Werbepsychologie: Mit diesen Tricks beeinflusst Werbung die Kunden

Werbung ist allgegenwärtig und beeinflusst das Leben auf vielen Ebenen. Dabei sind die Zeiten längst vorbei, in denen Werbung mit schrillen Farben und einprägsamen Slogans bestimmte Marken in den Vordergrund brachte. Heutzutage richten sich Werbebotschaften gezielt an das Unterbewusstsein der Kunden. Auf welchen Prinzipien diese Manipulation basiert und welche Mittel die Werbung dafür einsetzt, erfahren Sie hier.

Photo by jesse orrico on Unsplash Mit diesen Tricks beeinflusst Werbung die Kunden © Photo by jesse orrico on Unsplash

Auf welchem Prinzip beruht die Manipulation des Unterbewusstseins?

Eines der wichtigsten Ziele von Werbung ist es, die beworbene Marke direkt oder indirekt in das Bewusstsein der Kunden zu bringen und dadurch deren Kaufverhalten zu ändern. Früher reichten dafür einfache Werbebotschaften, in denen den Kunden die Vorteile des Produkts zusammen mit einem prägnanten Slogan präsentiert worden sind. Heutzutage ist das jedoch nicht genug. Der Markt ist stark umkämpft und die Werbung greift nun auch zu psychologischen Tricks, um die Gunst der Kunden zu erkämpfen.

Der Psychologe Dr. Robert Heath argumentiert in seinem Buch „Seducing the Subconscious”, dass nicht unbedingt das Wissen das Kaufverhalten bestimmt, sondern die innere Einstellung zur Marke. Das Wissen bestimmt dabei, welche Eigenschaften einer Marke zugeschrieben werden, ob zum Beispiel das Make-Up lange hält oder der Spritverbrauch vom Auto niedrig ist. Die innere Einstellung hingegen bestimmt welche Gefühle mit der jeweiligen Marke verknüpft werden. Ob eine Modemarke einen erfolgreichen oder hippen Lifestyle vermittelt oder Anbieter für Sportwetten besonders lukrativ erscheinen. Das Wissen über die jeweiligen Marken wird zunehmend irrelevanter, je stärker die innere Einstellung der Kunden zur Marke beeinflusst ist.

Manipulation der inneren Einstellung

Die Werbung kann die innere Einstellung der Kunden zu einem Produkt nicht direkt beeinflussen. Vielmehr ist die Bildung der inneren Einstellung ein unbewusster Prozess, der über einen längeren Zeitraum laufen muss und über das implizite bzw. das emotionale Gedächtnis gesteuert wird. Um dies zu erreichen, darf Werbung nicht zu bewusst aufgenommen werden, weil dann das Klientel anfängt, das Produkt und die Werbeversprechen zu hinterfragen. Vielmehr zielen Werbefirmen auf eine unbewusste Aufnahme der Werbebotschaften, indem Werbung nahezu allgegenwärtig und überall zu sehen ist, ob im Fernsehen, auf Plakaten in der Stadt, im Internet oder als geschicktes Product Placement in Filmen.

Um effektiver zu sein, werden viele Werbebotschaften emotional verpackt, denn emotionale Inhalte werden vom menschlichen Gehirn besonders gut und schnell gespeichert. Daher versuchen Werbungen heutzutage oft kleine Geschichten zu erzählen oder in Form eines Motivationsgurus an das Ehrgefühl und die Menschlichkeit der Kunden zu appellieren. Auch hierbei geht es nicht darum, dass konkrete Informationen mit einer Marke in Verbindung gebracht werden, sondern vielmehr, dass das Gefühl gegenüber der Marke ein positives ist. Diese positive innere Einstellung gegenüber einer Marke veranlasst die Kunden letztendlich im Supermarkt dazu, sich für Produkt A und nicht für Produkt B zu entscheiden, obwohl beide Artikel hinsichtlich ihrer Qualität und Funktionalität gleich sein mögen.

Häufig verwendete Tricks der Werbeindustrie

Um die Kunden zu manipulieren, verwenden Werbeagenturen folgende Tricks:

  • Farben

Farben rufen bei Betrachtenden Emotionen hervor und wecken zusätzlich bestimmte Assoziationen. So wird die Farbe Grün mit Hoffnung, frische und einem gesunden Lebensstil assoziiert, Rot steht für Leidenschaft, Liebe und Schärfe, Weiß für Unschuld und Sauberkeit und Gelb wird eingesetzt, um den Kunden Heiterkeit zu vermitteln.

  • Innovation

Tech-Unternehmen sind darauf angewiesen, fortschrittlich und innovativ zu wirken, daher setzen sie in ihren Werbebotschaften immerzu auf die Erwähnung von neuen Errungenschaften, selbst wenn diese marginal sind.

  • Musik

Musik wird besonders gut vom emotionalen Gedächtnis verarbeitet, daher achten Werbeagenturen besonders darauf, den richtigen „Soundtrack“ zum Produkt zu finden. Teils soll das Produkt aktiv mit einem Jingle in die Gehirne der Kunden gebrannt werden, teils reicht eine musikalische Untermalung, um die Werbebotschaft zu unterstreichen.

  • Kundenmeinung

Oft nutzt die Werbung auch gespielte Kundenbefragungen, in denen vermeintliche Kunden über ihre Erfahrungen mit dem jeweiligen Produkt berichten. Dabei versucht die Werbung ein Gefühl der Zugehörigkeit zu vermitteln und dadurch die innere Einstellung zu den jeweiligen Produkten zu beeinflussen.

Schlagworte: