7. Juli 2021
Mehltau bekämpfen: Die schnellsten Tipps und Tricks

Mehltau bekämpfen: Die schnellsten Tipps und Tricks

Falscher und Echter Mehltau befallen zahlreiche Gartenpflanzen. Wie Sie die beiden Pilzerkrankungen voneinander unterscheiden und erfolgreich bekämpfen können, erklären wir Ihnen hier!

Schönes Wetter zieht nicht nur uns in den Garten. Auch Schädlinge wie Thripse und Blattläuse machen es sich um diese Zeit gerne auf unseren Pflanzen bequem. Neben klassischen Schädlingen werden Hobbygärtner aber immer wieder auch von Pilzen auf die Probe gestellt. Zu den wohl bekanntesten Pilzerkrankungen zählen Falscher und Echter Mehltau. Begünstigt werden die beiden Arten beispielsweise durch falsches Düngen, Gießen oder Pflanzen. Um die Pilzerkrankungen erfolgreich zu bekämpfen, ist es wichtig, herauszufinden, um welche Sorte es sich handelt. Denn Falscher und Echter Mehltau unterscheiden sich in den Bekämpfungsmethoden.

Mehltau bekämpfen: Die schnellsten Tipps und Tricks

Echter Mehltau: Woran erkenne ich ihn?

Der Echte Mehltau ist ein Schönwetterpilz. Verbreitet sich also nur, wenn es ausreichend warm ist. Er befällt die Oberseite der Blätter. Zu Beginn ist auf den Blättern ein weißer, puderartiger Belag zu sehen, der zu weißem Schimmel ausreift. Die Blätter rollen sich häufig auf und fallen nach einiger Zeit ab. Rosen, Rittersporn, Zucchini, Phlox, Astern sowie Gurken, Möhren und Stachelbeeren sind vom dem Pilz am häufigsten betroffen.

Echter Mehltau: So bekämpfen Sie ihn

Befallene Pflanzenteile sollten möglichst schnell entfernt und entsorgt werden. Bei der Bekämpfung von Mehltau schwören viele Hobbygärtner auf eine Behandlung mit Milch. Diese muss jedoch frisch sein. H-Milch erzielt keinen erwünschten Effekt. Rohmilch können Sie beispielsweise im Bioladen kaufen. Mischen Sie die Rohmilch im Verhältnis 1:8 mit Wasser. Die Pflanze können Sie nun alle paar Tage mit der Mischung einsprühen. Die in der Milch enthaltenen Mikroorganismen bekämpfen den Pilz auf ganz natürliche Weise - ganz ohne Chemie! Anstelle von Rohmilch können Sie übrigens auch Molke oder Buttermilch zur Bekämpfung von Echtem Mehltau einsetzen.

Eine weitere Möglichkeit, um Echten Mehltau zu bekämpfen, ist eine Mischung aus Backpulver, Rapsöl und Wasser. Das im Backpulver enthaltene Natron löst bei Kontakt mit Wasser eine chemische Reaktion aus, die dem schädlichen Pilz gar nicht gut bekommt. Das im Öl enthaltene Lecithin fungiert außerdem als natürliches Abwehr- und Pflanzenschutzmittel und ist auch häufig in handelsüblichen Schädlingsbekämpfungsmitteln zu finden.

Um Echten Mehltau zu bekämpfen, müssen Sie zuerst ein Päckchen Backpulver mit etwa 20 Millilitern Rapsöl und zwei Litern Wasser vermischen. Bringen Sie die Mischung danach etwa alle zwei Wochen auf die betroffenen Pflanzenteile auf. Das Hausmittel ist übrigens auch bestens geeignet, um Falschem Mehltau vorzubeugen. Doch Achtung! Die Behandlung sollte mehrere Male wiederholt werden. Durch Regen wird die Mischung schnell abgewaschen. Der Falsche Mehltau kann sich dann wieder ungehindert ausbreiten. Eine günstige Familienpackung Backpulver können Sie hier bestellen>>

Falscher Mehltau: Daran erkennen Sie ihn

Im Gegensatz zu Echtem Mehltau, liebt Falscher Mehltau Feuchtigkeit. Der Pilz ist also ein Schlechtwetterpilz. Unter diesen Bedingungen kann er sich am besten ausbreiten und die Pflanzen befallen. Auf der Unterseite der Blätter ist für gewöhnlich grauer Schimmel zu sehen. Auf der Oberseite zeigen sich dagegen markante Verfärbungen und Flecken, die gelb oder braun schimmern. Der Pilz wächst teilweise in das Pflanzengewebe hinein, darum können diese sichtbaren Stellen auch nicht weggewischt werden. Zu den besonders betroffenen Pflanzen zählen etwa Erbsen, Feldsalat, Kopfsalat, Kohl, Radieschen, Rettich, Schwarzwurzeln, Spinat, Zwiebeln und Weinreben.

Falscher Mehltau: So bekämpfen Sie ihn

Wie beim Echten Mehltau gilt auch beim Falschen: Befallene Blätter müssen entfernt werden. Sollte die betroffene Pflanze besonders stark von Mehltau befallen sein, können Sie diese auch zurückschneiden. Wichtig: Entsorgen Sie die Pflanzenteile nicht im Kompost, sondern geben Sie diese lieber in einem luftdicht verschlossenen Beutel mit in den Hausmüll. Vorhandene Sporen könnten sich durch den Wind verbreiten und Ihre Pflanzen erneut gefährden.

Falscher Mehltau wird am besten mit Ackerschachtelhalmsud bekämpft. Geben Sie hierfür 500 Gramm frische Ackerschachtelhalme in 4-5 Liter Wasser und weichen Sie diese für ca. 24 Stunden ein. Danach können Sie die Mischung mit Wasser verdünnen und in eine Sprühflasche geben. Der hohe Kieselsäuregehalt stärkt außerdem die Pflanzen. Das macht sie deutlich weniger anfällig für Mehltau. Alternativ können Sie auch einen Sud aus Rainfarn kochen. Das Rezept finden Sie hier>>

Mehltau vorbeugen: Das können Sie für Ihre Pflanzen tun

Mit vorbeugenden Maßnahmen können Sie Falschem und Echtem Mehltau das Handwerk legen. Befolgen Sie diese Tipps, werden Ihre Pflanze weniger anfällig für die Pilzkrankheit:

  • Stärken Sie die Abwehrkräfte Ihrer Pflanzen mit speziellen Stärkungsmitteln. Besonders beliebt ist dieses biologische Produkt von Planteen>>
  • Setzen Sie Basilikum, Kerbel oder Schnittlauch zwischen die betroffenen Pflanzen. Sie werden vom Mehltau gemieden.
  • Achten Sie auf ausreichend Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen. Wird es zu eng, fördert dies Stress bei den Pflanzen. Sie sind dann deutlich anfälliger für Krankheiten wie Mehltau und Schädlinge wie Blatt- und Wollläuse.
  • In Maßen düngen! Eine Überdüngung kann Mehltau ebenfalls begünstigen.
  • Halten Sie die Blätter von besonders anfälligen Pflanzen stets trocken. Feuchtigkeit fördert Falschen Mehltau und bietet die perfekte Grundlage, damit der Pilz sich ausbreiten kann.
  • Gießen Sie die Pflanzen (falls möglich) immer von unten. So wird das Blattwerk nicht feucht und der Falsche Mehltau kann sich nur schwer ausbreiten.
  • Unkräuter werden besonders häufig von Mehltau befallen. Werden diese nicht entfernt, kann der Pilz auf benachbarte Pflanzen übergreifen. Entfernen Sie diese daher in regelmäßigen Abständen.
  • Betroffene Pflanzenteile sollten nach dem Abschneiden auf keinen Fall im Kompost, sondern (luftdicht) im Hausmüll entsorgt werden. Die Sporen von Falschem und Echtem Mehltau könnten sich sonst erneut im Garten verbreiten.

Ist Mehltau gesundheitsschädlich?

Mehltau ist für die Bildung toxischer Stoffe bekannt, ist aber nicht giftig. Vorsicht ist trotzdem geboten. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie von Mehltau befallenes Obst, Gemüse und Kräuter nicht verzehren. Die Pilze sondern Allergene ab, die bei einigen Menschen zu teils heftigen Reaktionen führen können.

Auch Menschen, die keine Allergien haben, sollten Mehltau mit Vorsicht behandeln. Die herumfliegenden Sporen des Mehltaus können zu Juckreiz, Rötungen, Quaddeln oder Atembeschwerden führen. Tragen Sie bei der Entfernung von Mehltau immer Handschuhe, ggf. auch eine Atemmaske. Danach sollten Sie die getragene Kleidung unverzüglich in die Wäsche geben und duschen gehen. Überreste der Sporen können auch in den Haaren und auf der Haut zurückbleiben.

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