Interview Rainer Zitelmann zu Die Kunst berühmt zu werden

“Die Kunst, berühmt zu werden“: Interview mit Erfolgsautor Rainer Zitelmann

Das neueste Werk von Dr. Dr. Rainer Zitelmann “Die Kunst, berühmt zu werden“ ist wieder ein Kassenschlager. Unterhaltsam stellt er zwölf Meister der Selbstvermarktung vor, darunter Berühmtheiten wie Lady Diana, Kim Kardashian oder Albert Einstein – und was man von ihnen lernen kann: Klappern gehört heutzutage mehr denn je zum Handwerk und Bescheidenheit ist auch keine Tugend mehr. Lesen Sie das spannende Interview mit dem Erfolgsautor.

Rainer Zitelmann
© Rainer Zitelmann
Erfolgsautor Dr. Dr. Rainer Zitelmann

“Die Kunst, berühmt zu werden“ Interview mit Autor Dr. Dr. Rainer Zitelmann

FS: Ihr Buch “Die Kunst berühmt zu werden“ ist ein Verkaufsschlager. Sie “verteufeln“ Glaubenssätze wie “Qualität setzt sich von alleine durch“ oder “Bescheidenheit ist eine Tugend“. Heißt das, Menschen mit leisen Tönen bleiben heutzutage komplett auf der Strecke und nur die Ellenbogengesellschaft setzt sich durch? Klappern allein steht nicht für Qualität – wie steht es dazu um Moral und Werte?

Zitelmann: Natürlich gibt es Aufschneider, die viel Wind machen und dabei wenig Leistung bringen. Von denen spreche ich jedoch nicht. Ich spreche von den vielen Menschen, die eine tolle Leistung erbringen, aber die es nicht verstehen, diese Leistung auch zu „verkaufen“. Es genügt eben nicht, nur gut zu sein, man muss es die anderen – beispielsweise seinen Chef oder seine Kunden – auch wissen lassen. Ansonsten muss man damit leben, dass andere an einem vorbeiziehen, die keine bessere Leistung erbringen, aber es besser verstehen, darauf aufmerksam zu machen

FS: Kim Kardashian ist ein Phänomen unserer Zeit – im Gegensatz zu den anderen 11 Personen im Buch, ist sie allein durch Kim Kardashian berühmt geworden und hat 162 Millionen Follower auf Instagram. Immer mehr Jugendliche wollen Influencer oder Social Media Star werden. Warum ist es so reizvoll, sein privates Leben komplett öffentlich zu leben?

Zitelmann: Der amerikanische Psychologe William James hat einmal gesagt: „Der stärkste Trieb der menschlichen Natur ist das Streben nach Anerkennung.“ Das Internet ermöglicht es Menschen, diese Anerkennung zu bekommen, zum Beispiel für ihr Aussehen, für lustige Tanzeinlagen, für ein Hobby, in dem sie besonders gut sind. Oft wird beklagt, dass wir im Zeitalter des Narzissmus leben. Ich finde das nicht schlimm: Aus psychologischen Untersuchungen wissen wir, dass Narzissmus nur in Ausnahmefällen eine Krankheit ist. Narzissten sind im Leben oft erfolgreicher. Neulich habe ich eine Studie über reiche Menschen gelesen, die zum Ergebnis kam, dass sie im Durchschnitt viel narzisstischer sind als die Mehrheit der Bevölkerung. Ich selbst habe bei einem Narzissmus-Test die volle Punktzahl bekommen, und mir geht es sehr gut damit.

FS: “Mir applaudieren die Leute, weil alle mich verstehen, und Ihnen, weil Sie niemand versteht“ sagte Charly Chaplin zu Albert Einstein, dessen Relativitätstheorie (damals) für viele ein Buch mit sieben Siegeln war. Aber er wurde gefeiert. Heißt das, es ist eigentlich egal, ob andere einen verstehen, Hauptsache, man verkauft sich gut – und wie lange kann man sich als reiner Verkäufer seiner selbst (hier ist jetzt nicht Einstein gemeint) über Wasser halten? Wann ist man noch ein guter Verkäufer und wann bereits ein Blender?

Zitelmann: Blender sind Leute, die sich gut verkaufen können, aber sonst nicht viel drauf haben. Im Berufsleben können solche Leute vorübergehend erfolgreich sein, zum Beispiel einen gut bezahlten Job ergattern, weil sie sich im Bewerbungsgespräch über Wert verkaufen. Doch nachhaltig ist das fast nie. Ich unterscheide drei Gruppen: 1. Die, die nicht viel können, aber sich gut verkaufen können. 2. Die, die viel können, sich aber nicht gut verkaufen können. 3. Die, die viel können und sich gut verkaufen können. Langfristig ist die dritte Gruppe im Berufsleben die erfolgreichste. Viele derjenigen, die zur zweiten Gruppe gehören, beklagen sich darüber, wie „ungerecht“ die Welt ist, wie ungerecht ihre Firma ist usw. Ich empfehle diesen Menschen, dass sie ihre Einstellung überprüfen. Viele haben Glaubenssätze in ihrer Erziehung vermittelt bekommen wie etwa „Sei kein Angeber“, „Sei stets bescheiden“ usw. Diese Glaubenssätze wirken später als Bremse im beruflichen oder auch im privaten Bereich

FS: Sie haben für Ihr Buch ja nur Personen ausgewählt, die Meister der Selbstvermarktung sind oder waren. Also, die (meist) keinen Manager hinter sich hatten. Am Beispiel von Lady Diana, bei der man unlängst weiß, dass sie geradezu ein Selbstvermarktungsgenie war oder auch bei Muhammad Ali muss man fragen: Wird einem dieses Talent in die Wiege gelegt? Andere Menschen scheitern ja auch an der Öffentlichkeit … Was unterschiedet DIESE Menschen von anderen?

Zitelmann: Ich denke, Persönlichkeiten wie Muhammad Ali und Lady Diana haben irgendwann entdeckt, dass sie dieses Talent haben. Und dann haben sie gelernt, wie sie darin immer besser und besser werden. Auch hier gilt ja: Übung macht den Meister. 

FS: Nicht jeder will ein Instagram-Star werden: Wie viel Selbstvermarktung ist Ihrer Meinung nach aber nötig und gesund, um im täglichen Leben und in der Berufswelt wahrgenommen zu werden? Und wie bleibt man dabei trotzdem sympathisch – ist “Provozieren“ immer der richtige Ratgeber?

Zitelmann: Nehmen Sie mal einen Freiberufler, zum Beispiel einen Rechtsanwalt oder Steuerberater: Viele glauben, die fachliche Qualifikation sei das Wichtigste. Klar, das Fachliche ist die Voraussetzung. Ich kenne viele Menschen in dieser Berufsgruppe, und diejenigen, die die interessantesten Mandanten haben und am meisten verdienen, sind meist auch diejenigen, die sich besonders gut verkaufen konnten. Provozieren, wie es beispielsweise ein Andy Warhol oder Madonna gemacht haben, ist in solchen Berufen natürlich meistens nicht das Richtige. Aber ich empfehle Menschen, authentisch zu sein, also sich durchaus zu trauen, Ecken und Kanten zu zeigen. Damit gefällt man nicht jedem, aber das ist ja auch gar nicht notwendig

FS: Sie haben mehrere Bestseller darüber geschrieben, wie man reich wird. Sind Sie jetzt reich?

Zitelmann: Ich bin vermögend geworden als Unternehmer und durch Immobilieninvestitionen. Zudem kenne ich sehr viele reiche Menschen, darunter auch einige Multimilliardäre. Und schließlich habe ich wissenschaftlich zu dem Thema Reichtum geforscht, meine zweite Doktorarbeit ging über die Psychologie der Superreichen. Aus all diesen Gründen weiß ich mehr über Reichtum und Reiche als die allermeisten Menschen. Und dieses Wissen gebe ich in Büchern wie „Reich werden und bleiben“ weiter. Diese Bücher sind heute weltweit Bestseller, besonders in Asien, weil die Menschen dort viel hungriger sind, als wir Europäer. 

Tanja Seiffert: Wir bedanken uns für das Interview!

Kurzvita über unseren Interview-Partner, Dr. Dr. Rainer Zitelmann

Zitelmann ist Historiker und Soziologe, aber auch ein weltweit bekannter Buchautor sowie erfolgreicher Unternehmer. Zitelmann promovierte 1986 in Geschichte mit “summa cum laude”, seine Dissertation “Hitler. Selbstverständnis eines Revolutionärs“ erschien in zahlreichen Auflagen und fand weltweit große Beachtung. Von 1987 bis 1992 war Zitelmann wissenschaftlicher Assistent an der Freien Universität Berlin, anschließend Cheflektor und Mitglied der Geschäftsleitung des Ullstein-Propyläen-Buchverlages. 1992 wechselte er zur Tageszeitung “Die Welt”, wo er bis 2000 verschiedene Ressorts leitete. Das war auch das Gründungsjahr für sein eigenes erfolgreiches PR-Unternehmen, das hauptsächlich als Beratungsunternehmen für die deutsche Immobilienbranche tätig war. 2016 verkaufte die Dr. ZitelmannPB GmbH und baute sein Vermögen durch seine unternehmerische Tätigkeit sowie als Immobilieninvestor auf. Ebenfalls 2016 promovierte Zitelmann ein zweites Mal und zwar in Soziologie. Thema: Die Psychologie der Superreichen. Mit “Die Kunst, berühmt zu werden“ hat Zitelmann mittlerweile 24 Bücher geschrieben und herausgegeben, die weltweit erfolgreich sind, vor allem in Asien, so etwa in China, Indien und Südkorea. 

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