Psychologie: 11 Anzeichen, dass Ihre Beziehung vor dem Aus steht

11 Anzeichen, dass Ihre Beziehung vor dem Aus steht

Steht die Beziehung oder Ehe auf der Kippe, ist eine Trennung natürlich das Letzte, was wir wollen. Oft ist sie aber nicht nur unausweichlich, sondern auch die bessere Entscheidung. Doch woran merkt man, dass die Partnerschaft keinen Sinn mehr macht und wie rettet man sie? Wir verraten Ihnen 11 Anzeichen sowie wertvolle Tipps von den Gründern der digitalen Paarberatung Myndpaar.

Eine perfekte Partnerschaft? Gibt es nur in Märchen. Streit, Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten sind ganz normal. Gehören Sie jedoch zum Alltag dazu und nehmen Überhand, ist Vorsicht geboten. Möglicherweise passen Sie und Ihr Partner oder Ihre Partnerin einfach nicht (mehr) zusammen. Aber woran merkt man das eigentlich genau? Kommen Ihnen diese 11 Anzeichen bekannt vor, sollten Sie Ihre Partnerschaft unbedingt auf den Prüfstand stellen und handeln.

11 Anzeichen, dass Ihre Beziehung am Ende ist

1. Anzeichen: Sie hegen Misstrauen

Misstrauen ist pures Gift für die Beziehung. Neues Vertrauen aufzubauen (etwa dann, wenn der Partner oder die Partnerin fremdgegangen ist), ist daher besonders schwer. Haben Sie sich jedoch dazu entschieden, es noch einmal zu probieren, kommen Sie nicht drumherum: Entweder, Sie vertrauen Ihrem Partner/Ihrer Partnerin, oder eben nicht. So hart das auch klingen mag. Sollte letzteres der Fall sein, macht auch ein Neustart wenig Sinn. Sie werden nicht nur ständig aneinandergeraten, auch die eigenen Gedanken ("Ist er nur mit seinem Kumpel unterwegs oder ist da vielleicht doch wieder eine andere Person involviert?") können sehr quälend sein. Auf Dauer halten das weder die Psyche noch die Beziehung aus.

2. Anzeichen: Sie gehen ungern nach Hause

Zu Hause ist der Ort, wo wir uns geborgen und wohlfühlen. Doch was, wenn das nicht mehr zutrifft und wir lieber Überstunden, längere Spaziergänge machen oder extra lange im Fitnessstudio oder bei der Freundin bleiben? Sieht der Alltag bei Ihnen ähnlich aus, sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin unbedingt suchen. Ignorieren Sie die Probleme weiterhin, verhärten sich die Fronten nur weiter und eine Trennung wird unumgänglich.

3. Anzeichen: Sie reden schlecht über Ihren Partner/Ihre Partnerin

Sich ab und an mal über den Partner oder die Partnerin bei der besten Freundin auszulassen, ist völlig normal. Bei wem läuft es schon perfekt? Doch auch hier gilt: Die Häufigkeit und Intensität machen den Unterschied. Lassen Sie beim Gespräch mit Freuden, Familienmitgliedern oder Arbeitskollegen überhaupt kein gutes Haar mehr an Ihrem Partner, ist das nichts anderes als lästern. Das schadet nicht nur Ihrer Beziehung, sondern auch Ihrer eigenen Psyche. Denn statt die Probleme mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin zu besprechen, gehen Sie diesen lieber aus dem Weg.

4. Anzeichen: Sie flirten mit fremden Männern

In einer offenen Beziehung mag das Flirten mit anderen Männern für viele Paare dazugehören. Nimmt das Flirten jedoch zu, sollten Sie hellhörig werden. Denn wer keine offene Ehe oder Beziehung führt, verspürt diese Gefühle nicht. Hören Sie daher unbedingt ganz genau in sich hinein: Suchen Sie nur ein Abenteuer oder liegt es an der Tatsache, dass Sie aus der Beziehung ausbrechen möchten, sich aber einfach nicht trauen?

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5. Anzeichen: Äußere Umstände belasten Ihre Beziehung extrem

Klar, wer seinen Partner liebt, meistert natürlich auch jede Krise mit ihm und wirft nicht gleich das Handtuch. Manchmal sind die Probleme jedoch so einschneidend und belastend, dass die Beziehung daran zerbrechen kann. Etwa, wenn seine Familie Sie einfach nicht leiden kann, Ihr Partner oder Ihre Partnerin ein Suchtproblem hat oder eine Kündigung das Ehe- oder Beziehungsglück überschattet. Und zwar über längere Zeit. In solchen Situationen ist es daher besonders wichtig, schnell aktiv zu werden und eine gute Lösung für alle zu finden.

6. Anzeichen: Sie kritisieren sich ständig

Kleine Nörgeleien und Meinungsverschiedenheiten sind in jeder Ehe oder Beziehung völlig normal und gehören zum Leben dazu. Gefährlich wird es, wenn wir in einen regelrechten Kritik-Modus verfallen und wirklich nur noch die "schlechten" oder nervigen Aspekte in der Beziehung oder die (vermeintlich) anstrengenden Verhaltensweisen unseres Partners oder unserer Partnerin sehen. Das können oft auch ziemlich belanglose Dinge sein. Nicht nur Sie, auch Ihr Partner scheint Sie dann nicht mehr so zu nehmen, wie Sie sind. Diese mangelnde Wertschätzung kann das Zusammensein enorm gefährden.

7. Anzeichen: Sie verbringen lieber Zeit alleine

Wenn es in einer Beziehung oder Ehe läuft, wollen wir natürlich auch viel Zeit mit unserem Partner oder unserer Partnerin verbringen. Steht die Partnerschaft jedoch auf der Kippe, ist es nicht unüblich, dass wir unsere Freizeit lieber alleine verbringen. Auch Freude darüber, wenn der Partner ohne Sie unterwegs oder vielleicht sogar gerade auf Reisen ist, zeugt davon. Jeder braucht mal Zeit für sich. Sollte diese aber Überhand nehmen oder sich sogar besser anfühlen als die gewohnte Zweisamkeit, sollten Ihre Alarmglocken klingeln.

8. Anzeichen: Sie haben keine Lust auf Sex

Herrscht im Schlafzimmer plötzlich Eiszeit und es liegen kein körperlichen Probleme wie eine Depression, die Wechseljahre oder Errektionsprobleme vor, ist die Beziehung möglicherweise an einem Wendepunkt angekommen. Häufig leidet aber eben nicht nur das Sexleben, sondern die körperliche Zuneingung ganz allgemein. Damit sind zum Beispiel Kuscheln, Streicheln, Umarmungen oder Küssen gemeint. Gehen Sie, Ihr Partner oder Ihre Partnerin auf Distanz, sollten Sie unbedingt das Gespräch suchen und der Ursache auf den Grund gehen. Denn oft verletzen wir unsere Mitmenschen auch unbewusst. Ganz ohne es zu wollen.

9. Anzeichen: Sie vermissen Ihren Partner/Ihre Partnerin nicht

Ist der Partner oder die Partnerin beruflich oder privat verreist, vermissen wir ihn natürlich und können es kaum erwarten, wenn er wieder daheim ist. Telefonate, Sprachnotizen oder Whatsapp-Nachrichten überbrücken die Zeit, bis der Moment gekommen ist. Dieses Szenario ist Ihnen eher fremd und Sie sind vielleicht sogar ganz froh, dass Ihr Partner gerade nicht in Ihrer Nähe ist? Dann scheint die Beziehung sich bereits an einem Wendepunkt zu befinden, der ein Ende vermuten lässt.

10. Anzeichen: Sie reden kaum noch miteinander

Nichts ist in einer Beziehung oder Ehe wichtiger, als das Gespräch. Dabei erfahren wir nicht nur, wie es unserem Partner gerade geht oder was er erlebt hat. Wir können bei einem Gespräch auch näher auf Wünsche oder Probleme eingehen. Haben sich die Konflikte aber bereits so sehr festgefahren, dass Sie oder Ihr Partner kaum noch das Gespräch suchen, könnte dies ein weiterer Hinweis dafür sein, dass die Beziehung am Ende ist. Und, ganz wichtig: Schweigen löst keine Probleme, sondern verschlimmert sie nur noch!

11. Anzeichen: Ihnen ist egal, ob er Sie betrügt

Der wohl größte Vertrauensbruch in einer Beziehung oder Ehe? Wenn der Partner oder die Partnerin fremdgeht. In einer gesunden Beziehung löst der Gedanke mulmige Gefühle und Angst aus. Ein Leben ohne unsere bessere Hälfte ist kaum vorstellbar. Ihnen bereitet der Gedanke so gar keine Sorgen, oder Ihnen ist es vielleicht sogar egal, ob Ihr Partner fremdgeht? Dann scheinen Sie mit dem Herzen nicht mehr wirklich dabei zu sein. Ein Ende der Beziehung ist möglicherweise längst im Gange.

Interview: Die Gründer der Beziehungs-App Myndpaar verraten ihre besten Beziehungstipps

Leonie Wilken und ihr Vater Ulrich Wilken sind Gründer der ersten digitalen Paarberatung Myndpaar und kennen sich mit dem Thema Partnerschaft und Ehe bestens aus. In unserem Interview verraten die beiden Unternehmer, warum eine Beziehung/Ehe scheitert, wie man aus der Krise herausfindet sowie Geheimtipps für eine gute Beziehung.

Was sind die häufigsten Gründe, warum eine Beziehung/Ehe nicht mehr funktioniert?

Mangelnde Wertschätzung. Eine der wichtigsten Grundlagen für eine liebevolle Beziehung ist, dass man sich gegenseitig mitteilt, dass man den anderen so wertschätzt, mag oder liebt, wie er ist. Also bedingungslos.
Viele Menschen können es schwer aushalten, dass der/die Partner/Partnerin die Welt anders sieht als man selbst. Von daher möchten sie die empfundene Differenz angleichen und wünschen sich, dass der Partner/ Partnerin sich den eigenen Vorstellungen anpasst. Das führt aber dazu, dass der andere sich gekränkt fühlt und glaubt, er sei falsch und muss sich verändern. Gefühle wie „Ich bin also nicht richtig“, verdichten sich. So entsteht ein Teufelskreis aus sich immer wieder aufblühenden Kränkungen. So kann kein Vertrauen, keine Achtung und kein Respekt entstehen.

Wann ist eine Trennung am sinnvollsten?

Eine Trennung ist am sinnvollsten, wenn das eigene Leid so groß wird, dass die seelische und körperliche Gesundheit massiv beschädigt wird.
Alle andere ist von Person zu Person unterschiedlich. Was die einen für sinnvoll halten, ist für die anderen zu früh oder zu spät.
Ganz interessant zu wissen, ist es, dass einige von uns sich häufig unbewusst eine*n Partner*in suchen, mit denen leidvolle Gefühle (z.B. "Ich reiche nicht") und eingefahrene Muster (z.B. Streiten) aufrechterhalten werden. Das Paradoxe daran ist, dass wir also mit jemand zusammen sind, der unser Leid bestätigt, obwohl uns das nicht guttut.  

Bedeutet eine Trennung immer das Ende?

Eine Trennung bedeute nicht immer das Ende einer Beziehung. Z.B. kann eine räumliche Trennung heilsam sein. Aber auch eine Trennung auf Zeit kann Sinn machen, um aus den täglichen Ritualen auszubrechen. So können wir die Bedeutung des Gegenübers mit mehr Abstand und bewusster beurteilen.

Was kann dabei helfen, die Probleme anzugehen?

Erst einmal müssen die Probleme benannt werden. Heutzutage ist es immer noch so, dass Frauen schon länger in der Beziehung leiden und die Probleme eher ansprechen. Für die Männer ist meist alles ok.
Interessant dabei ist, dass es eigentlich gar keine objektiven Probleme gibt. Erst wenn wir zu uns selbst oder zu einem anderen sagen „das stört mich“, entsteht eine Differenz. Diese Different ist für den einen ein Problem und für den anderen keins. Das kennen wir alle aus dem Alltag. Wichtig dabei ist, deutlich zu machen, dass man selbst ein Problem hat und nicht die Schuld dafür auf den Partner schiebt. Ganz nach dem Motto „Wenn du nur anders wärst, wäre alles besser“. Das ist sehr beliebt und ein einfacher Ausweg, aber es ist auch ein Beziehungskiller. Wir sollten unsere Wünsche deutlich aussprechen und den Respekt und die Achtung wahren.

Wann sollte ein Paartherapeut ins Spiel kommen?

Es gibt mehrere Zeitpunkte, wann ein Paartherapeut in Spiel kommen kann. Einige nutzen den Therapeuten nach einer Trennung, um sich davor zu schützen, dass sich alte Muster nicht in einer neuen Beziehung wiederholen. Eine Art Prophylaxe. Häufiger sind es jedoch Szenarien bei denen z.B. Kindererziehung eine Rolle spielt. Aber auch sexuelle Unlust, Fremdgehen oder wiederholtes Streiten sind Beweggründe für eine Therapie.
Dabei wäre es doch viel spannender, wenn wir uns schon früher mit unserer geliebten Beziehung auseinandersetzen, sie pflegen und Neues ausprobieren. Gerade damit es gar nicht erst zu solchen Situationen kommt. 

Was stärkt die Ehe/Beziehung nach einer Krise?

Nach einer Krise wird die Beziehung dadurch gestärkt, dass man lernt, wertschätzender miteinander umzugehen. Auch macht es Sinn, gewohnte Rituale zu hinterfragen und neue zu entwickeln. Z.B: Jeder soll 10 Minuten einmal in der Woche ohne Unterbrechung sagen, wie er/sie die letzte Woche empfunden hat und was er/sie sich für die nächste Woche wünscht. Man könnte Pläne für eine neue Reise machen, ein neues Restaurant aussuchen und gemeinsam essen gehen usw. Eigentlich können scheinbar banale Dinge Wunder bewirken.

Zweite Chance: Welche Fehler sollten unbedingt vermieden werden?

Welche Fehler vermieden werden sollten? Nun ja: Die Alten! Weiter nörgeln, sich zurückziehen, respektlos werden, Fremdgehen, den Partner abfällig behandeln, lügen, erniedrigen, Macht ausüben usw. Daher macht die Frage Sinn: Was kannst du dazu beitragen, ohne dass du es willst, dass deine Beziehung scheitert? Wenn wir darauf schauen würden, was wir, ohne dass wir es wollen, unbewusst tun können, damit es in unserer Beziehung noch schwieriger wird, dann wissen wir häufig mehr. Uns wird bewusst, was wir vielleicht nicht so weitermachen sollten.

Ihre Geheimtipps, damit eine Ehe/Beziehung wirklich von Dauer ist?

Damit eine Ehe oder Beziehung von Dauer ist, sollte man den anderen achten und respektieren. Das gelingt nicht immer zu 100 %, aber man sollte sich große Mühe geben. Wenn der Partner/Partnerin sich um seiner/ihrer selbst willen geliebt fühlt, braucht man nicht darum kämpfen, wer die Welt richtig sieht. Wenn das gelingt, entsteht Vertrauen und Liebe. Kleine liebevolle Gesten, Überraschungen und körperliche Nähe sind dabei durchaus hilfreich.

Tipp: Noch mehr Tipps zum Thema Beziehung und Ehe finden Sie im Amazon-Bestseller "Beziehungsglücklich: 27 Tipps für eine erfüllende Partnerschaft" von Wieland Stolzenburg. 

Im Video: 5 Tipps, um die Beziehung zu retten

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