Gesundheit im Büro Wann und wie Büroarbeit krank machen kann

Falsche Haltung, schlechtes Essen, wenig Bewegung, Dauerstress: Büroarbeit birgt Risiken. Mit diesen Tipps beugen Sie vor.

Wann und wie Büroarbeit krank machen kann Wann und wie Büroarbeit krank machen kann © Franz Pfluegl - Fotolia

Ein Tisch, ein Stuhl und ein Computer. An solchen Arbeitsplätzen verbringen in Deutschland rund 16 Millionen Menschen ihren Büroalltag. Die meisten bewegen sich, wenn überhaupt, in einem Radius von zehn Quadratmetern – zwischen Rollcontainer und Drucker. Kein Wunder, dass laut einer diesjährigen Studie der Deutschen Angestellten Krankenkasse Muskel-Skelett-Erkrankungen die häufigsten Ursachen für Fehltage sind. Mit 22 Prozent liegen Rückenschmerzen und Maus-Arm noch vor Erkältungen.

„Dabei könnte man mit etwas mehr Bewegung viele Beschwerden eindämmen“, sagt Dr. Dirk Lümkemann von der Hamburger Gesundheitsberatungsfirma Padoc. Der Sportmediziner schult Mitarbeiter und Führungskräfte in Sachen Bewegung und richtiges Sitzen. Oft haben schon kleine Veränderungen große Effekte. Wesentlich schwieriger ist es, psychischen Erkrankungen entgegenzuwirken.

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13 Prozent der Fehltage von Frauen gehen auf Ängste und Depressionen zurück. Schuld sind meist die Arbeitsbedingungen. In einer Befragung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales finden 22 Prozent ihren Job derart belastend, dass sie ihn „so nicht bis zur Rente durchhalten können“. Doch Arbeitsbedingungen können auch verbessert werden – von jedem Einzelnen.

 

Arbeitsplatz

Nichts hält so lange wie Provisorien. Oft setzt man sich einfach auf den Stuhl seines Vorgängers und fängt an zu arbeiten. „Sind aber Höhe, Lehne und Sitzfläche nicht optimal auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt, bringt der teuerste Bürostuhl nichts“, sagt Architekturpsychologe Peter Richter aus Dresden. Für das Arbeiten am Bildschirm gilt: 50 bis 60 Zentimeter Abstand einhalten. Der Monitor sollte nicht auf Augenhöhe, sondern etwas tiefer stehen, sodass man mit einem leicht gesenkten Blick (15–35 Grad) draufschauen kann. Blendeffekte lassen sich durch Tageslichtlampen vermeiden und wenn der Bildschirm im 90-Grad-Winkel zum Fenster steht. Brennen Ihre Augen trotzdem, versuchen Sie, Bildschirm, Schreibtisch oder Beleuchtung umzustellen. Wer sich in Großraumbüros unwohl fühlt, weil Ruhe und Privatsphäre fehlen, dem können kleine Veränderungen helfen: zum Beispiel Tische versetzt anordnen statt gegenüber. Auch Raumteiler wirken Wunder – ein kleiner Sichtschutz erhöht erwiesenermaßen die Konzentrationsfähigkeit.

 

Bewegung

Die Japaner machen es richtig – sie stehen in Meetings. Schon solche kleinen Maßnahmen bringen eine Menge zur Vorbeugung von typischen Bürobeschwerden wie Rückenproblemen und verspanntem Nacken. Wir sitzen einfach zu viel und sollten deshalb jede Möglichkeit zum Haltungswechsel und zur Bewegung nutzen. Gegen einen Maus-Arm, unter dem inzwischen fünf Millionen Deutsche leiden, hilft es, beim Telefonieren oder Postlesen aufzustehen und die Hände kreisen zu lassen.

Statt mit den Kollegen per Mail zu kommunizieren, sollten Sie besser aufstehen und ins Nachbarbüro gehen. Parken Sie das Auto morgens absichtlich weiter weg. Und nach dem Mittagessen können Sie eine Runde um den Block drehen. Ideal wäre, nur die Hälfte der Arbeitszeit im Sitzen, den Rest im Stehen oder Gehen zu verbringen. Aber auch im Sitzen kann man für Bewegung sorgen: Rutschen Sie auf der Sitzfläche herum, verlagern Sie Ihr Gewicht mal auf die rechte, mal auf die linke Po-Hälfte, lehnen Sie sich zurück. „Die Zeiten, in denen aufrechtes Sitzen als das Nonplusultra galt, sind vorbei“, sagt Gesundheitscoach Dirk Lümkemann.

„Aktives Lümmeln ist angesagt.“ Denn jede noch so kleine Bewegung ist gut für die Bandscheiben. Sinnvoll sind auch sogenannte isometrische Übungen: unsichtbare Mini- Bewegungen, bei denen die Muskeln angespannt werden. Die Spannung wird kurz gehalten und der ganze Körper so aktiviert – das geht auch vor dem Computer.

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Autor:
Anne Otto, Tanja Reuschling