Herzen mit Hindernissen Liebe in der Post-Lockdown-Zeit: Wie geht's jetzt weiter?

Die ersten Lockerungsmaßnahmen der Corona-Pandemie haben begonnen. Doch welche Auswirkungen hat das auf Liebe und Dating? Wir erklären Ihnen, was jetzt wieder geht – und welche Schutzmaßnahmen Sie weiterhin ergreifen sollten.

Social Distancing Liebe in der Post-Lockdown-Zeit: Wie geht's jetzt weiter? © Pixabay

„Ich denke, wir können auch heute sagen, dass wir die allererste Phase der Pandemie hinter uns haben“. So sagte es Bundeskanzlerin Angela Merkel, als sie kürzlich die ersten Lockerungsmaßnahmen nach dem zuvor gültigen weitreichenden Lockdown verkündete.

Die Maßnahmen nahmen den bisher festgelegten Kontaktbeschränkungen einiges an Schärfe. Aber auch dadurch, dass jetzt vieles wieder aufseiten der Bundesländer liegt, herrscht erneut ähnliche Uneinigkeit wie zu Beginn der Pandemie in Deutschland. Dennoch können Singles nun ein wenig aufatmen – wenngleich nach wie vor viele Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden wollen. 

Großes Glück Kontaktbeschränkungen

Schon während der ärgsten Kontaktbeschränkungen hatten Singles einen finalen Strohhalm: Denn sie durften sich auch in dieser Phase nach wie vor mit einer nicht zum eigenen Haushalt zugehörigen Person treffen – wer das war, darüber machten die Auflagen in den meisten Bundesländern keine näheren Angaben.

etzt, wo sich wieder Mitglieder zweier Haushalte miteinander treffen können – also beispielsweise zwei Paare – gilt das noch verstärkt. Das heißt, ganz grundsätzlich ist es jetzt möglich, sich mit jemand völlig Fremden zu treffen – oder eben einer Person, die man bisher nur aus dem Internet, von Telefonaten und Videochats kannte. 

Einfach mal ins Restaurant

Zugegeben, während der Lockdown-Maßnahmen brachte die Erlaubnis, sich mit einer anderen Person treffen zu dürfen, nicht wirklich viel – mehr als simples Spazierengehen war nicht gestattet. Und das erste Treffen gleich in die eigene Wohnung zu verlagern? Zurecht schon aus Sicherheitsgründen nicht jedermanns Sache. 

Doch: Es lohnt sich wieder, das gute Outfit fürs erste Date anzuziehen und vielleicht den während des Lockdowns bestimmten eigenen Farbtyp zu applizieren. Denn wenn dieser Text erscheint, haben bereits in verschiedenen Bundesländern die ersten Gastronomien wiedereröffnet. Im Einzelnen:

  • Restaurants,
  • Bars und
  • Kneipen, sofern sie Speisen anbieten.

Immerhin ein Anfang, auch wenn Clubs, Bars und Discos weiterhin geschlossen bleiben müssen – übrigens auf unbestimmte Zeit. 

Zwar alles sehr vorsichtig, Bundesland-bedingt auch sehr uneinheitlich. Aber es gibt wenigstens wieder eine Anlaufstelle für Menschen, in der sie sich kennenlernen können – dass Abstandsregeln weiterhin gelten, trübt die Freude hoffentlich nur mäßig. Außerdem ist in den meisten Bundesländern geplant, dass die Lokalitäten wenigstens bis in die vorgerückten Abendstunden geöffnet bleiben dürfen – von 20 bis 22 Uhr reicht die derzeitige Spreizung. 

Weiterhin chatten

Es ist klar, dass viele (noch) einsame Herzen auf derartige Erleichterungen regelrecht hingefiebert haben. Allerdings betonen sowohl die Verantwortlichen in der Politik wie in der Wissenschaft immer wieder, wie wichtig es ist, die Lockerungen nicht auszunutzen. 

Denn alles wurde nur unter der Prämisse gestattet, dass sich die Bundesländer verpflichteten, beim erneuten Überschreiten von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen erneute Lockdowns in der betroffenen Region zu etablieren. 

Anders formuliert: Es liegt an uns allen, diese Lockerungen nicht zum Anlass zu nehmen, uns wieder wie vor der Pandemie zu verhalten. Dafür ist es schlichtweg noch zu früh – und wird es mutmaßlich so lange bleiben, bis ein Heilmittel oder Impfstoff entdeckt wurde.

Das hat auch für Liebe und Dating eine große Bedeutung. Natürlich wäre es jetzt möglich, sich jeden Tag mit einem anderen potenziellen Partner zu treffen – Tinder und Co. würden es ja ermöglichen. Andersherum könnte man die nun kommende Zeit nutzen, um sich mit jemandem, den man erst frisch kennengelernt hat, häufig zu treffen. Doch auch hier gilt die Bitte nach Maßhaltigkeit.

Viele Singles bzw. Frischverliebte entdeckten während der Lockdowns, wie wohltuend es sein kann, mit jemand Neuem von der Sicherheit des eigenen Zuhauses aus Videochats zu betreiben; sich darauf zu fokussieren, von sich zu erzählen, dem anderen zuzuhören – ohne all jene Ablenkungen, die sich in vielen Erst-Date-Destinationen sonst häufig ergeben.

Auch jetzt sollten diese Kommunikationswege die Majorität des Kontakts darstellen. Sehen wir die echten Treffen als seltenes Highlight an;  als Schürer von Vorfreude – es wird ja nicht ewig so bleiben.

Das Thema Sex

Es gibt Menschen, die können es – für einen gewissen Zeitraum – unterdrücken. Allerdings bricht sich gerade bei frischer Liebe oft die körperliche Lust aufeinander Bahn – und natürlich auch bei Singles ohne konkreten Datingpartner. Doch Sex in Zeiten von Corona ist ein Kapitel für sich. 

Kann es überhaupt gut werden? Absolut, es kommt darauf an, was man daraus macht. Allein ist es sehr einfach:

  • Für Singles bietet sich der Weg über passende Portale der erotischeren Gangart an. Anmelden, genießen, oder vielleicht sogar selbst mitmachen. Mitunter ist gerade die weiträumige Unmöglichkeit, anderweitig unverbindlichen Sex zu finden, just der Anlass, es auf diesem, für viele unbekannten, Weg zu probieren.
  • Abermals für Singles sei gesagt: Eine der größten Boom-Industrien dieser Krise ist die, die Love-Toys verkauft. Manche Händler vermelden nicht weniger als eine Verdopplung der Verkaufszahlen. Und wenn niemand anderes greifbar ist, können die modernen Spielzeuge für sie (und ihn) sehr guten Ersatz liefern. Allerdings: Vor dem Benutzen der Spielzeuge Händewaschen nicht vergessen – auch im Intimbereich gibt es Schleimhäute, über die das Virus zumindest theoretisch eindringen könnte.  

Doch was machen Menschen, die jetzt jemand Neues hätten, um körperlichen Sex zu bekommen? Ein schweres Thema. Denn es gilt natürlich nach wie vor die Abstandsregel – allerdings ist auch klar, dass die eigentlich nur für die Öffentlichkeit gedacht ist. Was also tun mit dieser delikaten Angelegenheit?

  • Auch wenn es im höchsten Maß unromantisch erscheint, sollten zumindest Personen, die sich noch nicht lange kennen, keine Küsse austauschen – weder der harmlosen noch erotisch-züngelnden Natur. 
  • Sex per se ist risikolos. Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft besteht kein Risiko, dass das Virus durch die Körperflüssigkeiten von Penis und Vagina übertragen wird – Vorsicht ist allerdings dennoch geboten, da der Erreger zweifelsfrei im Darmtrakt nachgewiesen werden konnte. Generell wird deshalb empfohlen, von allen Formen des Oralverkehrs Abstand zu nehmen, da die Geschlechtsteile zu dicht am Anus liegen. Ferner sollten Partner auch nicht gegenseitig ihre Körper mit den Lippen erkunden. 
  • Abermals nicht romantisch, aber virologisch besser sind Sexstellungen, bei denen die Partner sich nicht ins Gesicht schauen – schlicht, weil dabei das geringste Risiko besteht, dass der Hauptübertragungsweg von Atemtrakt zu Atemtrakt geschlossen wird. Das heißt: Umgekehrte Reiterstellung, die A-Tergo-Position oder auch die Löffelchenstellung, um drei Möglichkeiten zu nennen. 
  • Empfehlenswert, wenngleich wahrscheinlich unfreiwillig komisch ist es, dennoch auch bei diesen Stellungen – zumindest während der ersten beiden Wochen der Beziehung – einen Mundschutz zu tragen

Ferner sollten sich beide unmittelbar vor dem Liebesspiel die Zeit nehmen, um sich von Kopf bis Fuß gründlich zu reinigen. Besonders gilt das für die Hände und das Gesicht – dass natürlich die guten Regeln des Safer Sex auch ohne Rücksicht auf Corona zur Anwendung kommen sollten, versteht sich von selbst. 

Datum: 13.05.2020

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