Anti-Aging Methoden im Test

Neue Anti-Aging Methoden im Test

Im Bereich Anti-Aging hören wir dieses Versprechen gern: glatte Haut ganz ohne Skalpell. Die neuen Methoden der Schönheits-Chirurgen im Test.

Glatte Haut ohne Skalpell - Die richtige Gesichtsreinigung und eine professionelle Behandlung bei der Kosmetikerin können das Hautbild dauerhaft verbessern
© iStockphoto/Thinkstock
Neue Anti-Aging Methoden im Test

Neue Anti-Aging Methoden im Test

Klar, wir wollen alle jünger aussehen. Aber deshalb gleich ein Face-Lifting oder eine andere Schönheits-OP? Lieber nicht. Viele Frauen wünschen sich sanfte Wege gegen Falten. Das beweist auch eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie aus dem vergangenen Jahr. Sogenannte Injektionsbehandlungen boomen – hier lag der Zuwachs bei rund 50 Prozent. Wir stellen Methoden vor, die zurzeit besonders angesagt sind.

Eigenblut-Therapie

Man kennt sie als Behandlungsmethode aus der alternativen Medizin, ihr Siegeszug in der Beauty ist allerdings relativ neu. Vorteil: Im Gegensatz zu synthetischen Faltenfillern wird bei der Eigenblut-Therapie mit einem körpereigenen Stoff gearbeitet.
Was genau wird gemacht? Zunächst nimmt der Arzt Blut ab. Ein Labor extrahiert daraus den sogenannten Wachstumsfaktor PRP. Er enthält Zell-Informationen für die Neubildung von Gewebe. Als Konzentrat wird er anschließend gezielt unter die Falten gespritzt.
Wie funktioniert diese Methode? Nach der Re-Injektion kann der Körper geschädigte Zellen reparieren und Kollagen – der Jungmacher schlechthin – neu bilden. „Es handelt sich um einen ganz natürlichen Prozess, der vor allem um die Augen erstklassige Ergebnisse liefert“, erklärt der Münchner Schönheitschirurg Dr. Peter Caspari.
Wie aufwendig ist die Behandlung? Für Gesicht, Hals oder Dekolleté sind etwa drei bis vier Behandlungen im Abstand von je einem Monat ratsam. Direkt nach der Unterspritzung am besten ausruhen und zu Hause bleiben. Am nächsten Tag ist alles wieder normal. Erste Effekte sind sofort sichtbar, spätestens jedoch nach zwei bis drei Wochen. Je nach Alter und Hautbeschaffenheit hält die Wirkung ungefähr ein Jahr lang an.
Wie hoch ist der Schmerzfaktor? Gering. Blutabnehmen kennen wir alle. Ansonsten spürt man natürlich die Einstiche im Gesicht. Am besten vorher mit dem Arzt darüber sprechen.
Was kostet es? Für eine 3er-Sequenz sollte man mit rund 1200 Euro rechnen.

Beauty-Behandlung nach Maß

Jede Haut ist anders. Deshalb wundert es nicht, dass immer mehr Ärzte individuelle Kombinations-Therapien anbieten.
Was genau wird da gemacht? Der Facharzt analysiert zuerst Hautstruktur, Fettgewebe, Elastizität und Mimik. Danach wird zusammen mit der Patientin eine optimale Behandlungsstrategie ausgearbeitet. Diese kann aus Einzel- oder Kombinations-Injektionen bestehen.
Für wen ist diese Methode geeignet? Für alle Arten von Falten – auch tiefe Furchen und „verlorene Konturen“ kann man so gut wieder aufpolstern. Experten wie der Düsseldorfer Schönheitschirurg Dr. Mehmet Akbas raten dazu, mit der Eigenblut-Therapie zu beginnen. Hyaluronsäure- und Botox-Injektionen runden die Behandlung bei Bedarf ab. Wer eine solche maßgeschneiderte Therapie in Anspruch nimmt, sollte sich auf viele Sitzungen einstellen.
Wie hoch ist der Schmerzfaktor? Unterschiedlich, da das Schmerzempfinden individuell ist. Wer sich unsicher fühlt, sollte den Arzt fragen.
Was kostet das Ganze? So ein individuelles Schönheitsprogramm ist abhängig vom Umfang der Behandlung. Aus den Schönheitspraxen heißt es daher: „Preis auf Anfrage.“

Multitalent Hyaluronsäure

Als Allzweckwaffe gegen Falten gilt Hyaluronsäure schon lange. Neu ist allerdings, dass sie immer besser und effizienter wird. Und: Neben Hyaluronsäure aus tierischen Stoffen oder Bakterienstämmen gibt es inzwischen immer mehr rein synthetische Präparate. Vorteil: Auch Frauen, die auf Hyaluronsäure bislang allergisch reagiert haben, können mit den neuen Mitteln die Haut aufpolstern lassen.
Was genau wird gemacht? Abgestimmt auf Faltenart (z.B. Nasolabial- oder Zornesfalte) und -tiefe, wird das dazu passende Hyaluron in die jeweilige Hautschicht gespritzt.
Unbedingt beachten: Es gibt rund 150 verschiedene Hyaluron-Arten. Deshalb vor der Behandlung wichtige Details mit dem Arzt klären. Zum Beispiel: Welche Hyaluronsäure wird verwendet? Wie viel Erfahrung hat der Arzt bereits mit dem entsprechenden Präparat? „Ein Spezialist sollte alle Eigenschaften in- und auswendig kennen“, sagt der Darmstädter Dermatologe Dr. Gerhard Sattler.
Wie aufwendig ist das? Wer sich zum ersten Mal für eine Hyaluron-Behandlung entscheidet, sollte sich intensiv beraten lassen. Wird das Hyaluron lediglich „aufgefrischt“, dauert die Behandlung oft nur 30 Minuten. Je nach Hautzustand hält der Effekt bis zu 24 Monate an. Alkohol, Nikotin, zu viel Sonne und zu wenig Schlaf verkürzen diese Zeit.
Wie hoch ist der Schmerzfaktor? Da gespritzt wird, pikst es natürlich. Der Arzt berät vor der Behandlung.
Was kostet die Injektion? Das hängt ganz von der Menge der Hyaluronsäure ab. Minimum sind 150 Euro, nach oben sind die Grenzen offen.

Sound-&-Laser-Methode

Für alle, die keine Spritzen mögen: Neu ist eine Kombination aus Radiofrequenz-/Ultraschall und Laser. Dabei wird die Haut weder verletzt noch abgetragen. Ideal für Falten am Hals, erweiterte Poren oder kleinere Fältchen an Augen und Mund. Wie funktioniert die Methode? Der Laser reaktiviert erschlafftes Kollagen, sorgt für eine Neuauffüllung und polstert so die Haut auf. Schritt zwei der Behandlung sind spezielle Radiofrequenz- und Ultraschalltöne. Dadurch werden die Zellen im umliegenden Hautareal gestrafft. Die Hautoberfläche bleibt auch hier völlig unversehrt. Was genau wird gemacht? Nach umfangreicher Erstuntersuchung und anschließender Beratung erstellt der Mediziner einen Behandlungsplan. Der sieht in vielen Fällen so aus: drei bis fünf Laser-Anwendungen im Abstand von ca. vier Wochen plus fünf Sound-Sitzungen im Abstand von ca. zwei Wochen. Insgesamt sind das ungefähr sechs Monate Therapie. Zuge geben, eine etwas langwierige Methode für eine Hautstraffung – dafür aber auch deutlich schonender als eine OP. Das Gute daran: Nach jeder Sitzung kann man direkt wieder in den Tag starten. Nur UV-Strahlung nach der Laser-Behandlung meiden – viele Frauen beginnen das Programm daher erst im Herbst. Wichtig: „Man sollte auf jeden Fall darauf achten, beide Behandlungsarten in ein und derselben Praxis oder Klinik machen zu lassen“, sagt Dermatologin Dr. Nadja Reitmeier aus dem Hamburger Dermatologikum. Wie hoch ist der Schmerzfaktor? Die Sound-Methode ist schmerzfrei. Bei der Laser-Behandlung hingegen wird versucht, den Schmerz durch betäubende Cremes oder Kühlung auf ein Minimum zu reduzieren. Was kostet das Ganze? Pro Sitzung zahlt man je nach Praxis oder Klinik 290 bis 350 Euro.

Softes Micropeeling

Ganz ohne Chemie und ohne Schmerzen funktioniert diese neue Art der Mikrodermabrasion (z. B. „JetPeel“). Hier wird die obere Hautschicht mit Wasser, Luft und einer Geschwindigkeit von 720 km/h abgetragen.
Was wird genau gemacht? Mit einer Art Stift, der mikroskopisch kleine Düsen besitzt, wird Wasser auf die Haut „geschossen“. Belebender Sauerstoff gelangt so in tiefere Regionen, gleichzeitig wird die Haut durch die hohe Luftbewegung massiert und gekühlt. Nach ca. 20 Minuten ist sie ausreichend vorbereitet, um weitere Vitamine und Filler aufzunehmen. Die konzentrierten Wirkstoffe werden dabei mit derselben Technik wie im ersten Schritt eingebracht. Das Ergebnis: ein geklärter, belebter und festerer Teint. Kleinere Falten sind bereits nach dem ersten Mal deutlich gemildert.
Wie aufwendig ist die Behandlung? Empfohlen werden drei Sitzungen im Abstand von etwa sechs Wochen. Das Gute: Die Behandlung passt problemlos in den Alltag und ist sogar für Frauen mit Couperose geeignet.
Was kostet das? Eine „JetPeel“-Behandlung kostet ca. 100 Euro.

Medizinisches Needling

Müdes Gewebe kann mit einem Nadelroller neuen Schwung bekommen. Bereits in den 80ern entdeckt, erlebt diese Technik aktuell einen neuen Boom.
Wie funktioniert die Methode? Ein kleiner Handroller (er muss steril sein) mit Mikronadeln aus Titan wird ca. 20 Minuten auf dem zu behandelnden Areal hin- und herbewegt. Diese Hautpartie ist dann feinstperforiert beziehungsweise verletzt, und genau deshalb wird auch das Immunsystem wach. Das beginnt nun unverzüglich mit der Heilung des Areals und schüttet Kollagen, Elastin und körper eigene Hyaluronsäure aus. Kosmetisch betrachtet, hat dies einen verjüngenden Effekt. Direkt im Anschluss an dieses „Needling“ können weitere Anti-Aging-Mittel aufgetragen werden. Das Gesamtergebnis ist eine festere, faltenlosere Haut. „Supergut, vor allem für die Kinnkontur“, berichtet die Hamburger Kosmetikfachfrau Marianne Hartung. Aber auch Sonnenschäden oder Aknenarben können gut behandelt werden. Zunächst ist die Haut gerötet und geschwollen, „doch am nächsten Tag ist alles wieder gut“, so die Expertin.
Wie hoch ist der Schmerzfaktor? Das Needling ist keineswegs schmerzfrei, die Haut blutet aber nicht. Ein Beratungsgespräch klärt weitere Fragen.
Wie aufwendig ist es? Sechs Anwendungen im Abstand von zwei bis drei Wochen sind ideal. Dann braucht die Haut eine mehrmonatige Pause.
Was kostet es? Eine Needling-Sitzung inklusive Wirkserum kostet rund 125 Euro.

Der Renner bei den Promis

  • Madonna und Victoria Beckham schwören auf ein Gerät namens „Intraceuticals“. Es sieht aus wie ein Rollkoffer und kostet locker 10.000 Euro. Per Unterdruck schleust es konzentrierten Sauerstoff und Vitamine unter die Haut – Schönheit im Ruck-zuck-Verfahren. Inzwischen gibt’s auch bei uns erste Beauty-Studios, die so eine Behandlung anbieten. Pro Kur ca. 750 Euro. www.intraceuticals-germany.de
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