Wir haben nachgefragt: Darum sollte Frau ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen

Wir haben nachgefragt: Darum sollte Frau ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen

Frau zeigt Geldscheine
© sallyjermain / Pixabay
Wir haben nachgefragt: Darum sollte Frau ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen

Noch immer überlassen viele Frauen ihren Partnern die Vermögensverwaltung. Dabei werden verschiedene Gründe für diesen Umstand angeführt: Desinteresse, zu geringes Fachwissen und Risikovermeidung, um nur einige wenige zu nennen. Tatsächlich sind jedoch Frauen sogar die clevereren Sparer und Anleger. Obwohl sie weniger als 30 Prozent der Aktienbesitzer ausmachen, liegt ihre Rendite häufig um mehr als 50 Prozent über den Durchschnittsrenditen der Männer. Wir haben uns Expertenmeinungen eingeholt und verraten Ihnen, wie auch Sie ihr Geld clever verwalten und wieso Sie das finanzielle Ruder nicht länger aus der Hand geben sollten.

Die Persönliche Altersvorsorge sichern

Häufig wird die Altersvorsorge von Eheleuten oder Lebenspartnern von einem der beiden Partner organisiert. In der Regel sind das immer noch die Männer des Haushaltes. Nicht selten liegt das auch daran, dass Frauen weniger verdienen, längere Arbeitspausen einlegen, um die Kindererziehung zu übernehmen oder eben ihr Vertrauen in ein (vermeintlich) höheres Wissen ihres Partners in Finanzfragen setzen. Diese Rechnung kann unter Umständen natürlich aufgehen. Was aber passiert, wenn ein Todesfall oder eine unerwartete Trennung alles verändert?

Oft geraten Frauen, die auch statistisch eine höhere Lebenserwartung bei häufig geringerem Lebenseinkommen aufweisen, aus diesen Gründen in Altersarmut. Bis zu 40 Prozent finanzielle Einbußen müssen Frauen nach einer Scheidung im Schnitt hinnehmen. Die Rentensummen, die ein Versorgungsausgleich nach Auflösung der Ehe oder eine Witwenrente bringen, sind in den meisten Fällen zu gering um ausschließlich davon zu leben.

Um diese Probleme zu vermeiden, sollte Frau frühzeitig ihr Geld selbst in die Hand nehmen. Das bedeutet für berufstätige, angestellte Frauen vor allem, eine betriebliche Altersvorsorge frühzeitig in Anspruch zu nehmen. Dabei geben Sie nur einen kleinen Teil Ihres Bruttolohnes auf, erhalten zusätzliche Förderungen durch den Arbeitgeber und den Staat und können zudem Steuern und Sozialversicherungsabgaben einsparen. Selbstständig tätige Frauen sollten sich ebenfalls frühzeitig über private Rentenvorsorgemöglichkeiten informieren. Neben freiwilligen Einzahlungen in eine private oder fondsgebundene Rentenversicherung bieten sich auch besonders Investments in Anleihen und Aktien an.

Frauen, die eingeschränkt arbeiten, weil sie zum Beispiel die Erziehung der Kinder, die Pflege der Eltern oder Schwiegereltern oder den Haushalt managen, sollten ebenfalls private Rentenvorsorgepläne schmieden. Zusätzlich zu Investitionen in Aktien und Fonds, können Modelle wie die staatlich geförderte Riester-Rente näher in Augenschein genommen werden, die sich besonders für Mütter und Hausfrauen rentieren kann. Natürlich können zudem ebenfalls private Rentenversicherungen abgeschlossen werden. Da flexibel eingezahlt wird und Pausen variabel einkalkulierbar sind, bietet sich diese Option vor allem für Frauen an, die jeweils nur zeitweise im Berufsleben stehen.


Geld richtig anlegen

Höhere Renditen erzielt Frau derzeit vor allem mit der Geldanlage in Aktien und Fonds. Sparbücher und Bankkonten verlieren aufgrund der aktuellen und anhaltenden Niedrigzinsen zunehmend an Attraktivität. Höhere, wenngleich dennoch geringe Zinserträge können Sie sich auf Tagesgeldkonten einiger ausländischer Banken sichern. Nutzen Sie dazu beispielsweise Tagesgeld-Vergleichsportale. Während die meisten deutschen Banken Tagesgeldkonten zu 0,01 bis 0,05 Prozent Zinsen anbieten, liegen einige Banken aus Norwegen oder Schweden derzeit bei Angeboten von etwa 0,5 Prozent.

Risikofreudigere sollten einen genaueren Blick auf den Aktienmarkt werfen. Bevor Sie jedoch in den Handel mit Aktien einsteigen, sollten Sie sich umfassend informieren. Online gibt es mittlerweile großartige Ratgeber, die übersichtlich erklären, worauf besonders geachtet werden muss, welche Anfängerfehler Sie unbedingt vermeiden sollten und wie Sie vielversprechende Positionen erkennen, kaufen und sinnvoll verwalten. Auf www.nachgefragt.net finden Sie beispielsweise jede Menge wissenswerte Infos zu Themen rund um Finanzen und Trading, die Ihnen eine super Grundlage bieten, um in die Welt der ETFs und Aktien einzutauchen.

Dabei ist der Aktienhandel längst nicht mehr nur etwas für Fachmänner. Viele Banken, vor allem Direktbanken, bieten ihren Kunden mittlerweile ein kostenloses Depot an, versorgen sie darüber hinaus mit Informationen und stellen den Markt übersichtlich dar. Auf diese Weise kann jeder, der interessiert ist und sich vorab belesen hat, traden.

Eine weitere beliebte Geldanlage, die derzeit einem gewissen Hype unterliegt, sind Kryptowährungen. Als solche bezeichnet man digitales Geld, das außerhalb des herkömmlichen Bankensystems zur Bezahlung von Produkten und Dienstleistungen, sowohl geschäftlich als auch privat, genutzt werden kann. Die bekanntesten Kryptowährungen sind derzeit Bitcoin, Ethereum, Ripple und Litecoin. Ersterer legte vor allem in den letzten Jahren ein rasantes Wachstum hin. Das bedeutet: Während man im Oktober 2010 zehn Cent für einen Bitcoin zahlte, lag der Preis im Sommer 2011 bereits bei 10 Dollar. Im Dezember 2017 erreichte die erst 2009 ins Leben gerufene Währung dann ihren Höchststand. Wer im Oktober 2010 zehn Cent investiert hatte, konnte sich 2017 über einen Gewinn von 19.290 Dollar freuen.
Solche stark gehypten Produkte unterliegen natürlich gewissen Gefahren und sollten nur sehr bedacht und gut informiert gehandelt werden. Wer eher risikoavers investieren möchte, greift vor allem auf groß angelegte und breit aufgestellte Fonds oder stabile Aktien zurück. Sind Sie bereit, etwas mehr zu investieren, können Sie natürlich auch ein Depot bei der Hausbank Ihres Vertrauens einrichten lassen und einen Berater hinzuziehen. Bei der Wahl des Depots bzw. der jeweiligen Bank sollten Sie darauf achten,

  • Eröffnungs- und Verwaltungskosten
  • pro Trade anfallenden Transaktionskosten
  • vorhandene Produktpalette
  • Höhe der Einlagensicherung
  • verfügbare Sparpläne auf ETFs und Fonds
  • bespielbare Handelsplätze
  • Begrenzungen der Anzahl handelbarer Fonds
  • Gebühren pro Fond-Handel

zu vergleichen und so die für Sie wichtigsten und günstigsten Konditionen zu erhalten.

Das eigene Depot aufbauen

Nachdem ein Depot über die Hausbank oder online eingerichtet wurde, kann es losgehen. Wir möchten Ihnen einige goldene Regeln mit auf den Weg geben, die Frau grundsätzlich beachten sollte. Erstens: Streuen Sie Ihr Risiko breit. Investieren Sie also

  • in verschiedene Anlageklassen, wie zum Beispiel Aktien, Fonds und Anleihen

  • global, nicht regional, um auch stärkere Wachstumsmärkte als Deutschland sinnvoll zu nutzen
  • in verschiedene Branchen und Unternehmensgrößen
  • in viele verschiedene Einzeltitel (ETFs bündeln beispielsweise oft mehr als 50 verschiedene Einzelaktien und gelten daher als sichere Investitionen)

Legen Sie Ihr Geld außerdem langfristig an. Seien Sie geduldig und lassen Sie sich auch nicht von kleineren Rückschlägen irritieren. Peilen Sie einen Horizont von fünf bis zehn Jahren an. Und abschließend: Lassen Sie sich nicht zu Trades hinreißen. Je nachdem wie risikofreudig Sie sind, sollten Sie Ihren Aktienanteil erhöhen oder senken. Risikofreudigere Trader haben zum Beispiel eine höhere Aktienquote als risikoaverse Investoren.

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