Reise-Tipp Begegnung mit einem Schamanen

Bali, Insel der Götter, ist auch ein Paradies für dämonische Störenfriede. Zum Glück gibt es weise Männer, die sie besänftigen. Etwa mit Kokosnüssen. Ortstermin bei einem Brahmanen

Begegnung mit einem Schamanen

Ich fahre durch die Reisterrassen ins zwei Stunden entfernte Jatiluwih und erreiche Ketuts Hof. Gänse watscheln vorbei, Hunde dösen in der Sonne, eine Katze nähert sich und starrt mich an. Endlich kommt Ketut, er entschuldigt sich für die Verspätung. Die Polizei hatte ihn um Hilfe gebeten. In Sanur, an der Küste, laufe so viel schief in letzter Zeit, dass nur Dämonen dahinterstecken können. „Ich war in diesem Polizeigebäude – da war alles voll von Dämonen!“ Wie viele? „Mehr als tausend!“ Die Polizisten waren erschüttert. Weil es in der letzten Zeit mehrere Wechsel unter den Chefs gegeben habe, sei nicht mehr mit dem nötigen Ernst geopfert und gebetet worden. Aber das wollen sie jetzt ändern. Und Ketut hat ihnen Mut gemacht, dann würde sich das Dämonenaufkommen schnell wieder normalisieren. Erleichterung beim Polizeichef.

Ketuts Haustempel strahlt jetzt im Schein der untergehenden Sonne in den Farben des Regenbogens. Toffi, das zahme Äffchen, schwingt sich auf den Rücken eines Hundes und galoppiert über den Hof. Ketut öffnet ein Fläschchen und zieht etwas Krauses hervor. „Haare, von einem Dämonen!“, flüstert er. Und beginnt mit leiser Stimme, Sutren zu singen.

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