Sex-Tipps Tipps von einer Erotikshop-Leiterin

Überall nackte Haut: in der Werbung, im Internet. Wir leben in einer übersexualisierten Welt. Doch unser eigenes Liebesleben ist langweilig geworden. Ein Erklärungsversuch.

KATHY MUSSÄUS, 39, EROTIKSHOP-LEITERIN, HAMBURG

Ich habe keinen besseren oder schlechteren Sex als andere

Neulich kam ein Mann kurz rein und sagte: ,Das war super. Vielen Dank, meine Freundin ist total begeistert!‘“, erzählt Kathy Mussäus, Shopleiterin der „Kleinen Freiheit“, einem Erotikgeschäft für Frauen in Hamburg. So etwas freue sie natürlich. Denn auch wenn der Sexshop speziell für Frauen ist, lassen sich auch viele Männer von der 39-Jährigen beraten. Jahrelang arbeitete Mussäus als kaufmännische Angestellte, bevor sie im Sexshop ihrer Freundin als Aushilfe anfing. Anfangs noch mit hochrotem Kopf, wenn sie Kunden die korrekte Handhabung von Bondage-(Fessel-)Sets erklären musste. Die einzige Frage, die sie heute nicht beantworten kann, ist die, welche Farbe der gewünschte Vibrator denn nun haben sollte. In einem herkömmlichen Sexshop würde Mussäus nicht arbeiten wollen. „Das Besondere hier im Laden ist, dass wir unsere Kunden intensiv beraten.“

Ob jemand Orgasmusprobleme hat, gern mal Handschellen ausprobieren oder sich einen Porno kaufen will, oft brauche die Beratung Einfühlungsvermögen. „Auffangen und Vertrauen aufbauen“, nennt Mussäus das. Auch ihre eigenen Ansichten über Sex haben sich verändert, genauso wie ihre Akzeptanz gegenüber anderen. Im Übrigen sei es ein Vorurteil, zu glauben, ihr Sex sei aufregender oder abwechslungsreicher, bloß weil sie an der Lust-Quelle sitzt: „Es wird einem unterstellt, man habe Supersex, aber das stimmt nicht. Ich habe keinen besseren oder schlechteren Sex als andere. Und das sage ich den Leuten auch.“ Aber so viel über Sex reden will Mussäus nach Feierabend gar nicht: „Das ist wie beim Zahnarzt. Der will auch nicht nur über Karies sprechen.“

Meine 3 Tipps für den Besuch im Erotikshop

  1. Informieren Sie sich vorab im Netz über den Laden. So bekommen Sie einen ersten Eindruck von dem Geschäft, dem Personal sowie den Produkten.
  2. Haben Sie keine Scheu, Fragen zu stellen. Es gibt keine falschen Fragen.
  3. Bringen Sie Zeit für die Beratung mit.

www.kleinefreiheit.com

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