15. Juni 2021
Fünf Punkte für ein angenehmes Arbeitsklima

Fünf Punkte für ein angenehmes Arbeitsklima

Es ist nicht nur wichtig, was wir beruflich machen, sondern auch in welcher Atmosphäre wir arbeiten. Ein achtsames Miteinander im Team schiebt nicht nur Mobbing am Arbeitsplatz einen Riegel vor, sondern wirkt auch präventiv gegen Burn-Out. Zudem arbeitet ein gutes Team produktiver. Gute Gründe mit diesen fünf Grundlagen aktiv für ein positives Arbeitsklima zu sorgen.

Kollegen bei der Arbeit
© pixabay.com/Joseph Mukira (CCO Creative Commons)
Offene und wertschätzende Kommunikation ist der erste Schritt zu einem guten Arbeitsklima.

Drei Zauberwörter für den Umgang: Anerkennung, Wertschätzung und Respekt

Auch wenn es im stressigen Alltag oft anders wirkt: So kompliziert sind die meisten Menschen nicht. Menschen wünschen sich Anerkennung für das, was sie tun. Ihre Arbeit soll wertgeschätzt werden und sie wünschen sich Begegnungen mit Respekt. Jeder von uns wünscht sich gesehen zu werden. All das funktioniert nicht ausschließlich über das Gehalt, sondern sollte auch im Alltag gelebt werden. Doch wie lassen sich diese Gefühle vermitteln?

Sie zeigen sich vor allem in der Kommunikationskultur, bei welcher die Leitung mit gutem Beispiel vorangeht. Statt zu denken, „XY hat ausschließlich seinen Job gemacht“, wird sich für die pünktliche Abgabe von etwas bedankt. Die Arbeit von anderen sollte gesehen und nicht als selbstverständlich abgetan werden. Die interne Kommunikationskultur spielt eine große Rolle. Wie wird auf Ideen reagiert? Wie konstruktiv wird mit Kritik umgegangen? – Mitarbeiter fühlen sich wohl in einem Betrieb, in dem sie sich aktiv einbringen können. Respektvolle Begegnungen auf Augenhöhe und eine gute Erreichbarkeit der Chefetage – all das fördert das Betriebsklima sehr. Wer als Führungsperson unerreichbar scheint, sorgt für nachlassende Motivation und Frust in seinem Team. Wer als Team funktionieren möchte, muss alle gemeinsam ins Boot holen.

Extra-Tipp: Ein schönes Zeichen der Wertschätzung ist ein persönliches Geschenk zum Geburtstag der Mitarbeiter oder zu besonderen Jubiläen. Hier lassen sich zu Beginn des Jahres praktische Erinnerungen digital speichern und vielleicht im Team Ideen für Geschenke für Kolleginnen sammeln.

Gemeinsame Aktivitäten

Gerade wenn viele Abläufe digitaler ablaufen, sind persönliche Treffen viel wert. Wer hier eine Kultur mit regelmäßigen Treffen schafft, kreiert ein Wir-Gefühl. Je nach Team und Ort können das gemütliche After-Work-Drinks sein, regelmäßig zusammen verbrachte Mittagspausen oder besondere Teamevents, die professionell organisiert werden. Hier finden sich in den meisten Gegenden tolle Ideen von Veranstaltern, die das Wir-Gefühl im Team zusätzlich stärken. Wer hier unsicher ist, kann im Team über verschiedene Möglichkeiten abstimmen lassen.

Auch ein Sommerfest oder eine besondere Feier zum Jahresabschluss wirken sich auf die Unternehmenskultur positiv aus. Je nach Unternehmensgröße lassen sich diese Events auch dafür nutzen, die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen und besondere Highlights zu erwähnen. Wichtig ist auch hier: Wenn jemand etwas Außerordentliches geleistet hat, kann seine Leistung betont werden. Im Vordergrund sollte jedoch die Leistung des Teams stehen und die wertvolle Zusammenarbeit gelobt werden. Jeder im Unternehmen sollte sich als wichtigen Teil von diesem wahrnehmen und als solcher gesehen werden.

Individuelle Betriebsregeln

Wer sich mit seinem Unternehmen und seinen Werten identifiziert, arbeitet deutlich motivierter für die Firma. Wer das steigern möchte, kann individuelle Betriebsregeln festlegen. Je nach Unternehmen, Teamzusammensetzung und Branche können diese Betriebsregeln unterschiedliche Aspekte umfassen und in ihrer Tonalität sehr verschieden sein. Bei Unsicherheiten sollten vorab die Werte des Unternehmens herausgearbeitet werden, was auch mit professioneller Unterstützung möglich ist. Beispiele hierfür sind:

  • Umweltbewusstsein
  • Toleranz
  • Transparenz
  • Chancengleichheit
  • Kundenfreundlichkeit

Diese sollten an alle als Grundlage für die Betriebsregeln gesendet werden. Über die konkreten Betriebsregeln wird im Team entschieden. So kann vorab oder spontan gesammelt werden. Das Team sollte sich einig sein, wie umfassend die Regeln sein sollen. Soll es beispielsweise auch um die Kleidung gehen oder gibt es eine Grenze?

Vielfalt leben

In einem offenen und toleranten Betriebsklima entfalten sich Menschen besser. Sie entwickeln ihre Stärken und werden mutiger, auch ihre Komfortzone zu verlassen. Wer sich sowieso schon von den Kollegen skeptisch beäugt fühlt, traut sich weniger. Das Thema Vielfalt ist in den letzten Jahren vermehrt im Bewusstsein angekommen. Trotzdem gibt es in Unternehmen noch viel zu tun. So ist das offene Bekenntnis zu seiner sexuellen Orientierung noch immer nicht in allen Unternehmen und Branchen möglich. Sensible Unternehmensführung und beispielsweise eine gemeinsame Teilnahme am Christopher Street Day können hier Möglichkeiten eröffnen. Große Betriebe setzen so ebenso gezielt auf Inklusion am Arbeitsplatz. Für die Personalplanung gibt es mittlerweile Schulungen, die unbewusste Denkmuster und Vorurteile ins Bewusstsein bringen, um Inklusion aktiv zu fördern. Denn für Menschen ohne Beeinträchtigungen liegen viele nicht sichtbare Barrieren außerhalb der eigenen Vorstellungskraft. Wir leben in einer christlich geprägten Gesellschaft, welche jene Feiertage berücksichtigt. Feiertage der anderen Kulturen sind hingegen nicht gesetzlich vorgeschrieben. Hier ist es die Aufgabe von Vorgesetzten in ihren Teams auf solche Details zu achten und andere Religionen und ihre Traditionen ebenfalls mit Respekt zu behandeln. Durch eine offene Gesprächskultur lassen sich Schubladendenken und Vorurteile rascher abbauen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Umgang mit Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wie sieht es hiermit in der Praxis aus? Wie steht das Unternehmen zur Lohngleichheit? Wie wird mit Mitarbeitern umgegangen, die aus der Elternzeit zurückkehren? Wie wird der Kontakt gehalten und dieses spannende neue „Projekt“ gewürdigt? – Ein vielfältiges Team beinhaltet eine Vielzahl an Begabungen und entwickelt sich mit seinen Mitarbeitenden weiter. Darin liegt seine große Kraft.

Transparente Kommunikation

Damit sich alle im Team gesehen fühlen, ist es wichtig, dass Informationen schnell und umfassend weitergegeben werden. Es sorgt für Unruhe im Team, wenn ein Mitarbeiter bevorzugt Informationen erhält und zu Rate gezogen wird. Gerade bei internen Veränderungen sollten Mitarbeiter nach Möglichkeit in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Vielleicht ändert dieses Einbeziehen nichts an einer unbequemen Entscheidung. Aber es schenkt den Mitarbeitenden die Möglichkeit, von persönlichen Bedenken bis hin zu Ängsten alles zu äußern. Für diese Prozesse braucht es eine professionelle Grundhaltung, um Unstimmigkeiten und Unmut auszuhalten. Doch durch die Transparenz wird langfristig der Grundstein für eine positive Grundhaltung gelegt.

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