Streetstyle-Star Monica Ainley verrät ihre Geheimtipps für die ultimative French Girl Beauty Routine

Wenn jemand das Geheimnis des French Girl Beauty Looks kennt, dann ist es niemand Geringeres als die Journalistin und Influencerin Monica Ainley.

Monica Ainley

Streetstyle-Star und Journalistin Monica Ainley lebt seit zehn Jahren in Paris.

© Foto: Edward Berthelot/Getty Images

Als Monica Ainley nach Paris zog, strebte sie keineswegs danach, sich den stereotypen "French-Girl-Look" anzueignen. Sie betrachtete ihn lange als ein Internet-Märchen. Doch nach über zehn Jahren in der französischen Hauptstadt hat sich ihre Perspektive maßgeblich verändert. Heute, wenn sie ins Ausland reist, hört sie oft den Satz: "Sie sehen jetzt so französisch aus!" Für Ainley ist französische Schönheit jedoch kein festgelegter Style, sondern vielmehr eine innere Haltung und eine entspannte Beziehung zu den eigenen kleinen Unvollkommenheiten.

Die befreiende Akzeptanz der Natürlichkeit

Dieser Wandel ist tiefgreifend und lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Selbstbräuner sucht man in ihrem Badezimmer vergebens, aus Angst vor der sozialen Ächtung in ihrem Viertel. Auch langes blondes Haar reizt sie nicht mehr. Die kulturelle Prägung scheint abgeschlossen: Ein lockerer Bob ist für sie zur idealen Frisur geworden. Wer lange genug in dieser Stadt lebt, übernimmt unweigerlich bestimmte kulturelle Gewohnheiten und vergisst mit der Zeit, wie anders man es früher handhabte.

Die vielleicht befreiendste Entwicklung ist ästhetischer Natur: die liebevolle Akzeptanz körperlicher Eigenheiten. Wenn man an bekannte Pariser Schönheiten denkt, fallen diese selten durch Makellosigkeit auf. Persönlichkeiten wie Charlotte Gainsbourg oder ihre Mutter Jane Birkin, Lou Doillon, Vanessa Paradis mit ihrem charmanten Zahnlücken-Lächeln oder Laetitia Casta wirken stets natürlich und unaufgeregt. Selbst Golshifteh Farahani zeigte sich unlängst im französischen Fernsehen mit natürlichen Augenbrauen und selbstverständlich sichtbaren grauen Haaren, was ihre Botschaft unterstreicht: Es gibt Wichtigeres als Perfektion. Diese Frauen versuchen nicht, ihre individuellen Merkmale zu verbergen, sondern heben sie gekonnt hervor, wie es auch der French Chic in der Mode lehrt.

So lebt Monica Ainley den French Look

Diese Philosophie ist erstaunlich schlicht: Es geht darum, eine gute Basis zu schaffen, ein markantes Merkmal zu betonen und dem Rest Freiraum zu lassen. Doch wie lässt sich dieser Ansatz konkret in der täglichen Beauty-Routine umsetzen? Monica Ainley teilt ihre persönlichen Rituale, die sie in Paris entwickelt hat und die den Kern dieser natürlichen Schönheit ausmachen.

#1 Morgenrituale für einen frischen Start

Französische Frauen pflegen eine fast religiöse Hingabe an ihr Lymphsystem, und auch Monica Ainley hat diese Praxis adaptiert. Einst hielt sie regelmäßige Lymphdrainage-Termine für übertrieben, bis eine Kobido-Gesichtsbehandlung sie vollends überzeugte. Heute geht es ihr morgens darum, ihr Gesicht zu beleben, statt es zu kaschieren. Sie beginnt mit einem Vitamin-C-Serum, gefolgt von Hyaluronsäure, um die Haut zu nähren und zu hydratisieren. Dieses Ritual sorgt für einen wachen und frischen Teint.

Anschließend verwendet sie ihren Rosenquarz-Gua-Sha. Fünf Minuten lang arbeitet sie sich sanft nach oben, was die Durchblutung anregt und ein vitales Aussehen verleiht. Das Ergebnis ist ein frisches Gesicht, das jedoch immer noch authentisch wirkt. Wenn berufliche Unterstützung gefragt ist, bucht sie gelegentlich eine Kobido-Behandlung bei Barbara Sand in Paris, die auch Körperlymphmassagen anbietet. Eine beliebte Alternative ist FaceStellar. Für den Extra-Frischekick am Morgen dient Sisleys Black Rose Eye Contour Fluid als perfekte Basis für Augen-Make-up. Auch in anderen Kulturen gibt es faszinierende weltweite Schönheitsgeheimnisse, die oft auf natürliche Methoden setzen.

#2 Die Kunst des "Teints" und authentische Akzente

Vor einer Hochzeit beobachtete Monica Ainley ihre Schwägerin, eine französische Beauty-Expertin, die beiläufig erklärte, sie gehe "faire son teint" machen, also "ihren Teint herrichten". Hierbei geht es nicht darum, die Haut zu verstecken, sondern sie optimal zur Geltung zu bringen. Die entscheidenden Schritte sind eine leichte Foundation und ein cremiges Rouge, die ein natürliches Hautbild bewahren. Perfektion spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

Der leicht verschlafene, rosige Glow ist in Frankreich ein fester Bestandteil des Schönheitsideals. Monica Ainley trägt daher stets den Flush Balm von Merit Beauty in der Farbe Stockholm in ihrer Handtasche. Ein paar gezielte Tupfer auf Wangen und Nasenrücken verleihen einen natürlichen, frischen Effekt, als ob man gerade vom Spaziergang käme. Auch der Trend der Blurry Lips ist eine bewusste Entscheidung vieler Pariserinnen. Der Lippenstift wird dabei leicht verwischt aufgetragen, die Konturen sind weich und absichtlich nicht perfekt. Monica Ainley verwendet die Nuance En Feu von Violette Fr in mehreren Schichten, bis die Farbe wie ein natürlicher Teil des Gesichts wirkt. Dieser Look harmoniert hervorragend mit einem schwarzen Blazer und den neutralen Farben, die im Pariser Alltag bevorzugt werden.

#3 Natürliche Details für ein individuelles Statement

Buschige Brauen sind ein weiteres Merkmal dieser entspannten Ästhetik. Hier werden die Augenbrauen eher nach oben gebürstet als streng geformt. Ein kurzer Swipe mit Brow 1980 von Merit Beauty reicht hierfür vollkommen aus. Diese unkomplizierte Herangehensweise unterstreicht die natürliche Form und den Charakter des Gesichts. Gelegentlich entfernt Monica Ainley noch einzelne Härchen von ihrem Muttermal, doch sie erwägt, auch dies in Zukunft einfach so zu lassen. Es ist diese gelassene Akzeptanz der eigenen Einzigartigkeit, die die wahre Essenz der Pariser Schönheit ausmacht, jenseits jeglicher Klischees.

French Girl? Mehr als ein Look

Monica Ainley zeigt eindrucksvoll, dass wahre "French Girl Beauty" weit über oberflächliche Trends hinausgeht. Es ist eine Haltung, die Natürlichkeit, Selbstakzeptanz und eine unaufgeregte Eleganz in den Vordergrund stellt. Durch kleine, bewusste Routinen und eine Wertschätzung der eigenen Unvollkommenheiten kultiviert sie einen Stil, der authentisch, zeitlos und zutiefst persönlich ist. Ihre Erfahrungen in Paris inspirieren uns dazu, unsere eigene Beziehung zur Schönheit zu hinterfragen und einen Weg zu finden, der unsere individuelle Ausstrahlung unterstreicht, statt sie zu überdecken.