Plötzlich Leih-Mutter Secondhand-Männer: Wenn der Traummann schon Kinder hat

Wenn es den neuen Partner nur im Paket mit Kindern und Exfrau gibt: Wer sich, wie FÜR SIE-Autorin Alexandra Dresche, für einen geschiedenen Vater entscheidet, fragt sich oft, ob das Ganze nicht doch eine Mogelpackung ist.

Secondhand-Männer: Wenn der Traummann schon Kinder hat Secondhand-Männer: Wenn der Traummann schon Kinder hat © Hannes Eichinger-Fotolia

Jeans oder schwarze Hose? Niederknien oder stehen bleiben? Umarmen oder nur Hallo sagen? Vor unserer ersten Verabredung war ich nervös. Meine Hände waren nass, meine Lippen trocken, dann klingelte es an der Tür. Ich öffnete. Da stand er: Lukas. Braune Augen, blonde Haare, verschämter Blick. „Hallo, Alexandra“, sagte er. „Ich muss was trinken.“ Hinter ihm lächelte aufmunternd der Mann, den ich seit einigen Wochen liebte. In der Küche füllte ich Lukas ein Caipirinha- Glas bis oben mit Cola light. Lukas trank es in einem Zug leer. Er sah glücklich aus. Ich dachte: Das mit uns, das kann was werden.

Mittlerweile weiß ich, dass Lukas’ Mutter von Cola light ungefähr so viel hält wie ein Homöopath von Antibiotika. Mittlerweile bin ich mit dem Mann, den ich liebe, zusammengezogen. Seine Söhne Lukas, 6, und Adrian, 3, sind jedes zweite Wochenende zu Besuch. Und mittlerweile treibe ich mich in Internet-Foren herum, die Titel tragen wie „Der gebrauchte Mann“ und in denen alle über nervige Exfrauen und die eigene Ohnmacht diskutieren. Alle, das sind Zweitfrauen wie ich. Frauen, die einen tollen Mann und dazu gratis Kinder erworben haben – und sich nun fragen, ob das Gesamtpaket eventuell eine Mogelpackung war.

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