Strickjacken stricken: Anleitungen für jede Jahreszeit
Eine Strickjacke ist ein Allrounder. Sie wärmt an kühlen Abenden, passt zu Kleid und Jeans und lässt sich in jeder Farbe stricken. Zur Auswahl stehen Jacken in einem Stück, Raglanjacken von oben und leichte Cardigans mit Lochmuster.
Wenn Sie lieber einen Pullover stricken möchten, finden Sie bei den Pullover-Anleitungen passende Modelle. Für den ersten Start helfen die Tipps für Strickanfängerinnen.
Welche Wolle für eine Strickjacke?
Für Herbst und Winter passen Schurwolle, Merino und Mischungen mit Alpaka. Sie sind warm, elastisch und formstabil. Für Übergangsjacken und Sommercardigans eignen sich Baumwolle, Leinen und Seidenmischungen.
Eine Jacke trägt sich oft den ganzen Tag. Wählen Sie deshalb ein Garn, das auf der Haut angenehm ist. Garne mit etwas Elastizität halten die Kanten und Ärmelabschlüsse in Form. Reine Baumwolle dehnt sich mit der Zeit aus, deshalb sind etwas festere Maschen sinnvoll.
Probieren Sie vorab aus, wie sich das Garn im Muster verhält. Ein Lochmuster wirkt mit glattem Garn klar, mit flauschigem Garn weicher und weniger deutlich. Wenn die Jacke viel getragen wird, lohnt sich ein Garn, das sich waschen lässt, ohne zu verfilzen.
Strickjacke in einem Stück oder von oben?
Bei einer Jacke in einem Stück stricken Sie Rumpf und Ärmel ohne Nähte. Das spart Arbeit am Ende und sieht sauber aus. Bei Raglanjacken von oben beginnen Sie am Halsausschnitt und nehmen Maschen für Schultern und Ärmel zu.
Der große Vorteil: Sie können beim Stricken anprobieren und Länge und Weite direkt anpassen. Das ist hilfreich, wenn Sie Ihre Maße nicht genau kennen oder die Jacke etwas länger tragen möchten.
Bei Jacken von oben können Sie die Ärmel auch stilllegen und zuerst den Rumpf stricken. So prüfen Sie, ob die Weite passt. Erst danach stricken Sie die Ärmel in der gewünschten Länge. Das ist besonders praktisch, wenn Sie lange Arme oder eine breite Schulter haben.
Wie viel Wolle brauche ich?
Als grobe Faustregel liegt der Bedarf für eine Jacke in Größe 38 bis 44 bei etwa 450 bis 800 Gramm. Je länger und weiter die Jacke, desto mehr Garn geht hinein. Zöpfe treiben den Bedarf zusätzlich nach oben, durchbrochene Muster drücken ihn.
Nehmen Sie die Menge aus der Anleitung und planen Sie ein Knäuel Reserve ein. Notieren Sie sich Partienummer und Farbnummer. So können Sie später Reste passend nachkaufen, etwa für Flickstellen.
Wenn Sie ein Modell mit Schalkragen oder langen Blenden wählen, kalkulieren Sie dafür zusätzliches Garn ein. Blenden werden meist am Ende angestrickt und können den Verbrauch merklich erhöhen.
Lochmuster und Knopfleisten richtig stricken
Lochmuster machen eine Jacke leicht und luftig. Sie entstehen durch Umschläge und gleichzeitiges Zusammenstricken von Maschen. Zählen Sie bei jeder Reihe die Maschen nach, sonst verrutscht das Muster schnell.
Für die Knopfleiste nehmen Sie die Maschen am Rand des Vorderteils auf und arbeiten ein festes Bündchen. Wenn Sie Knopflöcher einplanen, markieren Sie die Positionen vorab mit Maschenmarkierern. Das Häkeln einer Abschlusskante, wie bei den Häkelanleitungen, gibt der Jacke einen sauberen Rand.
Nähen Sie die Knöpfe erst nach dem Waschen und Spannen der Jacke an. Dann passen die Positionen zu den Knopflöchern und die Leiste wirft keine Wellen. Statt Knöpfen sind auch Haken oder eine Schließe möglich, wenn Sie die Jacke offen tragen möchten.
Häufige Fragen
Wie lange braucht man für eine Strickjacke?
Mit dickem Garn und regelmäßigem Stricken sind einige Wochen realistisch. Blenden, Knopfleiste und Fertigstellung kosten bei einer Jacke zusätzlich Zeit, ebenso feine Garne und aufwendige Muster.
Wie verhindere ich, dass die Jacke ausleiert?
Bewahren Sie die Jacke gefaltet im Schrank auf statt auf einem Bügel. Festere Bündchen an Kanten und Ärmeln halten die Form zusätzlich.
Wie finde ich die richtige Größe?
Messen Sie eine Jacke, die Ihnen gut passt, und vergleichen Sie die Maße mit der Anleitung. Ihre Maschenprobe entscheidet, ob die Jacke am Ende auch so groß wird.
Welche Knöpfe passen zu einer Strickjacke?
Wählen Sie Knöpfe in passender Größe zur Knopfleiste und zum Garngewicht. Nähen Sie sie mit einem festen Faden an, am besten mit einem kleinen Unterknopf auf der Rückseite.