 41-Jährigen während der Woche kaum Zeit für ihr geliebtes Hobby. Gemeinsam mit ihrem Mann Leonhard leitet sie den Familienbetrieb, eine Schreinerei. Aber von samstagnachmittag bis sonntagabend verschwindet sie in ihrem Garten. „Mein Mann hilft mir immer gern, wenn ich größere Umbauten plane, aber das Alltagsgeschäft wie Mähen, Jäten und Heckenschneiden erledige ich“, sagt sie. Dünger und Pestizide verwendet sie dabei aus Prinzip nicht, und Schnecken werden nur im allergrößten Notfall bekämpft.

Stück für Stück nahm die Wiese ihre Form an

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© Callwey Verlag
Verschlungene Wege: Ein Netz aus schmalen, gewundenen Pfaden zieht sich durch den ganzen Garten.
Seit 1998 bewirtschaftet Petra Steiner den gut 1600 Quadratmeter großen Garten im oberbayerischen Feldkirchen-Westerham. Ein festes Konzept hatte sie zu Beginn nicht. Stück für Stück nahm die einstige Wiese ihre heutige Form an. „Mit jeder Idee entwickelte sich der Garten weiter.“ Petra Steiner hat vieles ausprobiert, einiges wieder verworfen, sich von anderen Gärten inspirieren lassen und so ihren Stil gefunden: eine oberbayerische Interpretation eines englischen Gartens mit mediterranen Elementen. Ein Wegenetz durchzieht das Grundstück und gibt ihm einen verwunschenen Charme. Viel Wert legt sie auf die grünen Strukturen: Hecken, Buchskugeln und Thuja-Säulen, die dem Garten Form und Ruhe verleihen. Eine romantische und sehr englische Note erhält ihr Reich durch die vielen Rosen: alte Gallicarosen, stattliche Albarosen in zarten Farben, üppige Rambler, die sich im Laubengang um zahlreiche Bögen winden. Mit keiner anderen Blume könne man so einfach eine romantische Stimmung im Garten erzeugen, sagt sie. „Bei wallenden Rosenkaskaden, duftigen Ramblern an Bögen – wer wird da nicht schwach?“ Selbst in streng moderne Beete passten sie hervorragend. „Und dann die immense Auswahl an Sorten! Als ich zu zählen aufhörte, war ich bei 400 angelangt“, sagt Petra Steiner. „Ich denke, es gibt keine andere Pflanze, die der Rose das Wasser reichen kann, was die Vielfältigkeit anbelangt.“

Ein opulenter Springbrunnen im italienischen Stil

Ihre Lieblingsbaustelle in ihrem Garten ist derzeit der obere Eingangsbereich mit einem opulenten Springbrunnen im italienischen Stil. In diesem Jahr will sie dort noch weißrosa blühende Spanische Gänseblümchen und Wolfsmilch pflanzen und eine Natursteinbalustrade errichten, um den mediterranen Charakter zu verstärken.

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© Callwey Verlag
Göttin im Grünen: Die Skulptur erinnert an Botticellis Gemälde „Die Geburt der Venus“.

Gemeinsame Zeit verbringt die Familie oft in der offenen Laube, an der echter Wein und – natürlich – Rosen ranken. Sie ist nach Süden ausgerichtet. Bei milden Temperaturen könne man sogar noch im Dezember dort sitzen und Kaffee trinken, sagt Petra Steiner. Die Gartenmöbel aus 200 Jahre altem Eichenholz hat der Schreiner Leonhard Steiner selbst angefertigt: eine massive Eckbank und ein richtig schwerer Tisch zum Tafeln. Jedes der fünf Familienmitglieder hat seinen eigenen Sitzplatz, dessen Rückenlehne das jeweilige Monogramm ziert.

Von dort aus kann die ambitionierte Hobby-Gärtnerin in stillen Momenten auch die vielen Vögel beobachten, die inzwischen ihren Garten bevölkern. „Dass sich auch etwas seltenere Arten wie Baumläufer, Pirol, Dompfaff und Rotkehlchen bei uns wohl fühlen“, sagts ie, „ist eine wunderbare Bestätigung für meine Arbeit.“

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Die Gärtnerin:Petra Steiner In den 80er Jahren übernahm Petra Steiner den ehemaligen Acker ihrer Schwiegereltern. Nach und nach verwandelte sie den brachliegenden Boden in einen Garten. Ansehen kann man ihn im Internet auf: www.zauberhafter-sueden.de. Auch Besucher sind nach telefonischer Absprache willkommen: Tel. 0 80 63/71 15.
Ob zum Geburtstag oder zur Grillparty: Sobald es draußen warm wird und die Sonne scheint, feiern wir am liebsten im Garten und auf dem Balkon. Mit kreativen...
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