Der kleine Rock-Knigge: So zeigen Sie stilvoll Bein

Röcke sind ein modischer Dauerbrenner. Sie haben seit jeher einen festen Platz im Kleiderschrank modebewusster Frauen und haben bisher jedem emanzipatorischen Siegeszug der Hose getrotzt. 

So zeigen Sie stilvoll Bein So zeigen Sie stilvoll Bein © Photo by Tamara Bellis on Unsplash

Ob kurz oder lang, eng oder weit geschnitten, Röcke sind bleiben modern und beliebt. Immerhin ist kaum ein Kleidungsstück so wandelbar wie der Rock in all seinen Facetten. Er kommt mal elegant und mal sexy daher, kann sportlich leicht getragen werden oder sich perfekt ins Business-Outfit integrieren. Dank einer breit gefächerten Stoffauswahl ist Frau außerdem zu jeder Jahreszeit im Rock bestens angezogen. Von luftig leicht bis kuschelig warm sind und bleiben Röcke unser All-Year-Favourite und haben einfach das ganze Jahr über Hochsaison. 

Wichtig ist allerdings, für den richtigen Anlass auch zum passenden Rock zu greifen, denn so viel modische Vielfalt bietet auch eine Menge Gelegenheiten für echte Stil-Fauxpas. Wenn Sie ein paar einfache Grundregeln beachten, können Sie jederzeit stilsicher und geschmackvoll Bein zeigen. Hier sind die wichtigsten Knigge-Regeln für modebewusste Rockträgerinnen.
 

1.    Wie viel Bein darf sein? Die richtige Rocklänge auswählen

Der erste und wahrscheinlich wichtigste Stiltipp in Sachen Rockmode lautet: Die Länge muss stimmen. Grundsätzlich darf zwar in nahezu jeder Lebenslage Rock getragen werden, allerdings ist noch längst nicht jede Rocklänge immer und überall tragbar. Die Höhe des Rocksaumes entscheidet darüber, ob das gute Stück vom Modehighlight zur Stilblüte wird. 

Die passende Rocklänge fürs Büro 
Besonders wichtig ist die Rocklänge im Geschäftsleben. Hier ist der Rock mindestens ebenso salonfähig wie die Hose und Damen machen im Büro mit einem eleganten Kostüm oder einem Rock mit passender Bluse garantiert nichts falsch. Tatsächlich sind sich Modeexperten darüber einig, dass dieses gewisse Quäntchen an Weiblichkeit der Karriere sogar förderlich sein kann. Das stilistische Fettnäpfchen ist im Geschäftsleben allerdings wesentlich größer und leichter zu treffen als im privaten Bereich. Eine feminine Note ist gut, allerdings sollte das Outfit bei aller Weiblichkeit immer ein Höchstmaß an Seriosität ausstrahlen, damit Frau nicht als Flirtobjekt sondern als ernstzunehmender Gesprächspartner wahrgenommen wird. 

Wer auch im Büro gerne Rock träg, sollte nur Modelle wählen, die mindestens eine Handbreit unter dem Knie aufhören. Höher sollte der Rocksaum auch bei sommerlich heißen Temperaturen nicht rutschen. Zwar gibt es hier von Branche zu Branche durchaus variable Spielräume, wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte im Job allerdings nie zu viel Bein zeigen. Außerdem gilt: Ganz gleich, wie heiß es ist, unter den Rock gehören immer Strümpfe. Nacktes Bein sollte nur im privaten Bereich gezeigt werden. Im Büro gehören zumindest dünne Strümpfe oder eine Strumpfhose zum guten Ton, selbstverständlich ohne Laufmaschen oder auffällige Musterungen. Netzstrümpfe und ähnliche Accessoires sollten Sie sich lieber für den Feierabend aufheben. 

Die passende Rocklänge für die Freizeit
Im Freizeitbereich darf die Rocklänge ruhig etwas lockerer gehandhabt werden. Hier sollte das eigene Wohlfühlen im Vordergrund stehen. Allzu kurz sollte es trotzdem nicht werden, sonst wechselt der Look schnell von feminin und sexy zu billig und ordinär. Vor allem gilt es zu berücksichtigen, dass sich die Position des Rocks durch Bewegungen auch verändert. Die Rocklänge sollte also so gewählt werden, dass ein bequemes Sitzen, Laufen und Bücken möglich ist, ohne zu viel zu zeigen. 

Viel höher als bis zur Mitte des Oberschenkels sollte der Rocksaum idealerweise auch im Sommer nicht rutschen. Das gilt vor allem für enge Schnitte, da diese die Bewegungsfreiheit zusätzlich einschränken können. Auch der klassische Minirock darf den Oberschenkel bis zur Hälfte bedecken. 

Die passende Rocklänge für einen festlichen Rahmen
Wenn es um die Garderobe für eine festliche Abendveranstaltung geht, ist weibliche Eleganz gefragt. Röcke und Kleider sind für solche Anlässe besonders gut geeignet. Allerdings sollte die Garderobe schlicht ausfallen und der Rocksaum im späteren Verlauf des Tages deutlich tiefer rutschen. Optimal sind knöchellange oder bodenlange Röcke und Kleider, wenn ein festlicher Anlass ansteht. Auch elegante Cocktailkleider, die eine gute Handbreit über dem Knie enden, sind geeignet. Kürzer sollte es aber keinesfalls werden. Optimal sind fließende Stoffe, die schwer fallen oder, je nach Figur, auch enganliegende Schnitte, die viel Eleganz ausstrahlen. 
 

2.    Die Passform der eigenen Figur angleichen

Röcke gibt es in unzähligen Schnitten und Passformen. So schön die vielfältigen Modelle auf dem Laufsteg oder im Schaufenster auch aussehen mögen, Damen sollten sich einen realistischen Blick in den Spiegel und ein gewisses Maß an Selbstkritik bewahren, wenn sie einen Rock auswählen. Zwar gibt es Schnitte, wie zum Beispiel den klassischen Rock in A-Form, die nahezu jeder Frau stehen, ausgefallenere Passformen schmeicheln aber längst nicht jeder Figur und können vom echten Hingucker leicht zum peinlichen Mode-Fauxpas werden. Damit jede Frau den passenden Rock für ihre Figur findet, hat sich Modedesigner Guido Maria Kretschmer in seinem Fashion-Ratgeber dem Thema Passform besonders detailliert gewidmet. Hier sind die besten Tipps des Stardesigners: 

Welcher Rock passt zu mir?
Da Röcke vor allem den Unterkörper in Szene setzen, sollte das Rockmodell der Figur angepasst werden, die von der Taille abwärts vorhanden ist. Röcke, die in der Mitte der Waden aufhören, neigen dazu, diesen Teil des Beines besonders zu betonen. Wer schöne Waden hat, darf diese natürlich gerne zeigen. Frauen, die an dieser Stelle ihres Körpers von der Natur nicht unbedingt verwöhnt worden sind, greifen lieber zu einem längeren Rock oder zu einem Rock in der klassischen A-Linie. Dieser Schnitt kann kräftige Waden hervorragend kaschieren. 

Die Styleberaterin Ines Meyrose aus Hamburg empfiehlt: „Die optimale Rocklänge sollte immer an der schmalsten Stelle des Beins aufhören." Damit ist die Stelle knapp unterhalb des Knies gemeint, wie die Expertin weiter erläutert. Lange Röcke dagegen sollten immer wenige Millimeter über dem Boden aufhören, nicht etwa an den Fußknöcheln. Ist beim Laufen die Spitze des Schuhs zu sehen, nicht aber der gesamte Fuß, ist die Rocklänge optimal gewählt. 

Weibliche Rundungen perfekt in Szene setzen
Damen mit einer schmalen Körpermitte dürfen gerne zu Taillenröcken greifen. Sie betonen die schlanke Taille und können so vor allem einen etwas kräftigeren Unterbau hervorragend kaschieren. Damen mit einem eher kräftigen Körperbau sind mit einem eleganten Bleistiftrock gut beraten. Er betont die weiblichen Rundungen, ohne einzelne Körperpartien zu stark abzuzeichnen. Damit ist der Bleistiftrock auch für den Business-Look eine gute Wahl. Er sollte allerdings in dezenten Farben und ohne auffällige Muster gewählt werden. 

Falten sind nicht immer schick 
Ein echtes Modehighlight sind derzeit die angesagten Plisseeröcke. Hier ist allerdings Vorsicht geboten. Die eingearbeiteten Falten neigen dazu, vor allem an stärkeren Oberschenkeln oder dem Gesäß optisch aufzutragen, weil das Material sich durch den Faltenwurf eng an den Körper anschmiegt. Damen, die ein sehr weibliches Becken haben und diese Rundungen nicht zusätzlich betonen möchten, lassen den Plisseerock deshalb lieber im Laden und greifen zu einem Modell, das ihrer Figur eher schmeichelt. Ein echtes Must-Have sind Plisseeröcke dagegen für sehr schlanke Frauen, die durch den Rock etwas weiblichere Rundungen zaubern möchten. Hier ist der üppige Faltenwurf eine gute Wahl und kann an den richtigen Stellen ein wenig mehr Weiblichkeit erscheinen lassen. 

Klein aber fein
Bei sehr kleinen Frauen hängt die Optik sehr von der Rocklänge ab. Knielange Röcke sind gut geeignet, während wadenlange Modelle optisch noch kleiner wirken lassen. Hier kann sehr gut mit Absatzschuhen entgegengewirkt werden. Ein schlanker, hoher Absatzschuh erlaubt es auch kleinen Frauen, einen mittellangen Rock zu tragen. Außerdem können taillenbetonte Röcke kurze Beine kaschieren. Insgesamt sollten kleinere Damen dann aber zu einem höchstens knielangen Modell greifen. 

Wer darf Minirock tragen?
Beim Minirock, einem echten Evergreen der Rockmode, ist besondere Vorsicht geboten. Die modischen Teile wirken umwerfend sexy, allerdings gehören dazu auch die passenden Beine. Mit einem Minirock wird das gesamte Bein in Szene gesetzt. Blickdichte Strumpfhosen können zwar kleine Schönheitsfehler wie Cellulite oder Krampfadern kaschieren, nicht aber die Beinform an sich. Wer zum Minirock greift, sollte es sich absolut leisten können, sonst wirkt das Outfit schnell wie gewollt und nicht gekonnt. Damit der Style nicht von sexy zu ordinär schwenkt, sollte der Minirock auf jeden Fall mit schlichten und wenig aufreizenden Kleidungsstücken kombiniert werden. Ein hoch geschlossenes Oberteil und kniehohe Stiefel vervollständigen den Look stilvoll. 
 

3.    Gut kombiniert: Röcke sollten wirken können

Neben der richtigen Länge und einer optimalen Passform ist auch die Kombination mit anderen Kleidungsstücken wichtig, um einen Rock gut in Szene zu setzen. Hier sollten vor allem Farben und Muster mit Bedacht gewählt werden. Ist der Rock sehr dezent, dürfen die übrigen Kleidungsstücke etwas farbenfroher gewählt werden. Im Büro eignet sich ein schlichter Rock mit farblich abgestimmtem Blazer hervorragend. Die dazu kombinierte Bluse oder ein Top dürfen dafür etwas kräftiger ausfallen. 

Ein sommerlich bunter Rock sollte dagegen niemals mit zu unruhigen Oberteilen kombiniert werden, sonst kann das modische Highlight nicht mehr wirken und das gesamte Outfit wirkt überladen. 
Auf weite Röcke sollten eher enganliegende Oberteile gewählt werden, schmal geschnittene Röcke dürfen auch mit figurumspielenden Oberteilen kombiniert werden. Zu einem langen Rock eigenen sich eher kurz geschnittene Kombinationen wie zum Beispiel eine taillierte Bluse oder Jacke. 

Röcke lassen sich zwar meist auf vielfältige Weise kombinieren, das Gesamtbild muss aber immer stimmen, damit jedes Kleidungsstück für sich ebenso wirken kann wie das Zusammenspiel aus allen Teilen. 

 
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