1. Februar 2021
Sportmuffel – eine Sache der Psychologie?

Sportmuffel – eine Sache der Psychologie?

Bewegung tut gut, Bewegung ist nötig, Bewegungsmangel gefährlich. Viele Menschen sind für diese völlig unstrittigen Argumente nicht zugänglich und lehnen Sport ab – doch warum?

Frau in Sportkleidung auf der Couch
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Der große Staatsmann Winston Churchill ist nicht nur durch das ihm zugeschriebene, (unbewiesene) „No Sports“ einer der berühmtesten Gegner von aktivem Sporttreiben – allerdings längst nicht der einzige. So, wie manche Menschen nicht genug von sportlicher Betätigung bekommen können, lehnen andere diese rundweg ab; oft sogar ohne schlechtes Gewissen und wider besseres Wissen. Dafür gibt es ebenso konkrete Hintergründe wie teilweise auch Lösungswege.

1. In Zahlen: Sportgegner rund um den Globus

Die heutige Zeit ist in immer stärkerem Maß durch Selbstoptimierung geprägt:

  • Jugendlichkeit
  • Gesundheit
  • Sportlichkeit
  • Ernährung

In vielen Nationen folgt ein hoher Prozentsatz der Bevölkerungen diesen Idealen mehr oder weniger stark – auch, weil gerade in Sachen Sport die erwiesenen Vorteile bis hin zu verbesserten Hirnprozessen breitgesellschaftlich bekannt sind.

Doch auch wenn es heute so einfach ist wie nie, Sport auf vielfältigste Art zu betreiben, so gibt es doch auch teils signifikante Bevölkerungsanteile, die sich Sport völlig verweigern. Einige globale Beispiele:

Die umfassenden Arbeiten der WHO lassen dabei einen globalen Tenor erkennen: Je reicher eine Nation ist, desto unbewegter ist ihre Bevölkerung. Im Median leiden in diesen Ländern etwa 37 Prozent der Menschen an Bewegungsmangel, in ärmeren Nationen hingegen nur zirka 16 Prozent.

Den geringsten Anteil an zu inaktiven Menschen haben dabei einige Nationen südlich der Sahara: In Mosambik, Uganda oder Tansania bringen es nur einstellige Prozentzahlen auf ein nicht ausreichendes Bewegungspensum.

Frau und Mann auf Laufband
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Interessanterweise haben reiche Nationen den größten Anteil von Sportmuffeln. Dabei sind hier die Möglichkeiten wesentlich zahlreicher als in ärmeren Ländern.

2. Die Hintergründe der Abneigung

So gibt es einerseits viel mehr Möglichkeiten zwischen Sportverein und hochtechnisiertem Fitnessstudio, andererseits jedoch eine ebenfalls höhere Zahl an Menschen mit Bewegungsmangel. Nicht alles davon lässt sich mit simpler Ablehnung begründen – zur Bewegung trägt schließlich nicht nur Sport bei, sondern auch die vorherrschenden Fortbewegungsmittel, der Bewegungsgrad typischer Berufe und die Dauer der täglichen Arbeit.

Daher gibt es in Wohlstandsnationen auch deshalb viele unsportliche Menschen, die aufgrund langer Arbeitstage und vorherrschender Büroarbeit nur wenige Möglichkeiten haben sich tagsüber viel zu bewegen. Allerdings lässt es sich nicht von der Hand weisen, dass auch hier ein gewisser Teil der unsportlichen Personen aus (mehr oder weniger) freien Stücken so lebt. Mehr oder weniger deshalb, weil es zumindest deutliche Indikatoren gibt, dass dahinter nicht ausschließlich freie Willensentscheidungen stehen.

Ein genetisches Problem?

Darauf deutet zumindest eine Reihe von Arbeiten hin, die an der University of Southern California durchgeführt wurden. Ausgangspunkt war ein Projekt im Jahr 2014. Die Forscher untersuchten zwei Gruppen von Laborratten, unterteilt in ihre Leistungsfähigkeit beim Laufen.

Dabei fanden sie heraus, dass die Nachkommen der Ratten das gleiche Laufverhalten wie ihre Eltern zeigten – waren diese leistungsfähige, begeisterte Läufer, genau wie die nächste Generation und vice versa.

Im gleichen Jahr fand eine weitere Studie heraus, dass bei aktiven (menschlichen) Läufern der Nucleus accumbens (der Sitz des „Belohnungssystems“ im Gehirn) deutlich aktiver war; bei der unsportlichen Kontrollgruppe war das Gegenteil zu beobachten.

Abgeschlossen ist die Forschung hier zwar noch nicht, aber es gibt zumindest sehr deutliche Anzeichen dafür, dass die Genetik eine bestimmende Rolle dabei spielt, ob ein Mensch gerne körperlich aktiv ist oder nicht.

Familie auf dem Sofa
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Sport-Unlust als genetisch bedingtes Generationenproblem. In dieser Theorie läge die Erklärung für einige bislang ungeklärte Fragen.

Soziokulturelle Faktoren

Einen weiteren Stellenwert hat zudem die Position, die sportliche Bewegung innerhalb einer Gruppe oder einer Gesellschaft hat. Das heißt:

  • In der Familie,
     
  • in einem Freundeskreis bzw. einer ähnlich engen sozialen Gruppe,
     
  • in einer größeren gesellschaftlichen Gemeinschaft oder
     
  • in der Gesamtgesellschaft.

Diese Kategorien können durch ihr Ansehen von Sport bzw. generell gesundem Lebenswandel und den Umgang damit eine starke Wirkung auf die Entscheidung Einzelner haben.

Beispielsweise lässt sich häufig beobachten, dass die Kinder sportlicher Eltern ebenfalls zumindest keinen völlig unbewegten Lebensstil pflegen. Ähnliches gilt auch in aktiven Freundeskreisen. Dementsprechend finden sich unsportliche Menschen eher in solchen Gruppen, bei denen Sport und Gesundheitsoptimierung nachgeschaltete Bedeutung haben – aus unterschiedlichsten Gründen.

Dabei scheint es jedoch eine abgestufte Wirkung zu geben. Je kleiner und enger die Gruppe, desto stärker wirkt sie sich auf das Verhalten Einzelner aus.  Das Gegenbeispiel: Unter anderem in Deutschland hat Sport eine hohe und ausschließlich positive breitgesellschaftliche Bedeutung. Dennoch ist knapp die Hälfte der Bevölkerung nicht sehr sportlich. Ein Grund könnte sein, dass der breitgesellschaftliche Druck sich nicht so stark auf Einzelpersonen auswirkt wie das, was ihr unmittelbares Umfeld aussendet.

Ausreichende anderweitige Betätigung

Sport ist deshalb ein so bedeutender Faktor für Bewegung, weil er zwei Faktoren miteinander kombiniert:

  1. Eine für viele Menschen in irgendeiner Form attraktive, spaßige Form der Betätigung.
     
  2. Eine gezielte, oft sportwissenschaftlich optimierte Vorgehensweise, die bei korrektem Training den Körper vielseitig, kontrolliert und gezielt beansprucht.

Daneben gibt es jedoch auch viele Menschen, die beide Faktoren (zumindest vordergründig) nicht benötigen. Konkret deshalb, weil ihr Tagesablauf genügend Bewegung bietet.

Als Beispiel sind körperlich anspruchsvolle Berufe, teilweise auch Tätigkeiten, die von vielen fußläufigen Aktivitäten geprägt sind. Ein Briefträger, der tagtäglich weite Strecken zurücklegt, benötigt nach Feierabend ebenso wenig zusätzliche sportliche Betätigung wie der Garten- und Landschaftsbauer, der mit Spaten und anderem Handwerkzeug arbeitet. Auch der Einzelhandelsmitarbeiter, der einen Großteil seiner Arbeitstage laufend auf den Beinen verbringt, braucht anschließend nicht zwangsläufig einen zusätzlichen Ausgleich.

Allerdings liegen viele Tagesabläufe dabei auf einem schmalen Grat. Oft kommt es durch typische Bewegungen zu einseitigen oder zu Fehl- und Überbelastungen. Als Beispiel sei der Maurer genannt. Fraglos ein aktiver, anstrengender Beruf, der jedoch viele Körperpartien außenvorlässt, dafür einige wenige Gruppen übermäßig beansprucht – und verschleißt.

Erfahrungsbasierte Konditionierung

Lernen aufgrund von Erfahrungen stellt eine der wichtigsten Säulen von Lernprozessen dar. Dieser Prozess ist so stark, dass daraus eine Konditionierung entstehen kann – auch hinsichtlich Bewegung und Sport.

Viele Menschen haben nicht von Beginn an eine ablehnende Haltung zu Sport, manche waren dem Sport gegenüber ursprünglich sogar positiv eingestellt. Dann jedoch führte ein Ereignis oder eine Reihe davon zu einer Änderung. Möglich sind mehrere Auslöser:

  • Eine Verletzung, besonders wenn sie schwer war oder stark/lange beeinträchtigte.
     
  • Regelmäßige negative körperliche Erfahrungen, beispielsweise wiederkehrender Muskelkater oder Gelenkschmerzen.
     
  • Andere negative Erfahrungen im Zusammenhang mit Sport, beispielsweise Zurückweisung, Mobbing, Frust durch das Nichterreichen fremd- oder selbstgesteckter Ziele.

Dieses negative Lernen hat in den seltensten Fällen mit dem Sport an sich zu tun. Es resultiert meist nur aus falschem Verhalten, Training usw. Dennoch kann dadurch eine Konditionierung entstehen, die so stark wirkt, dass ein Mensch mitunter lebenslang jeglichem Sport ablehnend gegenübersteht.

Gesundheitliche Missinterpretation

Wie Personen sich selbst sehen, ist in höchstem Maß von Subjektivität geprägt. Auch das Umfeld gibt nicht immer seine ehrliche Meinung preis – hier kommen weitere Faktoren wie Gefühle, gesellschaftliche Normen, Höflichkeit und dergleichen hinzu.

Als Resultat sind viele Sportgegner der Ansicht, keinen Sport zu benötigen, da sie sich für ausreichend aktiv und gesund erachten – häufig in Verkennung der Realität. Allerdings gibt es von dieser Missinterpretation auch noch eine weitere Variante.

Sie stützt sich auf Zitate wie das aus dem Eingang dieses Artikels („No Sports“) sowie im deutschsprachigen Raum auf den Klassiker „Sport ist Mord“: Ähnlich, wie viele Raucher gerne Beispiele wie Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt heranziehen, verhält es sich auch beim Sport:

Sportmuffel argumentieren dann, dass die Bewegung überflüssig sei oder mehr Nach- als Vorteile hätte. Sie verweisen nicht selten ebenfalls auf Beispielpersonen, die auch ohne Sport ein hohes Alter erreichten oder sich bester Gesundheit erfreu(t)en.

Das ist deshalb ein gefährliches Fehlverhalten, weil es auf der irrigen Annahme basiert, dass sich von Ausnahmen eine Regel ableiten ließe. Dass der starke Raucher Helmut Schmidt 96 Jahre alt wurde, war jedoch ebenso eine Ausnahme wie der übergewichtige (und ebenfalls rauchende) Winston Churchill, der mit 90 Jahren verstarb. Beide waren zudem keine gesunden Männer:

  • Schmidt trug seit 1981 einen Herzschrittmacher, kurz vor seinem Tod musste er wegen eines Raucherbeins operiert werden, litt zeitlebens an Ohnmachtsanfällen.
     
  • Churchill hatte bereits 1941 erste kardiale Symptome, hatte zwischen 1949 und 1953 vier Schlaganfälle und häufige Probleme mit Lungenentzündungen. Weitere Einblicke geben die Reflexionen seines persönlichen Kardiologen

I am amazed that he made it to age 90.
He was fat, sedentary, and stressed;
he smoked cigars and drank alcohol to excess;
and he kept terribly irregular hours

Nicht zuletzt durch die sozialen Medien sehen viele Experten die große Gefahr, dass sich derartige Theorien ähnlich rasch verbreiten wie Fake News und Verschwörungstheorien.

Mangelndes Interesse

Warum mag ein Mensch Sport, der andere nicht? Dahinter verbergen sich oftmals die gleichen Gründe, warum eine Person gerne Rosenkohl isst, eine andere jedoch nicht: persönliche Präferenz.

Viele Sportmuffel würden sich prinzipiell mehr bewegen, akzeptieren auch die gesundheitlichen Vorteile – sie haben jedoch nur schlicht und ergreifend „keine Lust“.

Allerdings gibt es hier zwei Personengruppen:

  1. Sportmuffel, die generell Bewegung nicht mögen – aus vielfältigen Gründen, darunter auch die angesprochenen, vermuteten genetischen Faktoren.
     
  2. Sportgegner, die bislang nur noch keine Disziplin gefunden haben, die ihnen Spaß macht.

Letztere können in der Regel leicht überzeugt werden, erstere hingegen meist nur deutlich schwieriger. Dennoch gibt es Möglichkeiten, sich leichter zum regelmäßigen Sporttreiben zu motivieren.

Gering ausgeprägtes kompetitives Verhalten

Sport hat in beinahe jeder Disziplin auch ein vergleichendes Element, selbst wenn keine Wettkämpfe durchgeführt werden – etwa das „Schaulaufen“ in Fitnessstudios, bei dem ein unausgesprochener Vergleich zwischen sportlichen und anderen Mitgliedern immer mitschwingt.

Hier findet sich der finale Grund für die Ablehnung: Menschen, deren Wettbewerbsdenken unterproportional ausgeprägt ist. Sie mögen die Aktivität deshalb nicht, weil sie sich nicht mit anderen messen möchten. Da viele Disziplinen den Kontakt zu anderen Personen bedingen (auch ohne ein Teamsport zu sein), fallen für solche Menschen viele Sportarten durch ihr persönliches Raster.

3. Wie sich Abneigung wandeln lässt

Wer aufgrund genetischer Faktoren keine Freude, keine „Belohnung“ durch Sport verspürt, kann nur schwer beeinflusst werden. Davon jedoch abgesehen lässt sich bei den meisten anderen genannten Ablehnungsgründen ein Umdenkprozess anstoßen.

Überlagen durch positive Primäremotionen

Eine der wichtigsten Methoden dazu lautet, eine Sportart zu finden, bei der positive Emotionen vor allem anderen stehen. Dafür stehen Disziplinen mit einem hohen „Spaßfaktor“, oft auch trendorientierter Natur.

Sie sind zwar ebenfalls im besten Sinne eine sportliche Betätigung, jedoch tritt die Anstrengung und teilweise auch das Wettbewerbsdenken in den Hintergrund und damit das, was viele am Sport nicht mögen – ungleich zu beispielsweise Jogging oder Rennradfahren.

Bei diesen klassischen Disziplinen ziehen viele Teilnehmer ihre Befriedigung oft nur aus der Anstrengung selbst. Vornehmlich dem sogenannten „Runner’s High“, dem „Läuferhoch“, welches bei aeroben Sportarten als euphorischer Zustand zu beobachten ist, aber vielen Personen als einziger Motivator neben gesteigerter Gesundheit und Leistungsfähigkeit nicht genügt.

Externe Motivatoren hinzufügen

Für manche Menschen mag die Aussicht auf verbesserte Gesundheit, ein optimiertes Körpergefühl, mehr Leistung, ein längeres Leben und Schönheit genug sein, um sie zum Sport zu motivieren. Für andere hingegen genügt dies nicht – wertungsfrei gesprochen.

Solche Personen können versuchen, zusätzliche Motivatoren zu finden. Eine spaßige Disziplin ist dabei zwar sehr wirkmächtig, jedoch nicht die einzige Option. In der Realität gibt es eine enorme Bandbreite von subjektiven, persönlichen Dingen, die jeder für sich herausfinden muss, die dann aber starke Wirkung entfalten können.

Allerdings birgt das auch eine Gefahr: Die Motivatoren müssen langfristig wirken, nicht nur in Form einmaliger Belohnungen.

Geringe Steigerungsraten anstreben

Mehr Sport ist ein weltweit beliebter Vorsatz zum Jahreswechsel, der ebenso wie die meisten anderen Vorsätze rasch wieder scheitert. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass in einen sportlicheren Lebenswandel eintauchende Menschen sich für kurze Zeiträume oftmals viel zu viel zumuten – übrigens auch jenseits von Neujahr.

Wer bislang keinen Sport trieb, kann beispielsweise schlicht nicht realistisch erwarten, binnen Jahres- oder gar Monatsfrist zum ausdefinierten Athleten zu werden. Der Schlüssel liegt deshalb in einer Politik der kleinen Schritte:

  • Ein realistisches und besser niedrig angesetztes Endziel definieren.
     
  • Den Weg dorthin in kleine, leicht zu erreichende Abschnitte unterteilen.
     
  • Das Erreichen jedes Zwischenziels gegebenenfalls mit einer kleinen Belohnung kombinieren.

Ganz ähnlich wie bei einer Gewichtsabnahme liegt die Kunst nicht darin, binnen kurzer Zeit viel zu erreichen. Vielmehr geht es darum, diesen neuen Lebenswandel möglich sanft in das bisherige Leben zu integrieren. Umso leichter fällt es den meisten Menschen, einen tatsächlich dauerhaften Wandel zu schaffen. 

Ablenkungen schaffen

Wer Sport nicht mag, egal aus welchen Gründen, der mag meistens auch nicht die damit verbundene Anstrengung – wie bereits erwähnt sorgt das Abrufen von Leistungen nicht bei allen Menschen für ein Hochgefühl.

Wer damit große Probleme hat, sollte nach Möglichkeit alle Register ziehen, um den Fokus seiner Aufmerksamkeit von der Anstrengung wegzulenken. Musik ist dafür ein altbewährtes Mittel. Möglich sind aber auch andere Wege, etwa das Ansehen von Filmen/Serien auf Sportgeräten.

Wichtig ist letztlich nur, dass die gewählte Methode genügend Aufmerksamkeit generiert, dass die sportliche Belastung in den Hintergrund tritt. Gerade bei Sportarten, die sich auf gleichmäßige motorische Grundbewegungen stützen, kann dies äußerst wirksam sein.

Integration weniger sportlicher Bewegungsabläufe

Sport ist in unseren heutigen Gesellschaften deshalb bei so vielen Menschen notwendig, weil ihr Alltag selbst zu wenig körperliche Aktivität beinhaltet. Dabei ist es für den Körper weitestgehend gleich, in welcher Form die Bewegung erfolgt. Das heißt, es muss nicht zwingend eine explizit sportliche Disziplin sein.

Es genügt demnach auch, den Alltag selbst mit mehr Bewegung zu füllen. Beispielsweise:

  • Der Wechsel von automobiler zu fußläufiger Bewegung oder auch Radfahren.
     
  • Treppensteigen statt Aufzüge oder Rolltreppen.
     
  • Mehr Bewegung bei sowieso zu absolvierenden Aktivitäten – etwa verstärktes Einbeziehen der Arme beim Gehen, Tanzen bei Putzarbeiten und dergleichen.
  • Stehen statt sitzen am Schreibtisch.

Mit geschicktem Vorgehen lässt sich so das tägliche Bewegungspensum auf ein ausreichendes Maß vervielfachen, ohne dass dazu noch zusätzlicher Sport vonnöten wäre. Solange es Erwachsene auf wöchentlich 150 Minuten Bewegung mittlerer

Intensität bringen, haben sie das wissenschaftlich empfohlene Mindestmaß erreicht.

Die Grenzen der Wandlungsfähigkeit

Allerdings sorgt nicht nur die Genetik dafür, dass es bei jedem Menschen Grenzen gibt. Dieses Kapitel ist deshalb vor allem für Außenstehende gedacht, die einen nahestehenden Sportgegner zum Umdenken bewegen möchten.

Das heißt, jeder Mensch kann nur bis zu bestimmten Leistungen motiviert werden. Bei ihnen ist es zudem leicht möglich, eine Schwelle zu überschreiten, wodurch alle bisherigen Erfolge zunichte gemacht werden. Dementsprechend sollte das Ziel aller Maßnahmen primär sein, so aktiv zu werden, dass die wissenschaftlichen Mindestanforderungen erreicht werden. Das macht zwar aus einer Person keinen leidenschaftlichen Sportler, ist jedoch deutlich besser, als dieser Bewegungsform weiterhin ablehnend gegenüberzustehen.

Denn letztendlich geht es nur um eines: Gesundheit. Ein den Schönheitsidealen entsprechender Körper und ähnliche oberflächliche Ziele sollten immer nur Bonus sein.

Fazit

Warum einige Menschen Sport nahezu kategorisch ablehnen, unterliegt multiplen Gründen. Manche haben schlechte Erfahrungen gemacht, andere haben einen unterdurchschnittlichen Wettbewerbssinn. Bis auf die wenigen Fälle, in denen tatsächlich genetische Faktoren ursächlich sind, lässt sich jedoch fast immer ein Umdenken bewirken – denn auch wenn die Auslöser nicht ausschließlich psychologisch sein mögen, so sind die Lösungswege es umso mehr.

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