Vitamin-D-Mangel als Ursache für Verstopfung

Vitamin-D-Mangel als Ursache für Verstopfung

Vitamin D bezeichnet eine Reihe von fettlöslichen Vitaminen wie Vitamin D2 oder Vitamin D3. Diese Vitamine tragen im Körper zu einer Reihe von wichtigen Funktionen bei: So beteiligt sich Vitamin D unter anderem am Knochenstoffwechsel sowie an weiteren Stoffwechselvorgängen. Weniger bekannt ist, dass ein Mangel an Vitamin D verschiedene Krankheitsbilder – darunter auch Magen- oder Darmerkrankungen – auslösen kann. Der nachfolgende Artikel zeigt mögliche Zusammenhänge zwischen einer (chronischen) Verstopfung sowie Vitamin-D-Mangel auf.

Nahrung mit Vitamin D
© yulka3ice/iStock

Vitamin D als Sonderfall unter den Vitaminen

Bei Vitamin D handelt es sich streng genommen gar nicht um ein „echtes” Vitamin. Vielmehr kann der menschliche Körper das Vitamin selbst bilden, sofern er ausreichend Sonnenstrahlung aufnimmt. Rund 80 bis 90 Prozent und somit den größten Teil nimmt der Körper durch Sonnenlicht auf. Die übrigen zehn bis 20 Prozent nimmt der Körper über die Nahrung auf.

Wie „gut” oder wie „schlecht” Vitamin D vom Körper synthetisiert wird, richtet sich nach unterschiedlichen Faktoren wie beispielsweise der Jahreszeit oder dem individuellen Hauttypen aus. Dennoch haben viele Menschen meist unbemerkt einen Mangel an Vitamin D. So schöpft die Mehrzahl der in Deutschland lebenden Bevölkerung laut Angaben der Deutschen Ernährungsgesellschaft das Potenzial von Vitamin D nicht oder nicht vollständig aus.

Warum Vitamin D für die körpereigene Verdauung wichtig ist

Vitamin D spielt unter anderem deshalb eine wichtige Rolle für die Darmgesundheit, da es sich aktiv an der Bildung antimikrobieller Abwehrstoffe beteiligt. Zudem regulieren die durch das Vitamin D ausgesendeten Signale entzündliche Reaktionen im Darm. Kommt es zu einem Vitamin-D-Mangel, so ist der menschliche Darm folglich weniger leistungsfähig.

Denn dann regt der Botenstoff die Darmschleimhaut nicht mehr dazu an, Zellen zu produzieren und so eine aktive Schutzbarriere aufzubauen. Tritt infolge einer Unterversorgung Verstopfung auf, ist die Schleimhaut des Darms bereits in eine Schieflage geraten und durchlässig geworden. Gerät die Darmflora aufgrund von Vitamin-D-Mangel in ein dauerhaftes Ungleichgewicht, kann dies weitreichende Folgen haben: Langsamere Darmbewegungen, eine verkrampfte Muskulatur sowie Blähungen. Dementsprechend vermuten Mediziner, dass das Symptom Verstopfung bei Vitamin-D-Mangel ebenfalls vermehrt auftreten kann.

Vitamin-D-Mangel geht häufig mit einer chronischen Verstopfung einher

Im Jahre 2019 konnten Wissenschaftler im Rahmen einer Untersuchung mit mehr als 80 Proband:innen mögliche Zusammenhänge zwischen einem Vitamin-D-Mangel und einer chronischen Verstopfung nachweisen. So war es in vielen Fällen möglich, anhand des Vitamin-D-Spiegels im Blut einen kausalen Zusammenhang nachzuweisen. Ebenfalls schließen die Wissenschaftler einen Zusammenhang mit Vitamin D und dem sogenannten Reizdarm-Syndrom nicht aus.

Da sich ein Großteil des Immunsystems im Darm befindet und auch die sogenannten Vitamin-D-Rezeptoren dort zu finden sind, wirkt sich ein Vitaminmangel auf die Anfälligkeit gegenüber Entzündungen aus. Im Jahre 2015 fanden Forscher in einer Studie heraus, dass weit mehr als 80 Prozent der Patienten, die an einem Reizdarmsyndrom litten und beispielsweise häufig Verstopfung hatten, einen Mangel an Vitamin D aufwiesen.

Vitamin-D-Mangel und Verstopfung in den Griff bekommen

Um die Produktion von Vitamin-D im Körper anzukurbeln, sollten Betroffene häufiger in die Sonne gehen. Insbesondere während der dunklen Jahreszeit sollte man auch tagsüber täglich einige Minuten spazieren gehen. Liegt ein erheblicher Mangel vor, so lässt sich diesem mit der Gabe von Vitamin D-Präparaten entgegenwirken. Hierbei sollte allerdings auf die Dosierung geachtet werden, damit nach einiger Zeit kein Überschuss aufkommt.

Wer täglich in großen Mengen Vitamin D zuführt, bekommt möglicherweise einen erhöhten Kalziumspiegel und damit einhergehende Symptome wie Bauchschmerzen, Erbrechen oder Übelkeit. Solche Überdosierungen treten jedoch lediglich in seltenen Fällen auf und nur dann, wenn die tägliche Dosis an Vitamin D 4.000 IE überschreitet. Auch über die Ernährung lässt sich ein Vitamin-D-Mangel teilweise ausgleichen. Zu den Lebensmitteln, die viel Vitamin D enthalten, gehören beispielsweise Avocados, Cashew-Nüsse, Thunfisch sowie dunkle Schokolade.

Wichtig bei Darmerkrankungen ist ebenfalls, Stress zu vermeiden. Betroffene sollten ausreichend schlafen und sich im Alltag Ruhepausen gönnen, damit die Nahrung optimal aufgenommen und verarbeitet werden kann. Zudem tun lange Spaziergänge gut, da der Körper auf diese Weise im Sommer ausreichend Vitamin D aufnimmt und außerdem die Darmbewegungen an der frischen Luft angeregt werden. Falls die Verstopfung akut besteht, helfen Abführmittel kurzzeitig als Unterstützung, bis der Vitamin-D-Mangel behoben ist.

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