Stricken Das einfache Patentmuster

Was genau ist eigentlich das einfache Patentmuster und wie wird es gestrickt? Wir verraten welche Varianten es gibt und zeigen in unserer Anleitung, wie Sie ganz leicht einen warmen Schal im schicken Patent-Look stricken.

Einfaches Patentmuster Das einfache Patentmuster © artJazz/iStock

Warum sollte man auch viel Geld für Schals, Pullis und Co. ausgeben, wenn man diese auch einfach selbst herstellen kann und obendrein auch noch eine Menge Spaß hat? Aber womit anfangen und vor allem welchem Muster? Das Patentmuster eignet sich für viele tolle Strickprojekte: Es ist einfach zu stricken, das Strickstück wirkt klassisch-schön und das Ergebnis ist angenehm griffig.  

Patentmuster – voluminös und warm 

Das Besondere am Patentmuster ist sein Volumen, denn man strickt nicht einfach nur Runde für Runde voran, sondern gleichzeitig in die Tiefe. Das Gestrick ist daher sehr dehnbar, stabil und hält besonders warm. Allerdings hat man so auch einen höheren Garnverbrauch als bei einem einfachen Glatt-Rechts-Muster (ca. 30 bis 50 Prozent mehr). Unterschieden wird bei diesem Strickmuster in Vollpatent, Halbpatent oder auch falsches Patent, die alle markante, dicke Rippen aus rechten Maschen haben, sich aber im tatsächlichen Volumen unterscheiden. 

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Echtes Patentmuster für dicke Pullover und Schals

Für das einfache Patent oder auch Vollpatent gibt es zwei Methoden: Bei der gängigen Variante wird das Muster mit dem ständigen Aufnehmen und Zusammenstricken von Umschlägen erreicht. Die andere Methode ist ein wenig fließender im Arbeitsablauf und funktioniert über das Tiefstricken von rechten Maschen. Dabei sticht man nicht in die auf der Nadel liegenden Masche, sondern eine Reihe tiefer. Die darüber liegende Masche legt sich darüber und wird praktisch aufgelöst. 

Strickanleitung für einen dicken Winterschal im Patentmuster

Ein Schal ist ideal, um dieses Strickmuster zu üben. Mit einem dicken Wollgarn und der passenden Nadel entsteht so ein tolles Accessoires für kältere Tage. Für unsere Anleitung eignet sich Wolle mit einer Lauflänge von knapp 100 Gramm auf 60 Metern, die mit einer Nadelstärke von 10 gestrickt wird – so wirkt der Schal am Ende trotzdem fluffig und locker. 

Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie man die Reihen mit der Tiefstrick-Technik im Patent strickt, zuvor die Maschen anschlägt und wie die Maschen zum Schluss abgekettet werden: 

  1. Der erste Schritt zum Schal besteht darin, die Maschen anzuschlagen – also die Maschen aufzunehmen. Für einen Schal braucht man ungefähr 14 Maschen, damit er schön breit und kuschelig wird – für unsere Anleitung haben wir eine ungerade Maschenzahl gewählt. Falls Sie eine bebilderte Anleitung benötigen oder sich sogar ein Video zu diesem Thema anschauen möchten, dann finden Sie hier eine genaue Anleitung zum Maschen anschlagen im Video.
  2. Als nächstes wird die Basisreihe gestrickt. Alle Randmaschen werden gestrickt, um einen schönen Rand zu erhalten. Das Muster geht wie folgt: Randmasche, 1 Masche rechts stricken, 1 Masche links stricken, wiederholen Sie die Schritte, abschließend eine Masche rechts und dann die Randmasche stricken. 
  3. Nun kommt offiziell die erste Reihe oder auch Hinreihe genannt: Randmasche, 1 linke Masche, eine Masche rechts tiefstricken, 1 Masche links, 1 Masche rechts tiefstricken, wiederholen Sie die Schritte bist abschließend noch eine Masche links und dann die Randmasche gestrickt wird.  
  4. Für die zweite Reihe oder auch Rückreihe starten Sie wieder mit einer Randmasche, dann eine Masche rechts tiefstricken, 1 Masche links, eine Masche rechts tiefstricken, eine Masche links im Wechsel, bis abschließend eine Masche rechts tief und darauf folgend eine Randmasche gestrickt wird. 
  5. Wiederholen Sie abwechselnd Hin- und Rückreihe bis zur gewünschten Länge. 
  6. Abschließend ketten Sie die Maschen ab. Wie das funktioniert sehen Sie hier anhand einer tollen Bilder-Galerie und eines Videos zum Thema Maschen abketten

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Tipp für den perfekten Schmuse-Schal im Patentmuster: Ihr selbstgestrickter Schal wird erst richtig kuschelig, wenn Sie neben dem normalen Strick-Garn einen Faden Flauschgarn herlaufen lassen. Die Farbe können Sie hierbei natürlich frei wählen, damit der Schal zu einem echten Lieblings-Teil wird. Bei Wolle mit unregelmäßiger oder weicher Struktur eignet sich das Patentmuster mit dem Umschlag und Abheben von Maschen ein bisschen besser. 

Halbpatent und Falsches Patent – das ist der Unterschied

Beim Halbpatent strickt man nur in den Hinreihen rechts tief (oder mit Umschlag), in den darauffolgenden Reihen nimmt man die Maschen, die direkt auf der Nadel liegen. Auf diese Weise entsteht das Patentmuster nur auf der Vorderseite und ist dadurch dünner als das Vollpatent. Beim falschen Patent wiederum ist es nur noch der Look, der dem Patent ähnelt. Das Muster wird weder mit Umschlägen noch mit tiefer gestochenen Maschen gestrickt, stattdessen ist es ein Rippenmuster aus rechten und linken Maschen. Der Vorteil ist, dass der Garnverbrauch mit diesen Methoden sinkt und damit auch Gewicht und Wärme.  

 
Autor:
Daniela Schwabel