11. August 2021
Minimalistisch wohnen: So gelingt der klare und aufgeräumte Wohn-Look

Minimalistisch wohnen: So gelingt der klare und aufgeräumte Wohn-Look

Der minimalistische Wohn- und Lebensstil beschränkt sich auf wenig und besonders pflegeleichtes Inventar. Die besten Tipps, wie Sie dieses clevere Einrichtungskonzept Schritt für Schritt etablieren können.

Schreibtisch in Schlafzimmer
© Unsplash/Hutomo Abrianto

Die Faustregel des minimalistischen Wohnens lautet: Weniger haben, mehr leben. Sie besitzen nur das, was Sie wirklich regelmäßig gebrauchen. Es wird sich daher auf das Nötigste beschränkt, Platz geschaffen, Ballast abgeworfen.

Eine faszinierende Idee, die sich in der Praxis aber nicht immer so einfach umsetzen lässt, wie zunächst vermutet werden könnte. Wer hängt nicht an dem einen oder anderen Gegenstand, der kaum einen echten Nutzen, dafür aber beispielsweise einen hohen Erinnerungswert hat?

Die Vorteile des reduzierten Lebensstils liegen jedoch auf der Hand: Das Zuhause wirkt geräumiger. Es wird weniger Geld für Überflüssiges ausgegeben. Der Aufwand für lästiges Aufräumen und Putzen reduziert sich. Und das Leben scheint insgesamt flexibler zu werden. Wie außen, so innen: Der Kopf wird frei, es bleibt Zeit für andere Dinge. 

Platz schaffen

Zunächst geht es ans Entrümpeln und Aussortieren all jener Gegenstände, die keinem realen Zweck dienen oder nicht glücklich machen. Dazu können nicht mehr getragene Kleidungsstücke, veraltete Fachbücher und ungeliebte Dekostücke ebenso gehören wie manche Möbel, die gar nicht genutzt werden und nur unnötig Platz beanspruchen.

Diesen ersten und wichtigsten Schritt sollten Sie vom Zeitbedarf her nicht unterschätzen: Nicht selten tauchen nach vielen Monaten immer noch Fundstücke im Haushalt auf, die lediglich herumliegen und als Staubfänger fungieren.

Das Ausmisten, auch „Decluttering“ genannt, sollte daher nach System erfolgen. So ist es sinnvoll, die chaotischsten Problemzonen als Erstes abzuarbeiten, damit schon mal eine Grundordnung entsteht. Ideal ist es dann, die Wohnräume Stück für Stück nacheinander auszumisten und sich so durch den gesamten Wohnbereich durchzuarbeiten. Zusätzlich enthält eine professionelle Entrümpelung auch einen Plan, was mit Haushaltsgegenständen passieren soll, die entsorgt werden sollen, aber noch gut in Schuss sind. Plattformen zum Verkaufen oder zum Verschenken sind eine gute Möglichkeit, Fotos von Möbeln oder Wohnaccessoires hochzuladen, um sie möglichst nachhaltig in gute Hände zu geben und nicht einfach wegzuwerfen.

Farben und Formen zusammenstellen

Auch hinsichtlich der Wahl von Farben und Formen gilt beim Minimalismus das Prinzip des „Weniger ist mehr“. Schlichte Farbgebungen in Weiß, Grau, Beige, Schwarz mit all ihren Zwischentönen oder sanftere Pastelltöne bilden eine gute Basis. Für die optische Betonung bestimmter Bereiche in der Wohnung kommen bevorzugt unterschiedliche Texturen und Materialien zum Einsatz. Bei puristischen Einrichtungskonzepten sind Sie stilistisch übrigens keineswegs festgelegt: So können den Gesamtstil beispielsweise skandinavisch ausrichten, auch der Landhausstil oder Industrial-Style bieten sich zum Beispiel an.

Legen Sie bei der Auswahl der Einrichtungsgegenstände den Fokus auf Klarheit. Schlichte Kugeln, Kuben und Quader entsprechen dem Purismus-Stil optimal.

In Maßen dekorieren

Sie müssen nicht rigoros alle Deko-Elemente aus Ihrem Wohnumfeld verbannen. Vermeiden Sie aber ein unruhiges Gesamtbild und reduzieren Sie Ihre Sammlung vor allem um sehr verzierte und verschnörkelte Stücke. Zusammengehörige Gruppen in ungeraden Zahlen unterstreichen den minimalistischen Wohnstil. Ein Beispiel dafür sind drei weiße Vasen oder Kerzenhalter, gern in unterschiedlicher Größe.

Damit es trotz allem behaglich bleibt, bieten sich ein schönes Kissen, eine weiche Decke oder ein hübsches Strickplaid an. Wählen Sie einige wenige ausgesuchte Textilien in Nuancen, die auf der grundlegenden Farbpalette Ihrer Inneneinrichtung zu finden sind.

Sparsam dekorierte Wände

Für einen ruhigen Gesamteindruck in Ihrem neu gestalteten Zuhause sollten die Wände nur ganz reduziert behängt werden.

Das eine heißgeliebte Bild darf dennoch an die Wand: an einem ganz besonderen Platz und mit durchdachter Beleuchtung perfekt in Szene gesetzt. Zum minimalistischen Wohnstil passen schnörkellose Motive wie geometrische Muster, ein vereinzeltes Wand-Tattoo sowie Typografien. Die Rahmen für Bilder sollten ebenfalls entsprechend schlicht gehalten sein, um das abgebildete Motiv in den Vordergrund treten zu lassen.

Fensterdeko verschlanken – Schiebegardinen, Rollos und Plissees

Wallende Gardinen in Überlänge oder wild gemusterte Fensterbehänge sind im Minimalismus passé. Schlanke, unauffällige Fensterdekorationen hingegen vervollkommnen das Gesamtbild, wie zum Beispiel platzsparende Schiebegardinen. Sie fallen in ultra-glatten und schmalen Stoffbahnen herab und verbreiten im Raum eine klar strukturierte und aufgeräumte Atmosphäre. Eine Alternative zu Schiebegardinen sind auch klassische Rollos, Plissees mit Faltenoptik oder Doppelrollos.

Achten Sie bei der Farbauswahl allerdings darauf, dass die Fensterdekorationen wie alle anderen Wohntextilien mit der Basis-Farbpalette harmonieren. Statt verspielter Designs bilden eher ruhige Optiken oder leichte Texturen die ideale Ergänzung zum Wohntrend.

Kleinkram überprüfen und wegräumen

Es gibt sie überall in der Wohnung: Ansammlungen einzelner Dinge, die einen unordentlichen Eindruck vermitteln und sich selten dort befinden, wo sie zuletzt gesehen wurden. Im Home-Office finden sich kleinere Chaos-Ecken ebenso wie in der Küche. Am Arbeitsplatz sind es manchmal Berge von Notizzetteln oder ganze Kollektionen von Kugelschreibern und Textmarkern, die gar nicht mehr funktionieren. Im Küchenbereich sind es oft ungenutzte Brotbackmaschinen und Entsafter bis hin zu angebrochenen Gewürztüten oder Tee-Schachteln jenseits des Verfallsdatums.

Tipp: Teilen Sie jedem Gegenstand einen festen und versteckten Platz zu, am besten in verschließbaren Dosen und Gläsern hinter Schranktüren. Offene Regale mit Krimskrams wirken chaotisch und widersprechen dem Minimalismus. Hübsche Aufbewahrungsboxen in harmonierenden Farbtönen lösen das Problem im Handumdrehen und schaffen eine pflegeleichte und zeitsparende Ordnung, die vor allem von langfristiger Dauer ist.

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