22. Juni 2021
EM-Pride-Statement in der Diskussion - jetzt erst recht!

EM-Pride-Statement in der Diskussion - jetzt erst recht!

Als Zeichen für Vielfalt und Toleranz soll die Münchener Allianz-Arena beim Spiel zwischen Deutschland und Ungarn am kommenden Mittwoch in Regenbogenfarben erstrahlen. Jetzt bezog die UEFA Stellung zu dem Vorhaben.

Kaum ein Sport steht mehr für Zugehörigkeit und Teamgeist als der Fußball. Auch abseits des Spielfeldes ist davon – trotz vieler Maßnahmen – aber noch immer wenig zu spüren. So auch in Ungarn. Denn mit dem 58-jährigen Politiker und Regierungschef Viktor Orbán ist in Ungarn vor allem jemand an der Macht, für den Gleichberechtigung noch immer ein Fremdwort ist. Und das wirkt, gerade im Hinblick auf das bevorstehende Spiel zwischen Deutschland und Ungarn, ganz schön aus der Zeit gefallen. Die Politiker rund um den Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter sind sich daher einig: Zeit, ein Zeichen zu setzen! 

München: Allianz-Arena soll in Regenbogenfarben erstrahlen

Beim Spiel zwischen Deutschland und Ungarn soll die Allianz-Arena am Mittwoch daher in Regenbogen erstrahlen. Ein klares Zeichen für Gleichberechtigung und Toleranz, das sich gleichzeitig auch gegen die veralteten Ansichten Viktor Orbáns ausspricht. Ein Antrag liegt der UEFA bereits vor. Und der ist mehr als deutlich: „Die Landeshauptstadt bekennt sich zu Vielfalt, Toleranz und echter Gleichstellung im Sport und in der ganzen Gesellschaft“, heißt es darin.

Hintergrund des Protestes ist ein vom ungarischen Parlament gebilligtes Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen im Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt. Doch auch unabhängig von der Gesetzesverabschiedung in Ungarn ist es höchste Zeit, ein Statement zu setzen. Wenn es etwas gibt, das immer noch viel zu kurz kommt, dann ist es ein gleichberechtigtes Leben. Und zwar für alle! Unabhängig von der sexuellen Orientierung.

UEFA schmettert Vorhaben ab

Für die UEFA ist das Thema längst wieder vom Tisch. Ein Stadion in Regenbogenfarben? Wird es beim Spiel zwischen Deutschland und Ungarn am kommenden Mittwoch nicht geben. "Die UEFA gibt ein einheitliches Stadiondesign vor. Und es gibt gute Gründe, dieses einheitliche Stadiondesign auch zu leben. Vielleicht muss man die Beleuchtung nicht unbedingt am Spieltag Mittwoch festmachen", so DFB-Pressesprecher Jens Grittner.

Es ist nicht das erste Mal, dass die UEFA mit einer Entscheidung bei der diesjährigen Europameisterschaft für Unmut und Verwirrung sorgt. Erst am vergangenen Samstag sorgte der Europäische Fußballverband beim Spiel zwischen Deutschland und Portugal für einen Eklat. Torwart Manuel Neuer trug während des Spiels eine Kapitänsbinde in Regenbogenfarben. Die UEFA nahm dies zum Anlass, um gegen den 35-Jährigen kurzzeitig zu ermitteln.

Auch am Mittwoch wird Neuer mit der farbenfrohen Binde am Oberarm auflaufen. Grund genug, dies als Aufforderung zu nehmen. Denn auch wenn die Allianz-Arena nicht in den Farben des Regenbogens erstrahlen wird, dann hoffentlich in einem farbenfrohen Meer aus Länder- und Pride-Flaggen!

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