Sonnenschutz Gesünder bräunen im Schatten

Sie tut der Seele gut, setzt Glückshormone frei und schenkt uns attraktive Bräune: die Sonne. Kein Wunder, dass jeder "auftanken" möchte - doch wie so oft ist alles eine Frage der Dosis.

Gesund sonnen Gesünder bräunen im Schatten © seasons.agency / Baum, Andreas

Nach langen Wintermonaten würden wir die warmen Strahlen am liebsten stundenlang genießen, wären da nicht die Bedenken. Durch aktuelle Forschungen weiß eigentlich jeder um den Zusammenhang von intensivem Sonnenbaden und Hautkrebs. Dass die Haut auch sonst leidet, wenn sie nicht richtig geschützt wird, belegt eine Studie der Uni Manchester. Sie kommt zu dem Ergebnis: Für 80 Prozent der sichtbaren Hautalterung sind UV-Strahlen verantwortlich. Ein verblüffend hoher Anteil – und noch ein Grund für Prävention. Damit wir diesen Sommer unbeschwert genießen können, haben Kosmetikforscher weiter am perfekten Sonnenschutz für anspruchsvolle Haut getüftelt – mit interessanten Neuheiten und Erkenntnissen.

Die beste Formel fürs Sonnenbad: Je höher der Lichtschutzfaktor, desto wirksamer

Zur Erinnerung: Der Schutzfaktor gibt an, wie viel länger man sich eingecremt mit einem Schutzprodukt in der Sonne aufhalten kann, ohne Sonnenbrand zu bekommen. Dafür multipliziert man die Eigenschutzzeit der Haut (je nach Hauttyp zwischen 5 und 20 Minuten) damit. Experten empfehlen heute grundsätzlich mindestens LSF 30. Noch wichtiger als die Höhe ist die Zusammensetzung der Filter. Früher galt das Augenmerk der Hersteller vor allem dem Schutz vor Sonnenbrand. Der wird durch die kurzwelligen UVB-Strahlen ausgelöst. Viel gefährlicher aber sind die UVA-Strahlen, die tief ins Bindegewebe eindringen und dort die Zellen schädigen. Deshalb gibt es eine neue EU-Empfehlung, die verlangt: In allen Sonnencremes oder -lotionen muss der UVA- Schutz mindestens 30 Prozent des UVB-Faktors betragen. Genauso wichtig: eine gute Portion Antioxidantien wie Vitamin E, die das langwellige Infrarotlicht mildern, das ebenfalls für zu frühe Fältchen sorgt.

Melanin pushen: Für gesündere Bräune mit längerem Halt

Sogar Psychologie spielt für Sonnenschutzentwickler heutzutage eine Rolle. Wer schon leicht gebräunt ist, setzt sich weniger der Sonne aus, so die Annahme. Deshalb erleben getönte Sonnencremes, Make-ups mit Lichtschutzfaktor und Schutzprodukte mit Bräunungsverstärker in diesem Sommer ein stabiles Hoch. Letztere enthalten einen „Tan Activator Complex“ aus Buritiöl. Dieser natürliche Wirkstoff ist reich an Carotinoiden, aber auch bekannt für seine antioxidativen Eigenschaften. Er stimuliert ohne Sonneneinstrahlung direkt die Melaninproduktion in den unteren Hautschichten – anders als Selbstbräuner, der nur oberflächlich färbt. Klug bräunt eben gesünder.

Die richtige Menge macht's: Beim Cremen lieber klotzen statt kleckern

Leider ist es in der Realität umgekehrt. Aktuelle Untersuchungen von Eucerin haben gezeigt: Die meisten verwenden viel zu wenig. Noch schlimmer: Frauen vergessen 14 Prozent ihrer Körperoberfläche überhaupt einzucremen, Männer sogar 22 Prozent. Besonders Füße, Scheitel, Rücken kommen zu kurz. 30 Milliliter Sonnenschutzmittel (entspricht ungefähr 3 Esslöffeln) sind das Minimum, um von Kopf bis Fuß geschützt zu sein. Nur dann erreicht man den auf der Flasche angegebenen Schutzfaktor. Außerdem alle zwei Stunden nachcremen.

Gegen Fältchen vorbeugen: Schutzcremes haben jetzt Anti-Aging-Wirkung

Ganz schön klug, was Kosmetikfirmen da entwickelt haben: Sonnencremes fürs Gesicht liefern jetzt weit mehr als nur UV-Schutz, nämlich jede Menge Anti-Aging-Wirkstoffe, allen voran Hyaluronsäure. Die gelartige Substanz ist ein Naturtalent. Nur ein Gramm kann bis zu sechs Liter Wasser binden und speichern. Das ist wichtig, weil die Haut mit den Jahren immer dünner wird. Außerdem sorgen Enzyme dafür, dass der Kollagenabbau gemindert wird. Vitamin B3 reguliert die Bildung von Pigmentflecken, und Vitamin E macht freie Radikale unschädlich.

Sonnenschutz geht ganz leicht - dafür sorgen Light-Texturen und Wet-Technologie

Die Zeit der Ausreden für Eincreme-Muffel ist endgültig vorbei. Damit wir diesen Sommer genießen können, haben Kosmetikexperten weiter am Wohlfühlfaktor der Produkte gearbeitet. Dazu gehören ultra leichte Sprays, die auch schwer erreichbare Körperstellen schützen, und Gel-Formulierungen, die nicht auf der Haut kleben. Auf Inhaltsstoffe, die irritieren können, wird ganz verzichtet. Praktisch: Durch Wet-Technologie kann man Produkte sofort nach dem Baden auf die nasse Haut auftragen. Wie das klappt? Positive Ionen erkennen Mineralien in Wasser und Schweiß, binden sie an negative. So entsteht ein wasserabweisender Schutzfilm.

 
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