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Gefährdete Kinder

Gefährdete Kinder

Die Pandemie belastet uns alle. Noch schwieriger ist die Lage für Kinder, deren eigenes Zuhause kein sicheres Umfeld ist. Fast 60.600 Kinder sind davon in Deutschland betroffen: So viele waren 2020 in ihrem Zuhause gefährdet.   

SOS-Kinderdorf
© ©SOS-Kinderdorf e.V. / Sebastian Pfütze

Vernachlässigten Kindern fehlte es schon vor der Pandemie an Unterstützung. Die schwierige Lage seit dem Ausbruch des Virus hat die Situation für viele Kinder verschärft. So auch bei Janine*. Die Siebenjährige lebt in einem Zuhause mit wenig Fürsorge und Stabilität. Dies führte dazu, dass Janine große Angst bekam, ihre Mutter und ihr Bruder könnten sterben und sie würde ihre Freundinnen verlieren. Albträume, Bauchschmerzen und eine tiefe Traurigkeit begleiten Janine seitdem täglich. Ihrer Mutter davon zu erzählen, traute sie sich nicht.

Eine Pädagogin von SOS-Kinderdorf, die das Mädchen während der Lockdowns weiterhin förderte, sprach sie schließlich an und erkannte ihr Leid. Laut aktuellen Statistiken ist Janine damit nicht alleine: Im zweiten Lockdown litt fast jedes dritte Kind unter psychischen Auffälligkeiten. Ängste und Sorgen hatten bei den Kindern im Vergleich zum Frühjahr 2020 noch einmal deutlich zugenommen. 

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SOS-Kinderdorf hilft belasteten Familien

Janines Leben war schon vor der Pandemie nicht leicht. Sie ist es gewohnt, alleine aufzustehen, sich anzuziehen und zu frühstücken, denn meistens schafft es ihre arbeitslose und alleinerziehende Mutter nicht rechtzeitig aus dem Bett. Ihr gelingt es nicht, Janine und ihrem älteren Bruder die Liebe und Fürsorge zu geben, die Kinder brauchen. Janine ins Bett zu bringen, sie in den Arm zu nehmen und ihr eine Geschichte vorzulesen – dazu ist Janines Mutter nicht in der Lage. In ihrer Kindheit hat sie selbst nie Zuwendung erfahren und kann sie daher ihren Kindern nicht geben.

Als Janine eingeschult wurde, fiel den Lehrern auf, dass sie zu Hause vernachlässigt wird. Janine kam oft mit unpassender Kleidung in die Schule, sie wirkte ungepflegt und hatte eine Leseschwäche. Die Lehrer schickten sie schließlich in die soziale Gruppe des SOS-Kinderdorfs. Hier werden benachteiligte Kinder außerhalb der Schule in Kleingruppen gezielt gefördert. Doch bevor die Pädagogen Janine wirklich helfen konnten, brach die Pandemie aus. SOS-Kinderdorf begleitete Janine in dieser Zeit und so bemerkte die Pädagogin auch die große Angst des Mädchens vor dem Virus. Zusammen mit der Mutter organisierten sie einen Therapieplatz für die Siebenjährige. Darüber hinaus wird die Mutter nun im Alltag, beim Haushalt und bei Erziehungsfragen durch SOS-Kinderdorf unterstützt. Nur mit langfristiger Hilfe besteht die Chance auf eine bessere Zukunft für Janine.

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*Namen, Abbildungen und biografische Details wurden zum Schutz der realen Personen geändert.

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