
Wir verraten Ihnen, worauf Sie im Herbst auf dem Balkon achten müssen.
Der Wäscheständer liegt umgekippt zwischen den Blumenkästen, ein Windlicht ist zerbrochen, und der Sonnenschirm hat sich halb aus der Halterung gelöst. So sieht der Balkon nach einer stürmischen Herbstnacht oft aus, wenn niemand rechtzeitig vorgesorgt hat.
Dabei lässt sich genau das mit wenig Aufwand vermeiden. Ein paar Handgriffe am Wochenende reichen, um Pflanzen, Möbel und Deko sicher durch die Sturmsaison zu bringen.
Warum der Herbst Balkon und Garten besonders fordert
Starke Windböen können Gartenmöbel verschieben, Sonnenschirme aus ihren Verankerungen reißen oder Gegenstände einfach umwerfen. Kommen Starkregen und Hagel dazu, leiden auch Pflanzen zusätzlich. Auf Balkonen kommt eine weitere Gefahr hinzu: Herunterfallende Gegenstände können Menschen verletzen oder parkende Autos beschädigen.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt deshalb, bewegliche Gegenstände im Außenbereich rechtzeitig zu sichern oder in geschützte Bereiche zu bringen. Diese Empfehlung gilt für Balkone genauso wie für Gärten.
Was auf dem Balkon zuerst wegmuss
Alles, was nicht fest montiert ist, gehört vor einem Sturm ins Haus. Dazu zählen laut DWD und BBK vor allem:
Blumentöpfe
Gießkannen
Windlichter und Kerzen
Dekoration
Wäscheständer
leichte Gartenstühle und kleine Tische
Spielzeug
Lässt sich etwas nicht hereinholen, sollte es sicher befestigt oder beschwert werden. Auch der Sonnenschirm gehört geschlossen und, wenn möglich, in Haus, Keller oder Garage untergebracht – geöffnet bietet er dem Wind eine große Angriffsfläche.
Wie Sie Blumenkästen und Kübel richtig sichern
Prüfen Sie, ob Ihre Blumenkästen fest sitzen. Lockere Halterungen sollten sofort nachgezogen werden, am besten bringen Sie die Kästen auf der Innenseite des Balkongeländers an. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass herabfallende Blumentöpfe erhebliche Personen- und Sachschäden verursachen können – ein Grund mehr, hier genau hinzuschauen.
Im Garten gilt für große Pflanzkübel: Stellen Sie sie möglichst nah an eine Hauswand oder an einen windgeschützten Platz. Mehrere Kübel dicht nebeneinander stabilisieren sich zudem gegenseitig. Auch aus einem Chiliforum stammt ein einfacher Tipp aus der Praxis: ein paar Steine auf den Topf legen, damit er nicht wegkippt.
Hoch wachsende Pflanzen wie Tomaten, Sonnenblumen oder Dahlien knicken bei starkem Wind leicht um. Stabile Pflanzstäbe und etwas Gartengarn verhindern das meist zuverlässig.
Möbel und Grill: So kommen sie sicher durch den Sturm
Leichte Gartenmöbel, Liegen und Klappstühle gehören bei Sturmwarnung ins Gartenhaus, den Keller oder die Garage. Ist das nicht möglich, lassen sie sich mit geeigneten Gurten gegen Verrutschen oder Umkippen sichern. Kunststoffmöbel, die draußen bleiben, sollten Sie mit einer passenden Plane oder Schutzhülle abdecken und die Ränder mit Steinen beschweren, damit der Sturm sie nicht wegweht.
Bei Holzmöbeln ist eine Abdeckung mit Plane dagegen keine gute Idee: Kondenswasser durch Temperaturschwankungen kann darunter schnell Schimmel verursachen. Besser ist ein trockener, kühler Lagerplatz.
Wann sollten Sie aktiv werden, bevor der Sturm kommt?
Am besten kontrollieren Sie Balkon und Garten schon, sobald ein Unwetter angekündigt ist – nicht erst, wenn der Himmel sich verdunkelt. Alle losen Gegenstände sollten spätestens vor Beginn des Gewitters weggeräumt sein. Während eines aufziehenden Gewitters sollten keine Schnittarbeiten an Bäumen mehr durchgeführt werden, das kann gefährlich werden.
Tote Äste oder bereits geschädigte Bäume stellen bei Sturm ein besonderes Risiko dar. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Bäume regelmäßig zu kontrollieren und bei Bedarf fachgerecht pflegen zu lassen. Wer einen Pool oder ein Trampolin im Garten hat, sollte diese bei angekündigten schweren Unwettern abbauen. Alternativ rät OBI zur Befestigung durch Bodenanker.
Sicherheit geht vor: So verhalten Sie sich während des Sturms
Ist das Gewitter bereits in der Nähe, sollten alle Arbeiten im Freien sofort beendet werden. Suchen Sie Schutz in einem festen Gebäude, halten Sie Abstand zu Bäumen und meiden Sie offene Flächen. Metallische Gegenstände sollten Sie nicht weiter benutzen und Balkon oder Garten verlassen.
Was Sie nach dem Sturm kontrollieren sollten
Sobald das Gewitter vorübergezogen ist, lohnt sich ein Rundgang. Achten Sie auf gelockerte Blumenkästen, beschädigte Gartenmöbel, umgestürzte Pflanzkübel, abgebrochene Äste, beschädigte Zäune sowie lockere Markisen oder Sonnenschirme. Beschädigte Bäume oder größere, instabil wirkende Äste sollten Sie nicht selbst entfernen – hier ist ein Fachbetrieb die sicherere Wahl.
Die kleine Herbst-Checkliste für windige Tage
Vor einem angekündigten Sturm hilft diese kurze Übersicht:
Lose Gegenstände wegräumen oder befestigen
Sonnenschirm schließen und verstauen
Blumenkästen und Balkonkästen kontrollieren und nachziehen
Pflanzkübel an geschützte Plätze rücken, hohe Pflanzen abstützen
Pool oder Trampolin abbauen oder mit Bodenankern sichern
Nach dem Sturm auf Schäden prüfen
Wer diese Punkte zur Gewohnheit macht, spart sich im nächsten Frühjahr viel Ärger. Ein winterfester Balkon schützt Boden, Möbel und Pflanzen dauerhaft vor Feuchtigkeit und Kälte, eine passgenaue Abdeckung hält zusätzlich Regen, Schnee und seitlichen Wind fern. Mit dem nächsten kühlen Wochenende ist ein guter Moment gekommen, um Balkon und Garten einmal in Ruhe für die stürmischere Jahreszeit vorzubereiten.





