Weiß Wohnen

Weiße Räume besitzen Zauberkräfte

Möbel, Wände, Stoffe, Böden: Wohn-Coach Martina Goernemann mag es gern hell. Im Interview verrät sie, wie Weißtöne Räume weiten – und uns mehr Optimismus schenken.

Weiße Möbel Weiße Räume besitzen Zauberkräfte © Wavebreak Media/ Thinkstock

Martina Goernemann (45) lebt in München. Sie gibt Workshops, hat einen Showroom plus Restaurierungswerkstatt. Infos: www.raumseele.de

Frau Goernemann, was fasziniert Sie so an Weiß? Was hat die Farbe, was andere nicht haben?

Weiß besitzt Zauberkräfte. Es ist wirklich ganz einfach: Wenn Sie optimistischer aufs Leben schauen wollen, dann wohnen Sie in Weiß! Weiß zwingt schlechte Laune raus und Freude rein. Die Farbe ist durch und durch positiv besetzt: Es ist die Farbe der Unschuld, der Reinheit, des Lichts.

Klingt erst mal gut. Aber was bedeutet das konkret fürs Einrichten einer Wohnung?

Weiß macht alles weiter und heller. Speziell kleine Räume wirken größer durch weiße Wände und Decken. Auch bei Möbeln zeigt Weiß eine erstaunliche Wirkung: Es macht sie optisch schlanker. Manches behäbige, ererbte Möbelstück behalten wir ja nur, weil Erinnerungen daran haften. Ich rate meinen Kunden: Patinieren und streichen Sie weiß, was das Zeug hält.

Aber weiße Möbel vor weißen Wänden – wirkt das nicht fade und eintönig?

Nein, überhaupt nicht. Es gibt erstaunlich viele Facetten von Weiß, vom Reinweiß bis zu matten Tönen. Wer sich weiße Möbel hinstellen möchte, sollte die Wände in einem sogenannten Off-White halten. Off-Whites haben ganz leichte Grün-, Grau- oder Ocker-Anteile. Dadurch wirkt die Wandfarbe wärmer als ein reinweißer Anstrich. Noch ein Tipp: Streichen Sie die Decke reinweiß und die Wände im Off-White-Ton. Und auch bei den Möbeln können Sie verschiedene Weißtöne ausprobieren.

Viele mögen aber den warmen Honigton von Holz und möchten nicht nur weiße Möbel …

Ich mag Holz auch, also kein Problem – auch nicht, wenn Sie mehrere Holztöne zusammenbringen wollen. Setzen Sie Weiß überall ein, wo Stoff im Spiel ist: Vorhänge, Kissen, Hussen, Bettwäsche. Das Weiß übernimmt dann Regie und gibt dem Raum genug Ruhe. Schön sind auch weiße Polstermöbel.

Und leider empfindlich. Darauf sieht man doch gleich jeden Fleck, oder?

Auch dafür gibt es eine Lösung: Leinen-Hussen. Für mich der schönste, kostbarste und dabei praktischste Stoff. Leinen darf man heiß waschen, es zieht keine Flusen an, knittert edel. Und im Hochsommer hat weißes Leinen angenehm kühlende Wirkung. In Bettwäsche aus Leinen schwitzen? Geht nicht.

Und wenn man sich ein paar Farb-Akzente wünscht? Was empfehlen Sie?

Sanfte Farben passen immer. Ich würde mich dabei allerdings auf zwei, drei zusätzliche Töne beschränken. Ideal sind Pastelltöne: Neben den Klassikern Rosa und Hellblau gibt es Töne wie Elfenbein, Taupe, Champagner, Lichtgrau und Flieder. Ich persönlich liebe Weiß plus Grün. Das wirkt frisch, klar und gleichwohl beruhigend.

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