Zusatzleistungen Frauenarzt: Was ist sinnvoll?

Zusatzleistungen beim Frauenarzt: Was ist sinnvoll?

Beim Frauenarzt gibt es kaum noch eine Vorsorgeleistung auf Kasse. Doch welche IGeL-Kosten beim Gynäkologen sind wirklich sinnvoll und welche nicht? Am Ende müssen Sie entscheiden, ob und welche Zusatzleistungen Sie für sich in Anspruch nehmen.

Vorsorgetermin Zusatzleistungen Frauenarzt
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IGeL statt Kasse?

“Herkömmliche Untersuchung oder mit Ultraschall?" Kaum hat man auf DEM Stuhl platzgenommen, muss man sich mit den Kosten der jeweiligen Untersuchung befassen. Viele Frauen sind überfordert, denn wie soll man als Laie Fragen beantworten, die Einfluss auf die künftige Gesundheit haben könnten? Was passiert mit einem, wenn man Kasse statt IGeL, also die individuelle Gesundheitsleistung, wählt? Das ist die Frage, die einen lange über den Untersuchungstermin hinaus beschäftigen kann.

Dazu kommt, dass Ärzte innerhalb eines Gebührenrahmens die Kosten für IGeL-Leistungen selbst festlegen dürfen. Wer heute zum Frauenarzt geht, muss sich also so verhalten, als würde er eine neue Waschmaschine oder ein neues Auto kaufen: Die Verbraucherzentrale rät zum Preisvergleich in verschiedenen Arztpraxen. Überall, wo es ums Geldverdienen geht ist die Frage berechtigt: Braucht man die angepriesenen Leistungen überhaupt? Ein IGeL-Monitor kann hier helfen, der auf Grundlage wissenschaftlicher Studien den Nutzen von Selbstzahlerleistungen bewertet. 

Zusatzleistungen beim Frauenarzt

Frühererkennung Eierstockkrebs

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen ein jährliches Abtasten ab dem 20. Lebensjahr. Eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke wird nur von der Kasse übernommen, wenn es einen Verdacht auf Eierstockkrebs gibt. Ansonsten ist dies eine IGeL-Leistung, die zwischen 25 und 53 Euro kostet. Laut IGeL-Monitor raten viele ärztliche Fachgesellschaften ohne Verdachtsmoment von der Untersuchung ab.

Früherkennung Gebärmutterhalskrebs

Um Gebärmutterhalskrebs frühzeitig zu erkennen, wenden Gynäkologen die sogenannte "Dünnschichtzytologie" an – dabei wird Zellmaterial vom Gebärmutterhals entnommen und im speziellen Zytologielabor auf verdächtige Zellen untersucht. Der Vorteil: Das Einschicken der Gewebeprobe ins Zytologielabor soll genauer sein, als der "Pap-Test", den gesetzliche Krankenkassen jährlich für Frauen ab 20 Jahren zahlen. Laut IGeL-Monitor kostet die Zusatzleistung ebenfalls zwischen ca. 23 und 53 Euro.

Früherkennung Brustkrebs

Normalerweise können Frauen zwischen 50 bis 69 jedes zweite Jahr zur Mammographie gehen – soweit die Kasse. Eine Ultraschalluntersuchung kostet extra und zwar lt. IGeL-Monitor zwischen 26 und 60 Euro – der Nutzen ist allerdings noch den Beweis schuldig. Wenn bei Ihnen ein Verdacht auf Brustkrebs vorliegt oder Sie familiär belastet sind, dann werden diese Kosten in der Regel von der Kasse übernommen, auch werden Frauen dann meist einmal jährlich zur Mammographie geschickt. 

Früherkennung Harnblasenkrebs

Als “tendenziell negativ" wird laut IGeL-Monitor diese Methode zur Früherkennung von Harnblasenkrebs bewertet. Mit dem sogenannten "NMP22-Test", der ca. 31 bis 41 Euro kostet, kann im Harn zwar eine von Tumoren vermehrt gebildete Substanz nachgewiesen werden. Die Treffsicherheit des Tests gilt bisher allerdings als mangelhaft bzw. als mangelhaft untersucht – tatsächlich stellten sich die meisten positiven Testbefunde sogar als falsch heraus!

Fazit: 

Ob Sie Geld für IGeL-Leistungen ausgeben wollen oder nicht, das können nur Sie persönlich entscheiden. Da die Preise für die Untersuchungen ums Doppelte variieren, ist ein Preis-Check sicherlich sinnvoll. Ein Frauenarzt des Vertrauens wird Ihnen aber keine Leistungen aufschwatzen, sondern so beraten, wie es für Sie am besten ist.

Aber: Zur Krebsvorsoge beim Frauenarzt sollte jede Frau ab dem 20. Lebensjahr gehen. Zu diesem Termin gehören das Anamnesegespräch, das Abtasten der Brust sowie die Untersuchung mit dem Spekulum, um einen Abstrich von Scheidenwand und Gebärmutterhals nehmen. Bei Frauen ab dem 30. Lebensjahr zahlt die Kasse einmal jährlich eine Brustuntersuchung.

Hinweis: Tasten Sie Ihre Brust zwischen den Vorsorgeterminen regelmäßig selbst ab – das kann Leben retten!

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