30. Dezember 2011
Exklusiv-Interview mit Barbara Becker

Exklusiv-Interview mit Barbara Becker

Trotz Ehe-Krise gelöst wie nie: Barbara Becker (45) über ihr Glück, das sie durch asiatische Qigong-Entspannung fand.

Barbara Becker
© Getty Images
Exklusiv-Interview mit Barbara Becker

Babs – der Name passt nicht mehr. Auch „Frau Becker“ hört sich falsch an für die Frau, die sich längst aus der Rubrik „Die Ex von“ verabschiedet hat. „Hallo, ich bin Barbara!“, sagt sie und schüttelt mir die Hand. Sie strahlt eine sympathisch-selbstsichere Gelassenheit aus, gepaart mit jugendlicher Lebensfreude. Und das, obwohl ihr Glück mit Ehemann Nummer zwei, dem Künstler Arne Quinze, erst vor wenigen Wochen zerbrochen ist. Als Wieder-Single wirkt Barbara Becker stärker denn je. In ihren Augen ist keine Spur Müdigkeit zu entdecken. Dabei ist sie erst vor wenigen Stunden aus Miami angekommen. Hier spricht sie über ihre neue DVD: „Qigong“, ein Übungsprogramm für chinesische Entspannungstechnik. Mit dem New Yorker Qigong-Meister Robert Peng hat sie aus der traditionellen Konzentrations- und Bewegungsform ein Anti-Stress-Training entwickelt, das sich auch für Einsteiger eignet: kontrollierte Bewegungen in Zeitlupe, die scheinbar mühelos innere wie äußere Balance fördern.

FÜR SIE: Barbara, beginnt nun die Chill-out-Phase nach der Fitness-Welle? Nach Pilates und Yoga bringen Sie uns jetzt Qigong bei ...
Die Fitness mache ich natürlich weiter, und die ist auch wichtig. Mit Qigong ist etwas hinzugekommen – etwas für die Seele, ein Weg, zur Ruhe zu kommen. Warum ausgerechnet diese uralten asiatischen Übungen? Weil ich absolut überzeugt davon bin, seit ich vor drei Jahren Master Peng kennengelernt habe. Seit Qigong zu meinem Leben gehört wie Zähneputzen, bin ich viel gelassener geworden.
Gilt das auch für Krisenzeiten?
Definitiv. Wenn ich zurückdenke, wie ich reagiert habe, als meine erste Ehe zerbrach, und das mit meiner heutigen Situation vergleiche: Ich kann viel besser Abstand finden, mir bewusst machen, was die glücklichen Momente in meinem Leben sind. Natürlich passiert es mir immer noch, dass ich von traurigen Gedanken und Ängsten bombardiert werde – das ist normal. Solche Bilder lasse ich kurz in meinen Kopf. Dann rattert es ein bisschen, und ich sage „Stopp!“ und schicke sie wieder raus. Ich sitze auch nicht mehr da und bemitleide mich selbst. Stattdessen schaue ich mich um und sehe, was in meinem Leben gut läuft.
Anders gesagt: Qigong verändert auch das Denken?
Das kommt ganz automatisch, weil man durch Qigong erkennt, was einem guttut und was einem wichtig ist. Das kommt durch die Erfahrung, den Kopf und die Emotionen abschalten zu können. Außerdem fühlt jeder, der länger übt, irgendwann ein inneres Glück. Das perlt aus dem Bauch hoch und zaubert dir ein Lächeln ins Gesicht. Wie muss man sich das genau vorstellen? Das ist ein Gefühl, als würde man eine wunderbare Blume sehen oder einen überwältigenden Sonnenaufgang. Ein Moment, der dich stark und ruhig macht. Das trage ich wie in einem Rucksack immer bei mir und greife da rein, wenn es stressig zu werden droht. Und statt auszurasten, gehe ich automatisch gelassen mit der Situation um – egal ob ich im Stau stehe oder mich schlecht behandelt fühle.

Und das funktioniert immer?
Zumindest meistens (lacht). Ich bin ja noch kein Meister im Qigong, sondern auf dem Weg. Übrigens würde selbst mein Lehrer, Master Peng, nicht behaupten, dass er ausgelernt hat. Dabei gehört er wirklich zu den Besten. Perfekt wird man nie.

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Ich bemitleide mich nicht mehr selbst

Kann jeder Qigong lernen?
Oh ja, das ist das Tolle daran. Es sind ganz feine, ruhige, sanfte Bewegungen. Man braucht nichts weiter dazu als einen Platz, an den man sich zurückziehen kann. Man kann es im Stehen oder Sitzen üben, in jedem Alter beginnen. Ich habe meine DVD mit Frauen aus meinem Bekanntenkreis getestet. Alle haben sofort begeistert mitgemacht. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Wenn man anfangs das Gefühl hat, man kriegt das nicht so klasse hin – keine Sorge! Mit der Zeit werden die Bewegungen selbstverständlicher und flüssiger.

Wie viele Stunden muss ich pro Tag für die Übungen einplanen?
Es gibt kein Muss. Ideal ist es, wenn man sich selbst und den neuen Tag mit Qigong begrüßt, Energie tankt. Und sich am Abend damit erdet und entspannt. Das dauert jeweils etwa 20 Minuten. Seit ich Qigong mache, schlafe ich auch viel besser.
Was hat sich sonst noch verändert?
Mein Körper ist robuster gegen Krankheiten. Ich bekomme zum Beispiel seltener eine Erkältung.

DVD-Tipp:

Perfekt für Einsteiger
Ohne lange Exkurse zeigen Babara Becker und Robert Peng auf der DVD „Qigong“ (14,99 Euro) 90 Minuten lang, wie man die Heilkraft der chinesischen Lehre nutzen kann. Als Extra gibt’s eine 22-minütige Lotus-Meditation, die auch für Anfänger geeignet ist. Übrigens: Einen kleinen Film zur DVD finden Sie im Netz unter: www.fuersie.de/barbara-becker-qigong


Das ist für Sie heute ein besonders nützlicher Nebeneffekt. Schließlich kommen Sie gerade aus der Sonne ins kalte Deutschland.
Stimmt, die Kälte finde ich schrecklich. Andererseits liebe ich besonders Berlin.

Wie konkret sind Ihre Pläne, zurück in die Heimat zu ziehen?
Nächstes oder übernächstes Jahr spätestens möchte ich wieder nach Deutschland. Ich bin jetzt reif heimzukommen. Wegen meiner Projekte muss ich sowieso ein-oder zweimal im Monat herfliegen. Das ist auf Dauer ganz schön anstrengend. Außerdem möchte ich, dass mein Sohn Elias mit seiner Muttersprache und seiner Kultur groß wird.
John Neumeier
Als Chefchoreograf prägt John Neumeier seit fast 40 Jahren das Hamburg Ballett. Hier spricht er über Disziplin, Begeisterung und den Film „Black Swan“.
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