Warum der skandinavische Wohnstil so beliebt ist

Warum der skandinavische Wohnstil so beliebt ist

Wohntrends kommen und gehen. Seit das Zuhause eine immer größere Bedeutung erfährt, was Trendforscherin Faith Popcorn schon vor einigen Jahrzehnten prophezeite und mit ihrer Wortschöpfung „Cocooning“ bezeichnete, ist Wohnen mehr als ein paar zweckmäßige Möbel in einem Raum, wo man isst und schläft. Darum ist der Scandi Stil so beliebt.

Warum der skandinavische Wohnstil so beliebt ist
© Pixabay

Es wird zu einer Philosophie und zum Ausdruck der Lebenseinstellung. Der Wohnraum entwickelt sich zu einer Erweiterung des Selbst und steht für Sicherheit und Wohlbefinden. Während die Welt draußen bedrohlich, gar gefährlich zu sein scheint, sind unsere vier Wände unser sicherer Hort. Wir kochen lieber am heimischen Herd, anstatt essen zu gehen, und experimentieren dabei. Wir schauen spannende Filme und Serien über Netflix und lassen das Kino links liegen, und stecken viel Zeit und Geld in die Gestaltung unserer Umgebung. Das kann jeder an sich selbst beobachten.

Dementsprechend zeigt sich die Gestalt der neuen Wohntrends. Wir lassen unsere Sehnsucht nach dem klaren Norden oder dem verträumten Süden in unserer Einrichtung gerinnen und versuchen, unser alltägliches Leben mit einem nie endenden Urlaubsgefühl zu untermalen. Nicht nur die Einrichtung, auch die Ausstattung des Heims mit Sauna und Whirlpool gehören dazu. 
Wohnen ist also mehr als der Aufenthalt in den vier Wänden, es ist leben. Und einer der beliebtesten Wohntrends der letzten Jahre weiß dieses Lebensgefühl besonders gut einzufangen, was ihn so unglaublich beliebt macht. Es ist der Skandinavische Wohnstil, auch kurz als Scandi bezeichnet, wie er hier bei betten.de beschrieben wird. 


Was macht den Scandi Stil philosophisch gesehen aus?

Die philosophischen Aspekte des Scandi Stils kann man in zwei Richtungen verorten: Einerseits handelt es sich um eine Reduktion, die den Geist beruhigt, andererseits um eine besondere Offenheit, die Gastfreundschaft des Hygge.

Minimal ist Muss und beruhigt den Geist

Im skandinavischen Wohnstil dominieren nur wenige und klare Farben. Neben Weiß und Creme ist das auch mal ein Türkis oder Braun. Die farbliche Ausstrahlung wird von den naturbelassenen Hölzern geprägt, welche zu den bevorzugten Oberflächen zählen. Wenn es um die Möbel geht, sind klare Linien und eine reduzierte Formensprache Trumpf, gerne auch organische und kunstvoll gezeichnete Linien. Schnickschnack ist hier fehl am Platz, Verschnörkeltes sucht man vergebens. Im Scandi Stil werden Räume so gestaltet, dass sie offen und möglichst weit sind. Diese Offenheit ist es, die einen großen Einfluss auf die Psyche und das Wohlbefinden hat.

Die klaren Strukturen im Außen wirken sich wohltuend auf das Denken aus. Andererseits erzeugen sie eine Offenheit, die in einem besonderen Gefühl gipfelt, das als „hygge“ bekannt ist. Hygge kommt eigentlich aus dem Dänischen und beschreibt ein Lebensgefühl, das mit Gemütlichkeit und Gastfreundschaft einhergeht. Dieses Lebensgefühl hat in den letzten Jahren auch in Deutschland Fuß fassen können und ist die logische Folge eines Lebens, das sich mehr und mehr in Innenräumen abspielt.

Besonders auf die Geselligkeit und Gastfreundschaft wollen wir einen tieferen Blick werfen. In Skandinavien ist es selbstverständlich, besonders gastfreundlich zu sein. Zum Beispiel gilt das Jedermannsrecht, das besagt, dass man überall draußen übernachten darf (zumindest eine Nacht lang). Die Menschen im Norden lieben es, ihre Gäste mit vielerlei Gebäck und warmen Getränken zu verwöhnen, am liebsten vor einem prasselnden Kaminfeuer. Kein Wunder, gibt es doch lange Phasen der Kälte und Dunkelheit, die so am leichtesten überwunden werden können.

Etwas Skandinavien nach Hause holen

Am einfachsten lässt sich eine Einrichtung im Scandi Look natürlich umsetzen, wenn man ohnehin gerade einen Raum renovieren will oder vielleicht sogar einen Neubau plant. Dann kann man alle Möbel und Farben passend aussuchen. Doch auch in vorhandenen Räumen und Einrichtungen lassen sich skandinavische Elemente unterbringen, sodass ein ganz bestimmtes Flair entstehen kann. Hier sind ein paar Ideen:

  • Licht spielt bei dieser Einrichtung eine zentrale Rolle. Kein Wunder, ist im Norden Tageslicht zu bestimmten Zeiten des Jahres Mangelware. Also setzt man auf schöne Leuchten, helle Farben, die das vorhandene Licht reflektieren, anstatt es zu schlucken und auf Kerzen und gerne auch Feuer, etwa in einem Kamin.
  • Viel Platz unterstützt das Scandi Feeling. Am besten trennt man sich von wuchtigen Möbeln und ersetzt sie durch zartere Teile. Sie werden eher an den Rand des Zimmers geschoben, wo sie weniger Raum einnehmen.
  • Holz ist Trumpf. Das beginnt bei der Vertäfelung der Wände, geht weiter über die Dekoration und Accessoires und endet bei den Möbeln und den Böden. Am liebsten gesehen sind helle Hölzer, die naturbelassen sein dürfen.
  • Designklassiker sind typisch für Skandinavien, zum Beispiel der “Egg-Chair” von Arne Jacobsen. Er wird am besten mit einem zarten Beistelltisch kombiniert.
  • Kuschelige Materialien sorgen für das gewünschte Gefühl von Gemütlichkeit. Dabei kommen (unechte) Felle und schöne Decken zum Einsatz. Skandinavier lieben auch schöne, geometrische Muster, die auf Wohntextilien und Teppichen am besten zur Geltung kommen.
  • Die passenden Farben machen eine Menge aus! Für den Scandi Look kombiniert man ein helles Grau mit Weiß und verschiedenen Pastelltönen. Die zurückhaltende Ausstrahlung dieser Farbe tut einfach gut, denn sie gibt dem Selbst mehr Raum, um sich auszubreiten. Auch die Kreativität kann eine solche Einrichtung fördern!

Viel Spaß beim Umgestalten und mit dem Hygge Gefühl!

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