Kopfschmerzen Gewitter hinter der Stirn

Kopfschmerzen plagen fast jeden von uns ab und zu. Und sie haben viele unterschiedliche Symptome und Ursachen. Erst wenn wir die genau kennen, ist eine effektive Behandlung möglich. Fünf unterschiedliche Arten von Kopfschmerz – und was sich dagegen tun lässt.

Kopfschmerzen Gewitter hinter der Stirn © Unsplash


Plötzlich ist es da: ein Wummern, ein Pochen, ein Stechen, ein Blitzen und Brennen im Kopf. Manchmal schleicht es sich langsam an, und wir wissen: Nachher kommen die Kopfschmerzen! Kopfweh hemmt uns in vielen Aktivitäten, lässt uns leiden und kostet sehr viel Energie und Lebensfreude. Es ist weit verbreitet, laut aktueller DAK-Studie leidet jeder Dritte mindestens einmal im Monat an Kopfschmerzen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, 25 Prozent der Befragten geben sogar an, dass Kopfschmerzen ihr Leben stark beeinträchtigt. Was verbirgt sich hinter dem Phänomen Kopfschmerz, und was lässt sich dagegen unternehmen?

Fünf Hauptarten von Kopfschmerz

Spannungskopfschmerzen breiten sich vom Nacken her in den gesamten Kopf aus. Man hat das Gefühl äußerlichen Drucks auf Stirn und Nacken. Die Schmerzattacken sind leicht bis mittelschwer und können eine Woche lang dauerhaft spürbar sein. Die genauen Auslöser sind nicht bekannt. Zur Behandlung empfehlen Ärzte eine genaue Analyse der möglichen Ursachen von muskulären Verspannungen über Stress und Schlafmangel sowie Nikotin- und Alkoholkonsum bis zu Arbeiten bei falschen Licht und in anatomischer Fehlhaltung. Medikamente helfen nur bei akuten Vorfällen, aber nicht zur grundlegenden Therapie. Wärme- und Kälteanwendungen, Entspannungsübungen und Spaziergänge können lindern.

Heftiger Clusterkopfschmerz tritt einseitig im Auge-Schläfe-Bereich auf. Bis zu dreistündige Attacken können besonders im Frühjahr und Herbst mehrmals täglich auftreten, erzeugen stechenden Schmerz und starkes Unruhegefühl. Die Ursachen sind unklar, Attacken können aber von bestimmten Nahrungs- und Genussmitteln und Faktoren wie Lichtflimmern, körperliche Anstrengung und Medikamenten begünstigt werden. Fachärzte therapieren medikamentös und mit Vorbeugemaßnahmen.

Unter Migräne in unterschiedlich intensiver Ausprägung leiden in Deutschland etwa acht Millionen Menschen, davon 1,6 Millionen mit schwerem Verlauf. Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer. Attacken sind mit pulsierenden, heftigen, teils einseitig auftretenden Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Tönen und Gerüchen verbunden. Sie können bis zu 72 Stunden anhalten, körperliche Aktivität verschlimmert die Schmerzen. 

Viele Migräne-Patienten gehen mit ihren Beschwerden nicht zum Arzt, sondern therapieren sich mit starken Schmerzmitteln selbst. Der neue Wirkstoff Erenumab gibt intensiv an Migräne Leidenden erstmals die Perspektive, mit einer vorbeugenden Injektion die Zahl der Attacken spürbar zu senken. Die sogenannte Migränespritze kann nach einer sorgfältigen ärztlichen Diagnose verschrieben werden.

Sekundärer Kopfschmerz kann Symptom anderer, noch unbemerkter Krankheiten oder körperlicher Befindlichkeiten sein. Fehlsichtigkeit, falsche Belastungen im Kauapparat, Umwelteinwirkungen, starke Temperaturschwankungen, regelmäßige Einnahme von Medikamenten, Bluthochdruck und anderes können bei sensiblen Menschen zu Sekundär-Kopfschmerzen führen. Ein Schmerztagebuch hilft dem Arzt, die konkrete Ursache herauszufinden und vielleicht sogar auszuräumen.

Der durch generelle Überlastung verursachte Stress-Kopfschmerz stellt sich mehrmals im Monat in intensiver Form ein und tritt sogar nachts auf. Die meisten Betroffenen wissen, dass sie ihren Körper überfordern – und der quittiert das mit Kopfschmerzattacken. Sogar eine Verschiebung im Tagesrhythmus wie langes Ausschlafen am Wochenende kann jetzt Kopfschmerzen auslösen. Abhilfe schafft nur gezielter Stressabbau: die Seele baumeln lassen, progressive Muskelentspannung, Tai-Chi, Yoga.

Dem Schmerz auf der Spur

58 Prozent der Kopfschmerzpatienten, das hat die DAK-Befragung ergeben, greifen zur Tablette – riskant, wenn man den Grund der Schmerzen nicht wirklich kennt oder etwas Falsches für den Auslöser hält. Was viele nicht wissen: Auch nicht verschreibungspflichtige Schmerztabletten können mit anderen Medikamenten gefährliche Wechselwirkungen haben. Also vor jeglicher Tabletteneinnahme unbedingt den Apotheker oder Arzt fragen! Andere vielfach angewandte Selbsttherapien wie frische Luft, ausreichender Schlaf und Bewegung sind natürlich völlig okay.

Unter welcher der Haupt- oder bis zu 180 Nebenformen des Kopfschmerzes man auch leidet: Erster Schritt zur Therapie ist stets eine genaue Untersuchung. In einem Schmerztagebuch verzeichnen Betroffene Aktivitäten, Ernährung, Schlaf, Wetter und mögliche Stressfaktoren, das kann dem Arzt wichtige Hinweise geben. Auch ein gründlicher körperlicher Check gehört dazu. Niemand muss sich hilflos von Kopfschmerzen dominieren lassen.

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