Mensch und Hund

Hunde-Flüsterin Maike Maja Nowak

Die Berlinerin Maike Maja Nowak braucht weder Leckerlis noch Trillerpfeife. Unsere Autorin und ihr Labrador haben die Hundetrainerin besucht.

Maike Maja Nowak Hunde-Flüsterin Maike Maja Nowak © jalag-syndication.de

Wie erklärt man, dass man 350 Kilometer Autofahrt zu einer Hundeschule auf sich nimmt? Gut, sie ist absolut einzigartig. Ein weiter Weg ist es trotzdem. Am besten fange ich an, als alles begann. Kurz vor Weihnachten. Da geriet ich durch Zufall an meinen ersten Hund.

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Beim Durchstöbern der Kleinanzeigen fand ich Frida: eine Labrador- Hündin, drei Monate jung, pechschwarz. Weil ich mir schon immer einen Hund gewünscht hatte, nahm ich den knuddeligen, tapsigen Welpen zu mir. Frida folgte mir von jetzt an wie ein Schatten. Natürlich habe ich mir ein bisschen was über Hundeerziehung bei anderen abgeguckt. Bald darauf setzte Frida sich, sobald ich den Finger hob, und machte sich erst dann übers Futter her, wenn ich ihr kopfnickend das „Okay“ dazu gab. Selbst Taschentücher und irgendwelchen undefinierbaren Unrat ließ sie nach einem energischen „Hej“ links liegen. Und das ohne Welpenschule. Mann, war ich stolz.

Nur eine Sache kriegte ich nicht in den Griff. Frida liebt Kinder. Fremde Menschen. Und andere Hunde. Kein Spaziergang, ohne dass mein sonst so braver Hund nicht begeistert drauflosgestürmt wäre. Und trotz mehrmaliger Rufe nicht wieder zu mir zurückkommen wollte. Andere Hundehalter waren mit hilfreichen Tipps bei der Hand: „Arbeite mit Leckerlis“ oder „Nimm die Trillerpfeife“. Ich probierte alles aus. Doch nichts half.

Ihr Credo: bloß keine Belohnung

Jetzt wusste ich einfach nicht weiter. Da fiel mir durch Zufall – oder war es wieder Schicksal? – das Buch „Die mit dem Hund tanzt“ von Maike Maja Nowak in die Hände. Was ich da las, war eine Offenbarung für mich. Das Credo der Hundetrainerin: keine Leckerlis, keine konditionierten „Kunststücke“. Stattdessen klare Führung und Kom munikation nach Art der Hunde. Das fand ich ungeheuer spannend. Und das Beste war: Maike Maja Nowak bietet in ihrem Berliner Dog-Institut auch noch konkretes Training für Hund und Frauchen an.

Frida und ich machen uns also auf in die Hauptstadt. Als Treffpunkt haben wir die Bieselfelder Heide ausgemacht, ein hunde- und menschenfreundliches Gelände im Nordwesten der Stadt. Sandiger Boden, gesäumt von mächtigen Kiefern, dazwischen reichlich Platz zum Trainieren. Maja kommt uns lachend entgegen, an ihrer Seite ihre Hunde Mitja, Tinka und Leithündin Frieda. Frieda – wenn diese Namensähnlichkeit mal kein gutes Omen ist.

Während Majas Hunde ihr auf ein einfaches Kopfnicken oder Winken folgen, stürmt meine Frida los. Ich rufe sie zurück, aber sie schert sich nicht drum. Ich schäme mich und rufe sofort energischer. Lauter. Jetzt hat sie mich gehört, trottet langsam, aber lustlos auf mich zu. Gerade will ich durchatmen, als ein Husky heranrauscht. Von rechts kommt noch ein Border Collie dazu, von hinten ein Dalmatiner. „Komisch“, sage ich zu Maja, „normalerweise hört sie auf mich.“ Jetzt ertappe ich mich doch tatsächlich bei einem dieser typischen Hundehalter-Sprüche! „Tja, aber eben nur, solange Frida nicht durch etwas Interessanteres abgelenkt wird“, antwortet Maja.

 

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