Mehr Rente im Alter Entspannt vorsorgen – für eine gute Zeit ab 60 plus!

Sie haben in ihrer Erwerbsbiografie längere Pausen, arbeiten öfter in Teilzeit und bekommen weniger Gehalt als Männer: Für Frauen ist die private Altersvorsorge besonders wichtig. Je früher sie damit beginnen, desto besser.

Frau in den 60ern Entspannt vorsorgen – für eine gute Zeit ab 60 plus! © Pixabay

Bei der Rente haben Frauen immer noch das Nachsehen

Frauen müssen im Alter nach wie vor mit weniger Rente auskommen als Männer. Laut einer Studie der DekaBank erhalten Männer im Schnitt monatlich etwa 1.180 Euro Rente, während Frauen mit lediglich 755 Euro auskommen müssen. Das ergibt eine durchschnittliche Differenz von 425 Euro.

Die Gründe für die unterschiedlichen hohen Bezüge hierfür finden sich in den Erwerbsbiografien vieler Frauen: Da sind zunächst ihre vergleichsweise niedrigen Gehälter, die sich auf die Rentenhöhe auswirken. Weitere Ursachen sind häufig familiär bedingte Erwerbsunterbrechungen für die Kindererziehung, das Arbeiten in Teilzeit sowie die Pflege von Angehörigen.

Ein weiterer Punkt ist der Faktor Scheidung: Während der Partnerschaft mit Trauschein treten die Einkommensunterschiede zwischen Frau und Mann nicht so sehr in den Vordergrund. Nach der Trennung zeigt sich oftmals, wie nachteilig sich die niedrigeren Gehälter und Renteneinzahlungen für die Frau im Alter auswirken.

Frauen nutzen private Vorsorgeformen weniger als Männer

Bei der privaten Altersvorsorge haben Frauen noch viel Luft nach oben, wie eine Studie von Swiss Life Deutschland zeigt: Lediglich 30 Prozent sichern ihre Arbeitskraft mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung ab – bei den Männern sind es 36 Prozent. Bei der Vorsorge mit Investmentprodukten liegen die Frauen gegenüber den Männern mit drei Prozentpunkten zurück, bei den privaten Rentenversicherungen beträgt der Unterschied zwischen den Geschlechtern noch einen Prozentpunkt.

Andererseits brachte die Studie auch an den Tag: Frauen entscheiden sich früher für eine private Vorsorgeform als noch vor einigen Jahren. 2009 begannen sie im Schnitt mit 34 Jahren mit der Vorsorge, heute bereits mit gut 31 Jahren.

So sorgen Frauen besser vor

Fangen Sie so früh wie möglich mit der Rentenvorsorge an! ©Pixabay

Frauen sollten sich aufgrund ihrer besonderen Lebenssituation individuell zu geeigneten Vorsorgeprodukten beraten lassen. Hier helfen Bankberater, unabhängige Finanzberater oder Finanzdienstleistungsunternehmen wie MLP, tecis und die DVAG. Das Engagement der Anbieter geht oft über das Vermitteln von Finanzdienstleistungen hinaus. Der Finanzdienstleister tecis beispielsweise fordert von Wirtschaft und Politik flexiblere Vorsorgepläne und die Anerkennung von Erziehungszeiten von weiblichen Beschäftigten.

Außerdem ist es wichtig, früh mit der privaten Altersvorsorge zu beginnen, selbst wenn nur kleine Beträge dafür zur Verfügung stehen – wegen des Zinseszins-Effekts: Werden Zinserträge direkt wieder ins angelegte Vermögen investiert, erhöht sich dessen Summe. So wird im Anlagezeitraum ein immer höherer Betrag verzinst. Je früher ein Sparer das Geld anlegt, desto stärker ist dieser Effekt.

Riestern: Besonders für Alleinerziehende interessant

Bei der Riester-Rente als private Vorsorge fördert der Staat das Sparen in Form einer Zulage. Zusätzlich sind die angesparten Beträge bis zu einer bestimmten Höhe steuerfrei. Der Gesamtbetrag wird später als lebenslange Rente ausbezahlt.

Riestern ist wegen der staatlichen Zulagen besonders für Alleinerziehende lohnend: Für eine geschiedene, nicht berufstätige Mutter von zwei Kindern, die nach 2008 geboren wurden, kommen da jährlich bis zu 775 Euro zusammen. Für den Erhalt der staatlichen Förderung reicht meist ein Sparbetrag von monatlich fünf Euro, wenn nur geringe sozialversicherungspflichtige Einkünfte vorliegen.

Weitere Vorsorgeformen

Frauen, die einen Fulltime-Job haben, sollten die betriebliche Altersvorsorge nutzen. Das kann als Entgeltumwandlung erfolgen, bei der Beträge aus dem Bruttoeinkommen der Arbeitnehmerin in einer Direktversicherung angelegt werden. Andere Sparformen sind im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber möglich.

Die private Rentenversicherung gehört zu den klassischen Vorsorgeformen. Sie garantiert bereits bei Vertragsabschluss lebenslange Leistungen, Verluste sind praktisch ausgeschlossen. Viele Versicherungen zahlen eine jährliche Überschussbeteiligung, wenn mit den monatlichen Beträgen Gewinne über die Garantieverzinsung hinaus erzielt wurden. 

Investmentfonds werden in der herrschenden Niedrigzins-Phase als Alternative zu Tagesgeld und Sparbuch gehandelt. Für Frauen eignen sich besonders konservative Fonds, die flexibler sind als klassische Kapitallebensversicherungen: Bei Reduzierung der Arbeitszeit oder einer Babypause lassen sich die Einzahlungen vorübergehend unterbrechen.

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