
Haben Sie Ihren Balkon schon bepflanzt? Falls nicht, hätten wir ein paar Vorschläge.
Geranien gehören zu den beliebtesten Balkonpflanzen Deutschlands. Ihre leuchtenden Farben und pflegeleichte Art machen sie zum Dauerbrenner in Balkonkästen und Kübeln. Doch so schön sie auch sein mögen, so wenig nützen sie der Natur. Tatsächlich bieten Geranien kaum Nektar oder Pollen und haben somit praktisch keinen Wert für Bienen, Hummeln und andere Bestäuber. Sie sind reine Zierpflanzen ohne ökologischen Mehrwert.
Dabei ist es gar nicht schwer, den Balkon in ein blühendes Paradies für Mensch und Insekt zu verwandeln. Es gibt zahlreiche Alternativen, die mindestens genauso attraktiv sind wie Geranien und gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz leisten. Die folgenden fünf Pflanzen vereinen Schönheit mit Nutzen und locken Bienen, Hummeln und Schmetterlinge magisch an.
#1 Vanilleblume: Duftendes Vergnügen für Mensch und Insekt
Die Vanilleblume trägt ihren Namen nicht umsonst. Ihr herrlicher Vanilleduft verzaubert nicht nur die menschliche Nase, sondern zieht auch zahlreiche Bestäuber an. Zwischen Mai und Herbst präsentiert sie ihre zarten, meist violetten Blüten, bei guter Pflege oft sogar bis zum ersten Frost. Bienen und Schmetterlinge werden vom reichhaltigen Nektar- und Duftangebot magisch angezogen und finden hier ausreichend Nahrung.
Die Pflanze stammt ursprünglich aus Peru und ist mehrjährig, verträgt jedoch keinen Frost. Wer jedes Jahr aufs Neue ihre Pracht erleben möchte, sollte sie vor dem Winter ins Haus holen und bei etwa zehn bis fünfzehn Grad überwintern lassen. Ein heller Standort ist dabei wichtig, damit die Pflanze im Frühjahr wieder kraftvoll austreibt. Die Vanilleblume liebt sonnige bis halbschattige Plätze und benötigt regelmäßig Wasser, verträgt aber keine Staunässe.
#2 Portulakröschen: Farbenfrohe Sonne für den Balkonkasten
Diese meist einjährigen Sommerblumen verwandeln jeden Balkonkasten in ein wahres Farbenmeer. Mit ihren Rankenblüten in leuchtendem Gelb, Orange, Rosa und Rot sorgen sie für südländisches Flair. Die Blütezeit erstreckt sich vom Frühsommer bis in den Spätsommer hinein, sofern ausreichend Wärme vorhanden ist. Portulakröschen lieben die Sonne und öffnen ihre Blüten oft nur bei schönem Wetter, was ihnen auch den Namen Sommerröschen eingebracht hat.
Für Bienen und andere Nektarsammler sind die Blüten ein wahres Festmahl. Dank der nährstoffreichen und leicht zugänglichen Blüten finden Bestäuber hier reichlich Nahrung. Besonders praktisch ist zudem die genügsame Art dieser Pflanze. Portulakröschen vertragen Trockenheit erstaunlich gut und verzeihen auch mal ein vergessenes Gießen. Sie gehören zu den Sukkulenten und speichern Wasser in ihren fleischigen Blättern und Stängeln. Ein durchlässiges Substrat ist wichtig, damit keine Staunässe entsteht.
#3 Fächerblume: Üppige Blütenpracht mit Nutzen
Die Fächerblume beeindruckt mit ihrem üppigen, überhängenden Wuchs und eignet sich hervorragend für Ampeln und Balkonkästen. Ihre fächerartigen Blüten in Violett, Weiß und Blau erscheinen zwischen Mai und Oktober in verschwenderischer Fülle. Der botanische Name Scaevola verweist auf die charakteristische Form der Blüten, die nur auf einer Seite Blütenblätter tragen und damit tatsächlich an kleine Fächer erinnern.
Die Fächerblume wird zum echten Nektarspender für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Ähnlich wie bei anderen Balkonpflanzen spielt auch hier die richtige Pflege eine wichtige Rolle. Die Pflanze bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte und benötigt regelmäßig Wasser sowie alle zwei Wochen etwas Flüssigdünger. Verblühtes muss nicht zwingend entfernt werden, da die Fächerblume selbstreinigend ist. Wer jedoch noch mehr Blütenfülle möchte, kann gelegentlich zu Schere greifen und einzelne Triebe einkürzen.
#4 Wandelröschen: Farbspiel der besonderen Art
Das Wandelröschen trägt seinen Namen völlig zu Recht. Seine kleinen Blüten verfärben sich im Laufe der Zeit von Gelb über Orange bis zu Violett, sodass an einer Pflanze gleichzeitig verschiedene Farbnuancen zu bewundern sind. Dieser besondere Effekt entsteht durch die Alterung der einzelnen Blüten und sorgt für ein faszinierendes Farbspektakel. Die Blütezeit beginnt im Mai und reicht bis zum ersten Frost, was diese buschige Sommerstaude zu einem echten Dauerblüher macht.
Für Schmetterlinge ist das Wandelröschen eine regelrechte Weide. Die vielen kleinen, nektarreichen Blüten bieten reichlich Nahrung und locken besonders Schmetterlinge, aber auch Bienen an. Jedoch gibt es einen wichtigen Hinweis: Das Wandelröschen ist eine Giftpflanze. Beim Schneiden sollten daher unbedingt Handschuhe getragen werden, da der Pflanzensaft Hautreizungen verursachen kann. Besonders bei Kindern und Haustieren ist Vorsicht geboten, da alle Pflanzenteile giftig sind.
#5 Männertreu: Kleine Blüten mit großer Wirkung
Bei Bienenexperten steht diese niedrig und dicht wachsende Balkonblume hoch im Kurs. Männertreu bildet röhrenförmige Blüten in Blau, Violett, Rosa und Weiß, die zwar klein sind, aber in großer Zahl erscheinen. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis in den Herbst, abhängig von Sorte und Pflege. Der botanische Name Lobelia erinnert an den flämischen Botaniker Matthias de L'Obel, der im 16. Jahrhundert lebte.
Die Blüten mögen zwar nicht groß sein, bieten aber ein ausgezeichnetes Nahrungsangebot für Bestäuber. Vor allem in Kombination mit anderen bienenfreundlichen Pflanzen ist Männertreu für den Balkon wunderbar geeignet. Die Pflanze liebt sonnige bis halbschattige Standorte und sollte gleichmäßig feucht gehalten werden. Besonders attraktiv sind hängende Sorten, die aus Balkonkästen und Ampeln herauswachsen und wahre Blütenkaskaden bilden. Regelmäßiges Ausputzen verblühter Triebe fördert die Nachblüte und hält die Pflanze bis zum Frost vital.







