Kramp-Karrenbauer vs. Bahn Streit um kostenlose Bahntickets für Soldaten entbrannt

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) fordert kostenlose Bahnfahrten für Soldaten. Ein Streit zwischen Deutscher Bahn und Verteidigungsministerium ist entbrannt.

Kramp-Karrenbauer Streit um kostenlose Bahntickets für Soldaten entbrannt © dpa

Bleiben Bundeswehrsoldaten „unsichtbar"?

Bei ihrer Amtseinführung Ende Juli hatte die Ministerin für Anfang 2020 versprochen, die Bundeswehr wieder sichtbarerer zu machen in der Gesellschaft. Darum wollen sie Soldaten in Uniform unentgeltlich in Bussen und Bahnen fahren lassen. Der geplante Startschuss Anfang 2020 sowie das Projekt als Ganzes seien in Gefahr, berichtete der „Spiegel“ unter Berufung auf Bahn-Kreise.

Wie der „Spiegel“ berichtet, würde der Plan bisher an der Bahn scheitern: Die verlange 38 Millionen Euro pro Jahr für die Einführung (bei geschätzt 400 000 bis 800 000 Freifahrten pro Jahr), wolle Soldaten aber nur auf ICE-Hauptstrecken fahren lassen und verlange ein eigenes Bundeswehr-Buchungssystem für weitere 26 Millionen Euro. Die Bundeswehr ging von gerade mal 20 Millionen Euro pro Jahr aus, inklusive Nebenstrecken und Regionalzügen! Von der Bahn hieß es, man wolle sich zwar mit der Bundeswehr einigen. Eine weitere Belastung auf stark genutzten Strecken durch die Soldaten sei jedoch nicht hinnehmbar. Im Interesse der zahlenden Kundschaft müssten „übervolle Züge verhindert werden“, soll es in einem internen Bahn-Papier.

„Peinlich für die Ministerin"

SPD-Finanzexperte Florian Post (38) gegenüber der „Bild“: „Peinlich für die Ministerin und noch peinlicher für die Bahn.“ „Dass unsere Soldaten in Uniform gratis Busse und Bahnen nutzen dürfen, darf nicht an bürokratischem Irrsinn im Ministerium oder bei der Bahn scheitern.“

 
Schlagworte: