1. April 2021
Corona: Unterschied Ausgangssperre und Ausgangsbeschränkung

Corona: Was ist der Unterschied zwischen Ausgangssperre und Ausgangsbeschränkung?

Die Corona-Fallzahlen gehen in Deutschland wieder rasant nach oben. Vielerorts wurden bereits nächtliche Ausgangssperren verhängt. Aber: Worin genau unterscheidet sich eine Ausgangssperre von einer Ausgangsbeschränkung? 

Frau sitzt am Fenster
© Unsplash/Alexandre Chambon
Der Lockdown bindet uns bereits stärker an unser Zuhause. Eine Ausgangssperre wäre eine weitere Verschärfung. 

Die Corona-Inzidenzen geben erneut Anlass zur Sorge. In einigen Bundesländern wurden bereits nächtliche Ausgangssperren verhängt. So sollen Kontakte weiter auf ein Minimum beschränkt werden und infolgedessen das Infektionsgeschehen minimiert werden. In Hamburg etwa dürfen Menschen zwischen 21 Uhr und 5 Uhr nur für berufsbedingte Wege oder in Notfällen das Haus verlassen. Auch „körperliche Betätigungen“ wie Joggen im näheren Umkreis des eigenen Wohnorts bleiben weiterhin erlaubt – unter der Bedingung, dass man alleine unterwegs ist.

Karl Lauterbach plädierte für Ausgangssperren

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach plädiert schon länger für striktere Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus, speziell der Mutante, die grassiert und die bei weitem ansteckender ist als der Wildtyp.

Wir brauchen nochmal einen Lockdown, um das Tempo aus dieser B.1.1.7-Mutation herauszuholen. Das haben alle anderen auch nicht anders geschafft. Es gibt keinen dritten Weg.

, zitiert ihn die Süddeutsche aus einem WDR-Interview. 

Die wissenschaftliche Datenlage sei dahingehend eindeutig – eine Ausgangssperre helfe am besten gegen die Ausbreitung der Virus-Mutation.

Daher hätte ich das sogar vorübergehend gemacht, bis wir die Tests überall in den Betrieben und in den Schulen verteilt haben und dort dann testen können, dann wäre die Ausgangssperre nicht mehr nötig gewesen.

Was ist der Unterschied?

Aber inwieweit unterscheidet sich die Ausgangssperre von der Ausgangsbeschränkung? Wie beide Begriffe schon nahelegen, ist letztere etwas lockerer in der Handhabung.

In beiden Fällen müssen triftige Gründe genannt werden, die einen dazu verleiten, das Haus zu verlassen. Diese Reglementierung obliegt allerdings den einzelnen Bundesländern, weswegen es durchaus zu Abweichungen kommen kann. 

Erfahren Sie hier, woran Sie eine Corona-Erkrankung im Nachhinein erkennen

Ausgangssperre: Gründe, dennoch das Haus zu verlassen

(Dies ist ein Auszug aus der bayerischen Verordnung vom Dezember 2020 als Anhaltspunkt – hier in Gänze nachzulesen.) 

• die Ausübung beruflicher oder dienstlicher Tätigkeiten,

• medizinische und veterinärmedizinische Notfälle,

• die Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts,

• die Begleitung von unterstützungsbedürftigen Personen und Minderjährigen,

• die Begleitung Sterbender,

• Handlungen zur Versorgung von Tieren,

• ähnlich gewichtigen und unabweisbaren Gründen.

    Ausgangsbeschränkung: Gründe, dennoch das Haus zu verlassen

    • die Ausübung beruflicher oder dienstlicher Tätigkeiten,
    • die Inanspruchnahme medizinischer und veterinärmedizinischer Versorgungsleistungen, der Besuch bei Angehörigen therapeutischer Berufe sowie Blutspenden,
    • Versorgungsgänge, der Einkauf in den nach der 9. BayIfSMV geöffneten Geschäften und der Besuch der nach der 9. BayIfSMV geöffneten Dienstleistungsbetriebe (inkl. Weihnachtsbesorgungen),
    • der Besuch eines anderen Hausstands, solange dabei eine Gesamtzahl von insgesamt fünf Personen nicht überschritten wird (die zu diesen Hausständen gehörenden Kinder unter 14 Jahren bleiben für die Gesamtzahl außer Betracht),
    • der Besuch bei Lebenspartnern, Alten, Kranken oder Menschen mit Einschränkungen,
    • die Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts im jeweiligen privaten Bereich,
    • die Begleitung von unterstützungsbedürftigen Personen und Minderjährigen,
    • die Begleitung Sterbender sowie Beerdigungen in engem Kreis,
    • Sport und Bewegung an der frischen Luft, alleine, mit dem eigenen Hausstand und mit einem anderen Hausstand, solange dabei eine Gesamtzahl von insgesamt 5 Personen nicht überschritten wird.
    • Handlungen zur Versorgung von Tieren,
    • der Besuch von Kinderbetreuungseinrichtungen, Schule, Hochschule und sonstiger Ausbildungsstätte,
    • Ämtergänge,
    • die Teilnahme an Gottesdiensten und Zusammenkünften von Glaubensgemeinschaften und
    • die Teilnahme an zulässigen Versammlungen nach dem BayVersG.
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