Sex-Tipps Tipps von einer Sexkolumnistin

Überall nackte Haut: in der Werbung, im Internet. Wir leben in einer übersexualisierten Welt. Doch unser eigenes Liebesleben ist langweilig geworden. Ein Erklärungsversuch.

PAULA LAMBERT, 36, SEXKOLUMNISTIN, BERLIN

Frauen sollen ihre Lust am Sex auch ausdrücken dürfen

Es geht doch nichts über einen ordentlichen Penis.“ Paula Lambert liebt deutliche Worte. Seit sieben Jahren schreibt sie für ein Männermagazin eine Sexkolumne und hat kürzlich erst ein Buch mit dem Titel „Keine Panik, ich will nur Sex“ veröffentlicht. Die Berlinerin arbeitete neben dem Studium als Journalistin, als die Anfrage eines Redakteurs kam, ob sie nicht eine Sexkolumne schreiben wolle. „Der wusste, dass ich mich mit Sex auskenne“, erzählt sie grinsend und fügt hinzu, dass neben Sex ihre „Kernkompetenz“ Eiscreme sei. Man merkt sofort: Paula Lambert handelt nach dem Lustprinzip. Trotzdem gibt es in ihrer Welt auch noch etwas anderes als die Horizontale: „Ich reiße nicht den ganzen Tag Männer auf, zerre sie in mein Bett und werfe sie danach wieder raus“, erzählt sie und wundert sich, dass viele Leute glaubten, bloß weil sie über Sex schriebe, mache sie nichts anderes.

Aber im Grunde ist ihr auch egal, was andere denken. Wichtiger sei, dass Frauen ihre Lust am Sex ausdrücken, ohne sich dafür entschuldigen zu müssen. Sie selbst mag weder Pornos noch Sexspielzeug sonderlich, bevorzugt stattdessen „einen ordentlichen Penis“. Den findet Lambert seit einiger Zeit in ihrer Beziehung. Der dazugehörige Freund begleitet die Kolumnistin zu ihren Lesungen, bei denen sie Riesendildos genauso aus der Tasche zaubert wie sie das belustigte Publikum mit zweideutigen Bemerkungen unterhält. Während ihr Freund entspannt bleibe, habe ihr Vater bei der Buchpremiere nervös im Publikum gestanden. Aber die Sexkolumnistin weiß: „Meine Eltern sind schon froh, dass ich mit dieser Kernkompetenz meinen Lebensunterhalt bestreiten kann, und mein Buch haben sie zu Weihnachten auch verschenkt.“

Meine 3 Tipps für erotische Bücher

  1. David Schnarch: „Die Psychologie sexueller Leidenschaft“. Endlich vermittelt ein Buch mal glaubhaft, wie man vernünftige Sexpartner auswählt – und mit ihnen zusammenbleibt.
  2. Benoîte Groult: „Salz auf unserer Haut“. Alt, aber gut. Stadtschickse und grober Seemann treiben es. Und treiben es. Und treiben es… Ach, um Liebe geht es auch.
  3. Georges Bataille: „Das obszöne Werk“. Ein Klassiker, der Tabus durchbricht und schrecklich Lust macht – auf noch mehr.

www.paulalambert.de

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