30. April 2021
7 Finanzfallen, in die Frauen am häufigsten tappen

7 Finanzfallen, in die Frauen am häufigsten tappen

Gerade Frauen gehen dem Thema "Finanzen" lieber aus dem Weg. Tappen dabei aber häufig direkt in die Finanzfalle. Und die liegt näher, als Sie denken. Welche Finanzfallen es gibt und was Sie dagegen tun können, verrät Ihnen Unternehmerin und Finanz-Expertin Anke Pauli hier!

Finanzen sind ein komplexes Thema, bei dem viele oft schon aufgeben, bevor sie überhaupt richtig angefangen haben. Denn wie und wo fängt man da genau an, sich näher mit seinen eigenen Finanzen zu beschäftigen? Und auf was sollten Sie als Frau vielleicht besonders achten? Anke Pauli - Finanz-Expertin und Gründerin der Portale "Geldfreundinnen" und "Finanztheke" - verrät, worauf es ankommt und deckt die größten Fallen auf.

7 Finanzfallen, in die Frauen am häufigsten tappen

Finanzfalle 1: Fehlende Eigenverantwortung

Gleich die erste Falle ist ziemlich weit verbreitet. Von negativen Erfahrungen aus der Schulzeit geprägt leben viele Frauen in dem Bewusstsein, dass sie nicht mit Zahlen umgehen können. Die Folge: Wir gehen damit verbundenen Themen lieber so gut es geht aus dem Weg. Schieben vor, keine Zeit zu haben. Die Rente ist schließlich noch so weit weg und wird schon reichen. Oder wir verlassen uns auf die Absicherung durch den Mann. Nicht selten geben wir das leidige Thema an unseren Partner oder unseren Bankberater/unsere Bankberaterin ab. Die kennen sich doch schließlich viel besser damit aus - oder etwa nicht? Ein Trugschluss, der fatale Folgen haben kann. Bankberaterinnen und Berater managen Ihre Finanzen leider nicht immer nur in Ihrem Interesse. Auch eine Ehe oder Partnerschaft hält nicht immer ein Leben lang oder kann durch eine schwere Krankheit überschattet werden. Wer dann so gar keinen Plan von seinen persönlichen Finanzen hat, wird sich nicht nur hilflos überfordert fühlen, im Falle einer Trennung kann es gar die Existenz bedeuten und in Armut enden.

Höchste Zeit, Eigenverantwortung zu übernehmen! Dazu müssen Sie auch keine Finanzexpertin sein, sondern können mit ganz kleinen Schritten beginnen: Etwa das Prüfen der Ausgaben oder dem Aufbau eines Notgroschens. Und natürlich kann sich unser Partner auch weiterhin um unsere gemeinsamen Finanzen kümmern. Das Wichtige ist dann jedoch, dass wir genau wissen und auch verstehen, was er/sie denn da tut und wir beide vor allem auch gleichberechtigt sind.

Finanzfalle 2: Die Altersvorsorge

Selbstverständlich gilt der Grundsatz „Je früher Sie anfangen, sich um das Thema Altersvorsorge zu kümmern, desto besser“. Doch auch mit 50 oder älter ist der Zug noch längst nicht abgefahren. Dank immer fortgeschrittenerer Medizin und einem gesunden Lebensstil steigt unsere Lebenserwartung heutzutage stetig. Dass wir also über 80 Jahre alt werden, ist keine Seltenheit mehr. Und es kommt noch ein ganz wichtiger Fakt hinzu: Wir Frauen leben im Durchschnitt 5 Jahre länger als Männer. Das bedeutet im Umkehrschluss natürlich auch gleichzeitig, dass wir dadurch auch einen viel höheren Geldbedarf haben.

Auch wer keine 20 oder 30 mehr ist, sollte sich also unbedingt noch mit dem Thema Altersvorsorge beschäftigen. Denn es lohnt sich immer!

Finanzfalle 3: Unnötige Impulskäufe

Der berühmte Impulskauf. Kommt Ihnen bekannt vor? In Coronazeiten wird es uns in dieser Hinsicht glücklicherweise etwas schwieriger gemacht. Doch auch beim Online-Shoppen ist es nicht viel anders als im "echten Leben", wenn wir uns durch gezielte Werbung im Internet locken lassen oder regelmäßig unwiderstehliche Angebote durch Newsletter in unserer Mailbox erhalten. Was gegen solche unnötigen Impulskäufe hilft, ist die 24-Stunden-Regel.

Nach dieser einfachen Regel sollten Sie ein Kleidungsstück oder ähnliches nicht direkt kaufen, sondern einfach mal einen Tag verstreichen lassen. In der Regel ist das Objekt Ihrer Begierde am nächsten Tag ja auch noch verfügbar - doch da haben Sie es vielleicht sogar schon wieder vergessen. Oder aber Sie entscheiden sich dann doch für den Kauf. Das ist dann auch völlig in Ordnung, solange Sie die Entscheidung bewusst mit dem Kopf treffen. Tipp: Sich einfach mal von den vielen Newslettern abmelden, damit man gar nicht erst in die Versuchung kommt, etwas unnötig zu shoppen, kann schon Wunder bewirken.

Finanzfalle 4: Fehlender Selbstwert

Es gibt zahlreiche Beispiele aus der Arbeitswelt, in denen wir uns unter Wert verkaufen oder sogar abspeisen lassen. Etwa dann, wenn wir bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle auf eine Jobanzeige stoßen, die wie gemacht für uns ist. Erfüllen wir aber nicht mindestens 80 oder besser noch 90 Prozent der Anforderungen, verlässt uns schon wieder der Mut. Ähnliche Situation: Das Jahresgespräch mit dem Chef oder der Chefin. Wird unser Wunsch nach einer Gehaltsanpassung abgeschmettert, ist es mit unserem Selbstvertrauen ebenfalls meist schnell wieder dahin. 

Eine gute Vorbereitung auf Gespräche dieser Art ist daher das A & O. Oft hilft es, die eigenen Stärken und Schwächen aufzuschreiben und zu visualisieren. Was können Sie gut? Was macht Ihnen im Arbeitsalltag Spaß? Befragen Sie auch Freunde und das nähere Umfeld. Denn viele gute Eigenschaften (z. B. der Umgang mit anderen Menschen) sind uns selbst oft gar nicht bewusst. Um mehr Sicherheit zu bekommen, können Sie Gespräche zum Gehalt auch mit einer Freundin üben und durchspielen. Wichtig: Legen Sie sich auch Gegenargumente sowie einen Plan B bereit. Auch das Gespräch mit einem Gehaltscoach kann hilfreich sein.

Finanzfalle 5: Vorurteile gegen die Börse

Ohne größere Summen an die Börse gehen? Lohnt sich doch gar nicht. Irrtum! Auch kleine Beträge können sich auszahlen. So können Sie bei vielen Banken schon mit 25 Euro im Monat in Aktientöpfe investieren. Natürlich wird man mit solch einer kleinen Summe keine großen Sprünge machen können, doch gerade für den Anfang eignet sich ein kleiner Betrag ganz prima, um die Angst vor der Börse zu verlieren, sich langsam heranzutasten und ein Gefühl dafür zu bekommen. Mit der Zeit werden Sie garantiert sicherer.

Selbstverständlich ist das Investieren in Wertpapiere wie Aktien auch mit Risiken verbunden, doch es gibt Möglichkeiten, diese Risiken zu verteilen und somit zu reduzieren. Wichtig ist es, einen langen Atem zu haben und mindestens 10 Jahre oder länger dranzubleiben, damit ein schönes Sümmchen zusammenkommt – das gute alte Sparbuch wird da nicht mithalten können. 

Finanzfalle 6: Sich hinten anstellen

Sie möchten eigentlich sparen, doch am Ende des Monats bleibt dafür nie etwas Geld übrig? Das liegt ganz klar daran, dass dies der falsche Ansatz ist. Denn genau wie wir Verpflichtungen wie beispielsweise die Miete oder den Internetanschluss am Anfang des Monats zahlen müssen, so sollte man zuerst an sich selbst denken und sich deshalb auch zuerst bezahlen. Im Klartext heißt das: Prüfen Sie Ihre Ausgaben mindestens über drei Monate mittels Haushaltsbuch o.ä um herauszufinden, wo es Einsparmöglichkeiten gibt und Ausgaben reduziert werden können.

Danach lässt sich ganz einfach die eigene Sparrate ermitteln. Über diesen Betrag richten Sie dann einen Dauerauftrag am Anfang des Monats ein, nachdem Ihr Gehalt eingegangen ist. Es ist wichtig, dass dieser Betrag auf ein separates Konto überwiesen wird, um von dort aus die nächsten Schritte für Ihre weiteren Finanzziele vornehmen zu können.

Finanzfalle 7: Angst vor Fehlern

Wir Frauen haben ja oftmals einen Hang zur Perfektion. Wenn wir etwas in die Hand nehmen, dann muss es perfekt sein. Fehler dürfen da nicht bei vorkommen. Das gilt auch, wenn wir uns mit der Geldanlage beschäftigen. Es ist selbstverständlich absolut wichtig, sich eingehend zu informieren – schließlich soll man ja auch verstehen, wie man sein Geld anlegt. Doch gerade bei uns Frauen führt dieser Perfektionismus gerne mal dazu, dass wir dann nicht ins Handeln kommen. Wir lesen lieber noch das 4. Buch über das Investieren an der Börse, machen noch diesen oder jenen Kurs und aus Angst, wir könnten doch noch einen Fehler machen, zögern wir es weiter hinaus, anstatt endlich einmal die Theorie in die Praxis umzusetzen. Hier heißt es Nägel mit Köpfen zu machen. Setzen Sie sich einen Termin, bis wann Sie starten möchten und legen Sie dann auch wirklich los!

Gerade beim Investieren an der Börse können Sie sich ja auch in ganz kleinen Schritten herantasten – beispielsweise mit einem kleinen Einsatz von 25 Euro – und sich einfach mal ausprobieren und erste Erfahrungen sammeln. Mit der Zeit lernen Sie somit automatisch dazu und werden immer mutiger und selbstsicherer. Also lieber unperfekt starten als perfekt zu warten!

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