Fahrradtour Der Wikinger-Friesen-Weg

Traumhafte Natur, bezaubernde Orte, lauschige Unterkünfte, idyllische Wege: Geheimtipps der FÜR SIE-Redaktion für entspannte Fahrradtouren.

 

 

Vorwärts mit Rückenwind - beste Aussichten auf dem Wikinger-Friesen-Weg
Andrea Lepperhoff, Report-Ressortleiterin

Gut, dass wir nicht von hier aus gestartet sind“, sagt meine Freundin Claudia, und ich verstehe sofort, was sie meint. Nach fünf Tagen im Sattel sitzen wir erschöpft, aber glücklich am Hafen des idyllischen Örtchens Maasholm an der Schleimündung und futtern frisch belegte Krabbenbrötchen. 180 Kilometer sind wir geradelt, seit wir St. Peter-Ording verlassen haben. Wir sind über die Deiche auf der Halbinsel Eiderstedt an unzähligen Schafen und schwarzbunten Kühen vorbeigerollt, haben tief und beglückt salzige Seeluft eingeatmet.

Wir staunten nicht schlecht, als wir uns am ersten Abend in Friedrichstadt bei Husum plötzlich in Amsterdam wähnten: Die Stadt wurde im 17. Jahrhundert von Holländern gebaut und bezaubert mit ihren hübschen Treppengiebelhäusern, sogar an echten Grachten spazieren wir entlang. Die letzte Etappe sind wir den atemberaubend schönen Ostseefjord Schlei entlanggefahren, wo Claudia alle zehn Minuten anhalten wollte, um blühende Rapsfelder, Reetdächer und Meer abzulichten. Und das Beste: Bis nach Maasholm pustete uns der Wind immer kräftig in den Rücken und schob uns vor sich her. Wer weiß, ob wir wirklich weit gekommen wären, hätte er uns von vorn angeweht.

Tipps & Infos

  • Strecke: St. Peter-Ording (Nordsee)–Maasholm (Ostsee), 180 km. Info: www.wikinger-friesenweg.de
  • Tipp: Hotel „F-Ritz“ in Schleswig an der Schlei. Stilvoll und mit ruhigem Garten. DZ/F ab 80 Euro. www.hotel-f-ritz.de
  • Tour: 8 Tage (7 Ü/F im DZ) inkl. Lunchpaket und Radwanderführer 345 Euro. Gepäcktransfer und Leihfahrrad optional. Über www.tourismus-nord.de

Tiefe Täler, kühle Seen - unterwegs im Südschwarzwald
Sylvia Lott, Reisejournalistin

Pauschalurlaub im Schwarzwald – das ist doch nur was für Rentner, davon war ich überzeugt. Und überhaupt: Wie sollte ich, geboren und aufgewachsen in der norddeutschen Tiefebene, eine Radtour durch Deutschlands größtes zusammenhängendes Mittelgebirge konditionell überstehen? Eher widerwillig ließ ich mich von meiner Schwester zu dieser Reise überreden. Es war noch kühl, und die Luft roch nach taunassem Gras, als wir gegen acht Uhr mit unseren blitzblanken, bepackten Tourenrädern in Hinterzarten aufbrachen. Einmal rund um den Südschwarzwald sollte unsere Fahrt gehen. „Fast nur bergab“, hatte Linda versichert. Sie behielt recht. Am Vormittag hatte die Sonne den Nebel in den Tälern vertrieben, und wir kühlten unsere Füße im Wasser des malerischen Titisees. Später fuhren wir an der rauschenden Wutach entlang.

Nicht ohne Grund wird diese imposante Schlucht der „Grand Canyon des Schwarzwalds“ genannt, denn der Fluss hat sich bis zu 170 Meter tief in die Felsen geschnitten. Mit jedem Kilometer schwanden meine Vorurteile, und bald wusste ich nicht, was mich mehr begeisterte: die vielen 100 Jahre alten Höfe und Fachwerkhäuschen, an denen wir vorbeikamen, die engen Gassen, durch die wir unsere Räder in Laufenburg und Rheinfelden schoben, oder doch vielleicht die regionalen Spezialitäten wie Schinken, Schwarzwälder Kirschtorte oder duftende Obstbrände, die in jedem Gasthaus in bester Qualität serviert werden. Irgend wann musste ich mich bei Linda für mein anfängliches Genörgel entschuldigen und zugeben: Nie hatte mir Radfahren so viel Spaß gemacht. 

Tipps & Infos

  • Strecke: 240 km Rundkurs um den Naturpark Südschwarzwald mit kurzen Abstechern über die Grenze in die Schweiz und nach Frankreich. www.suedschwarzwald-radweg.de
  • Tipp: Hotel und Gasthaus „Zum Engel“ in Hinterzarten mit Traumblick über den Schwarzwald (Ü/F im DZ 37 Euro p. P.), www.engel-hinterzarten.de
  • Tour: 4 Tage (4 Ü/F) inkl. Karten, Gepäcktransfer und Ticket Höllentalbahn (für den einzigen Anstieg) ab 359 Euro p. P., Leihrad 65 Euro (E-Bike 97 Euro), über www.original-schwarzwald.de

Seite 3: Die Ruhrpott-Route

 

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