Finanzen: 3 Optionen für Anfänger, um Geld anzulegen

Finanzen: 3 Optionen für Anfänger, um Geld anzulegen

Wer anfängt, sich etwas näher mit Geldanlage und Investieren zu beschäftigen, landet recht schnell bei der Börse. Dass es sich bei Fonds nicht um Suppe handelt, ist klar - doch was genau bedeutet diese Anlageform und was sind die Unterschiede zu Aktien und ETFs? Finanzexpertin Anke Pauli vom Finanzbildungsportal www.finanztheke.de erklärt in diesem Artikel die Unterschiede.

Aktien, ETFs und Fonds einfach erklärt

Bei der Geldanlage spielen neben der Rendite weitere Punkte eine wichtige Rolle, wie beispielsweise die Verteilung der Risiken, die Kosten für das investierte Geld sowie auch die Verfügbarkeit. Zudem sollten wir natürlich verstehen, wie wir unser Geld anlegen und müssen uns wohl damit fühlen.
Das Investieren in Aktien, Fonds und ETFs ist eine Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen und dank der Digitalisierung heutzutage für jede und jeden recht einfach zugänglich. Anke Pauli, Gründerin des Finanzbildungsportals www.finanztheke.de erläutert die 3 Geldanlagen etwas näher:

1. Aktien von Unternehmen

Gibt es Produkte in Ihrem Alltag, deren Qualität Sie überzeugt und die Sie sehr gerne nutzen? Seien es Kosmetika, Nahrungsprodukte, Ihr Smartphone, Laptop oder ihr Auto?

Schauen Sie mal nach – es könnte gut möglich sein, dass es sich um ein Unternehmen handelt, das an der Börse gelistet ist!

Wir nutzen oder konsumieren tatsächlich jeden Tag die Produkte von Aktiengesellschaften, ohne es zu wissen. Und wenn wir von diesen Unternehmen langfristig überzeugt sind – möglichst nach einer kleinen Analyse – können wir sogar an deren Unternehmensentwicklung teilhaben und Renditen erzielen.

Möglich ist das über den Kauf von Aktien! Hierfür benötigen Sie lediglich ein Wertpapierdepot.

Wenn Sie eine Aktie eines Unternehmens kaufen, das an der Börse gelistet ist, gehört Ihnen ein Teil dieses Unternehmens.

Steigt dann der Kurs dieser Aktie und hat einen höheren Preis, als den, den Sie gezahlt haben, können Sie über den Verkauf einen Gewinn erzielen.

Sie können sich natürlich überlegen, eine Aktie weiter zu halten, anstatt sie direkt bei einem Kursanstieg zu verkaufen. Vielleicht entwickelt sich das Unternehmen sehr gut und Sie sind weiterhin überzeugt? Aktien eignen sich gut für einen langfristigen Vermögensaufbau von 5 Jahren und mehr.

Viele Unternehmen schütten zudem ihren Gewinn in Form einer Dividende aus, die Sie auf Ihrem Konto ausgezahlt erhalten. Ein sehr willkommener Geldregen! Dafür ist es erforderlich, dass Sie die Aktien zum Zeitpunkt der Hauptversammlung in Ihrem Wertpapierdepot haben.

Als Aktionärin eines Deutschen Unternehmens werden Sie jährlich zur Hauptversammlung eingeladen und haben dort – je nach Aktienart – ein Stimm- und Rederecht.

Kaufen oder verkaufen Sie Aktien, dann fallen Kosten in Form von Ordergebühren an, die je nach Depotanbieter unterschiedlich sind.

Bei Aktien können Sie sich ganz gezielt Unternehmen herauspicken, von denen Sie überzeugt sind - von dessen Unternehmenskennzahlen sowie auch dessen Geschäftsmodell. Und Aktiengesellschaften gibt es unzählige, nicht nur in Deutschland!

Aktien sind allerdings nicht unbedingt für schwache Nerven geeignet, denn Aktienkurse können zwar steigen, aber auch fallen. Gerade auch in Krisenzeiten kann es zu starken Kurseinbrüchen kommen. Mit Aktien können Sie 100 % Verlust erleiden – andererseits gibt es nach oben hin keine Grenze!

Wenn Sie in Einzelaktien investieren möchten, sollten Sie sich vorher gut dazu informieren und unbedingt den Börsenspruch „Nicht alle Eier in einen Korb” beachten - sprich, nicht alles Geld auf nur eine Aktie setzen!

2. Fonds als sichere Bank

Bei Investmentfonds oder kurz Fonds investieren Sie Ihr Geld hingegen nicht nur in ein einzelnes Unternehmen wie bei einer Einzelaktie, sondern gleichzeitig in mehrere Unternehmen.
Fonds können Sie sich als eine Art Topf vorstellen, in den Anleger:innen Geld einzahlen. Um für uns Anleger:innen eine möglichst hohe Rendite zu erzielen, wird dieses Geld angelegt. Die Auswahl der Wertpapiere, in die der jeweilige Fonds investiert, trifft in diesem Fall eine Fondsmanagerin oder ein Fondsmanager und wählt diese nach bestimmten Kriterien aus.

Fonds investieren in Aktien, Anleihen, Immobilien oder auch andere Wertpapiere. Aufgrund des aktiven Eingriffs und die Verwaltung durch Menschen spricht man bei diesen Fonds auch von aktiv gemanagten Fonds. Fondsmanager:innen versuchen über die aktive Auswahl stetig eine höchstmögliche Rendite zu erzielen.

Fonds werden nicht wie Aktien an der Börse gehandelt. Sie können Fondsanteile in der Regel über Ihre Bank oder direkt über die Fondsgesellschaft kaufen.

Wie bei Aktien fallen auch bei Fonds beim Kauf und Verkauf Gebühren an. Kaufen Sie  Fondsanteilen, kommt zusätzlich meist noch ein sogenannter Ausgabeaufschlag hinzu.

Neben den Transaktionsgebühren fallen zudem noch laufende Gebühren für die Verwaltung der Fonds an, denn die Fondsmanager:innen müssen ja auch für ihre Arbeit bezahlt werden.

3. ETFs: Einfacher und günstiger Einstieg an der Börse

Mit unserer Geldanlage möchten wir eine möglichst hohe Rendite erzielen und Kosten sind immer ein Faktor, die diese schmälern. Aufgrund der recht hohen Kosten bei den aktiv gemanagten Fonds, erfreuen sich ETFs, kurz für Exchange Traded Funds, deshalb seit einiger Zeit unter Anleger:innen sehr großer Beliebtheit.

Auf Deutsch werden ETFs auch als Indexfonds bezeichnet, denn sie bilden lediglich einen Index nach. Im DAX Deutscher Aktienindex) sind die 40 größten Aktiengesellschaften Deutschlands gelistet. Kaufen Sie nun einen ETF auf den DAX, dann investieren Sie über Ihren DAX-ETF genau in diese 40 Unternehmen.

Mit ETFs haben Sie die Möglichkeit, in eine Vielzahl von Unternehmen gleichzeitig zu investieren. Und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit und über verschiedene Branchen hinweg.

Je breiter Sie sich mit ihrer Geldanlage aufstellen, desto besser können Sie mögliche Risiken verteilen.

Da ETFs genau wie Aktien an der Börse gehandelt werden, unterliegen auch sie den Marktgegebenheiten und können somit auch stark schwanken.

ETFs eignen sich vor allem für einen langfristigen Vermögensaufbau von 10 Jahren und mehr. Viele Anleger:innen nutzen dies als zusätzliche Altersvorsorge.

Verkaufen Sie Ihre ETF-Anteile zu einem höheren Kurs als beim Kauf, erzielen Sie damit genau wie bei Aktien und Fonds einen Gewinn.

Hinzu kommt bei ETFs noch eine Dividende, bei der Sie wählen können, ob diese auf Ihr Konto ausgezahlt oder wieder re-investiert werden soll.

Beim Kauf und Verkauf von ETF-Anteilen fallen in der Regel Transaktionsgebühren an. ETF-Sparpläne, mit denen Sie monatlich automatisch in ETFs investieren können, gibt es bei vielen Depot-Anbietern mittlerweile sogar schon gebührenfrei. Einen Ausgabeaufschlag wie bei aktiv gemanagten Fonds gibt es bei ETFs nicht.
Laufende Kosten, die pro Jahr anfallen, sind bei ETFs wesentlich geringer als bei aktiven Fonds.

Die Gemeinsamkeiten von Aktien, aktiven Fonds und ETFs

Bei allen 3 Anlageformen werden Sie nicht über Nacht reich - Sie sollten hier einen langen Atem mitbringen, denn Aktien, Fonds und ETFs sind vor allem für einen langfristigen Vermögensaufbau von 10 Jahren und mehr gedacht.

Auf die Gewinne durch den Verkauf von Anteilen sowie auch auf die Dividende zahlen Sie Steuern. Sie sollten deshalb darauf achten, einen Freistellungsauftrag einzurichten.

Anders als bei Immobilien können Sie im Falle recht schnell über Ihr Geld verfügen und Anteile verkaufen. Bei Aktien und ETFs zu Börsenöffnungszeiten über Ihr Depot, bei Fonds über Ihre Bank oder den Fondsanbieter.

Wichtig für alle Arten der Geldanlage ist: Beschäftigen Sie sich vorab einmal intensiv damit und informieren Sie sich gut, damit Sie verstehen, wie Sie Ihr Geld anlegen und auch in Krisenzeiten entspannt bleiben!

Über die Expertin

Anke Pauli ist Gründerin des Finanzbildungs-Portals www.finanztheke.de, auf dem sie zusammen mit anderen Fachfrauen praktisches Finanzwissen zu Finanzplanung, Altersvorsorge, Investieren in Aktien, ETFs, Krypto und mehr vermittelt.
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Haftungsausschluss: Aktien, ETFs, Fonds und andere Wertpapiere sind immer mit Risiken behaftet. Dieser Artikel sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Sie wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus öffentlichen Quellen übernommen. Alle zur Verfügung gestellten Informationen (alle Gedanken, Prognosen, Kommentare, Hinweise, Ratschläge etc.) dienen allein der Bildung und der Unterhaltung. Eine Haftung für die Richtigkeit kann in jedem Einzelfall trotzdem nicht übernommen werden.

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