Frau für gewisse Stunden

Das Leben einer Escort-Dame

Birgit ist 46 und arbeitet als Escort-Lady. In ihrem ersten Job war sie Erzieherin, in ihrem zweiten kümmert sie sich um einsame Geschäftsmänner und verdient ihr Geld mit, dem von ihr angebotenen, Begleitservice. Sie berichtet hier, von ihrem Leben, Sex und Prostitution.

Escort Service Das Leben einer Escort-Dame © iStockphoto/Thinkstock

Heute bin ich in Frankfurt, wir treffen uns im Westend-Süd. In einem angesagten Restaurant. Ich kenne es. Dort verkehren viele betuchte Geschäftsmänner mit ihren schönen Frauen. Heute bin ich für einen ganzen Abend als Begleitservice gebucht – die Nacht inklusive. Dafür gibt es 2000 Euro. Abzüglich des Agenturhonorars von 50 Prozent bleiben mir für rund zwölf Stunden Begleitung 1000 Euro.

Ich begleite Männer an Wochenenden, auf Messen und Geschäftsreisen und manchmal auch im Urlaub. Ab zwei Stunden Buchung stehe ich zur Verfügung. Ob als Reisepartnerin, Business- oder Alibibegleitung – es bleibt mir überlassen, ob ich mit ihnen Sex habe. Niemand zwingt mich dazu, mich zu prostituieren aber die meisten Kunden erwarten es. Ich bin eben eine Frau für gewisse Stunden, die ihren Beitrag zu leisten hat.

Aus Langeweile zum Escort-Service

Es war eine Mischung aus Langeweile und Neugier, die mich vor knapp vier Jahren dazu brachte, im Internet online nach Begleitagenturen zu suchen. An einem dieser Abende, wo man sich vor lauter Regen nicht mehr vor die Haustür

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traut. Meine Tochter war aus dem Haus. Ich war offen für neue Erfahrungen. Wollte herausfinden, was mir das Leben noch zu bieten hatte. Und, ja, ich brauchte das Geld. Du machst diesen Job nicht aus reiner Nächstenliebe. Seit sieben Jahren bin ich geschieden. Richtig fest gebunden war ich seitdem nicht mehr. Ich hatte die eine oder andere Liaison, aber nach spätestens einem Monat ist mir noch jeder Verehrer auf die Nerven gegangen. Warum? Ich weiß es nicht. Etwas hat sich in mir seit der Scheidung verändert. Ich mag Männer, aber vielleicht liebt man nur einmal im Leben.

Gerade stelle ich mir vor, ob mein Date, das ich in einer Stunde treffen werde, küssen kann. Und wie wohl seine Hände sind? Ich schätze gepflegte Hände, gutes Benehmen und ein sicheres Auftreten. Wenn er nicht küssen kann, dann bringe ich es ihm bei – wie schon einigen Männern vor ihm. Anfangs habe ich mich gewundert, wie viele Männer nicht gut küssen können. Es scheint, als betrachteten sie den Mund als eine Öffnung, in die Mann seine Zunge hineinsteckt und wartet, was dann passiert. Die andere Sorte Küsser sind die, die ohne Feingefühl ihre Zunge in meinem Mund rotieren lassen wie einen Ventilator. Dann frage ich mich jedes Mal, ob sie das bei ihren Ehefrauen genauso machen. Aber das sehe ich nicht als Problem, sondern eher als erotische Herausforderung.

Die Männer wollen reden

Ganz oft wollen die Herren auch reden. Über ihren Job, ihre Kollegen, die an ihrem Stuhl sägen, Geschäftspartner, die den Hals nicht vollkriegen. Aber am meisten reden sie über die Frauen, die sie haben. Über deren Lustlosigkeit im Bett, über ihre schlechte Laune und Unzufriedenheit, die so mancher von ihnen als undankbar empfindet. Dann höre ich einfach nur zu. Gut zuhören können, dem Mann das Gefühl geben, dass man ganz Ohr ist bei allem, was er sagt – das gehört ganz sicher zu den Grundvoraussetzungen für diesen Beruf. Quasselstrippen werden nur einmal gebucht. Und danach nie wieder.

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