Von der Mietwohnung in das große Eigenheim: Ist jetzt die Chance für Familien gekommen?

Wer Single ist und jung, der möchte auch flexibel sein. Gerade wenn die berufliche Laufbahn noch nicht klar gezeichnet ist, sind Mietwohnungen von Vorteil. Doch mit dem Alter, Partner und womöglich sogar Kindern steigt auch der Wunsch nach einem festen Wohnsitz, einem richtigen Zuhause. Doch der Weg ins Eigenheim ist ein steiniger, gerade in finanzieller Hinsicht. Mit dem neuen Baukindergeld soll es nun aber leichter werden. Trotzdem sollten junge Familien nicht vorschnell handeln.

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Land oder Stadt? Ballungszentrum oder Peripherie? Eigentumswohnung oder Haus? Familien, die sich dazu entschlossen haben, sesshaft zu werden, müssen sich viele Fragen stellen. Im Zentrum der Gedanken steht dabei aber nicht ausschließlich das Glück der Familie, sondern auch die Realisierungsmöglichkeiten der eigenen Wünsche. Denn klar, je nach Entscheidung gibt es unterschiedliche Vor- und Nachteile zu bedenken.

Wenig überraschend geht es dabei auch um das liebe Geld. Denn trotz der noch immer anhaltenden Niedrigzinsphase und vergleichsweise günstigen Kreditkonditionen ist der Kauf eines Eigenheims auch immer mit einem Risiko verbunden.

Um die Entscheidung zumindest etwas zu erleichtern, hat nunmehr der Staat ein neues Gesetz verabschiedet. Seit kurzer Zeit und fast genau zwölf Jahre nach der Eigenheimzulage ist es nun wieder möglich, beim Kauf eines Eigenheims Zuschüsse vom Staat zu erhalten: Familien können das Baukindergeld beantragen.

Das Baukindergeld im Überblick:

  • Antragsberechtigt sind Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren, das dauerhaft im Haus / der Wohnung des Antragstellers wohnhaft ist
  • Das zu versteuernde Jahreseinkommen darf nicht über 75.000 Euro (plus 15.000 Euro je Kind) liegen
  • Das Baukindergeld fördert mit einer jährlichen Summe von 1.200 Euro pro Kind über einen Zeitraum von zehn Jahren
  • Gefördert wird der erstmalige Neubau oder Erwerb von Wohneigentum zur Selbstnutzung in Deutschland
  • Baukindergeld wird rückwirkend gezahlt, bis zum 01. Januar 2018

Nicht vorschnell handeln, sondern Kosten kalkulieren!

Trotz der vermeintlich lukrativen Sozialoffensive des Staates sind junge Familien gut beraten, den Erwerb einer Immobilie sehr genau zu prüfen. Denn was gerade junge und unerfahrene Menschen häufig vergessen: Der Kauf eines Eigenheims umfasst längst nicht alle Kosten, die nach Erwerb des Hauses auf Besitzer zukommen.

Oftmals sind es nämlich die Folgekosten, die für junge Hausbesitzer nach und nach zur finanziellen Herausforderung werden – auch wenn günstige Immobilienkredite gefunden wurden. Bereits beim Kauf sollte bedacht werden: Grundsätzlich kommen nochmals 10-12 Prozent an Zusatzkosten zum Immobilienpreis hinzu. Das umfasst zum Beispiel:

  • Notar (1,5 Prozent)
  • Makler (5-6 Prozent)
  • Grunderwerbsteuer (3,5-5Prozent)

Abseits dieser unmittelbaren Kosten sind aber, wie erwähnt, auch längerfristige finanzielle Belastungen nicht zu unterschätzen. Neben den Nebenkosten wird oft vergessen, dass mit der Zeit bei jeder Immobilie – unabhängig ihres Alters – Reparaturen anfallen werden. Bestenfalls werden für diesen Fall bereits monatlich Beträge zur Seite gelegt.

Doch auch noch weitaus unerwartete Situationen können eintreten. Familien sollten sich fragen: Wie sicher ist mein Job? Wer noch keine zehn Jahre in seinem Unternehmen arbeitet, sollte genau prüfen, wie sicher er beim Arbeitgeber im Sattel sitzt. Doch es gibt noch weitere Aspekte. Kommt beispielsweise noch unerwartet Nachwuchs, stellt sich die Frage, ob das Eigenheim dafür überhaupt geeignet ist – Umbauarbeiten und Renovierungen könnten anfallen und kostspielig werden.

Wo ist die beste Wohnlage?

Bleibt zum Abschluss die Frage nach dem Wohngebiet. Wer an die Kinder denkt, möchte selbstverständlich eine Lage mit sehr guter Infrastruktur bewohnen. Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Sportvereine und Co. sollen bestenfalls in der Nähe sein – doch genau dieser Luxus wird meist auch teuer bezahlt.

Günstiger wird es meist auf dem Lande. Hier fehlt – nicht immer – in vielen Fällen aber die Infrastruktur, zudem liegen Arbeitsplatz und soziale Bindungen oftmals relativ weit entfernt, was gerade zum Problem wird, wenn das eigene Kind noch nicht allein zu Hause bleiben kann. Die perfekte Wohngegend zu finden, kann also zur Herausforderung werden – und das eben nicht nur finanziell, gerade weil viele Familienmitglieder unterschiedliche Anforderungen an ihren Wohnort haben.

Grundsätzlich lohnt sich deswegen immer ein Blick auf den aktuellen Wohnatlas. Er präsentiert den deutschen Immobilienmarkt aus unterschiedlicher Perspektive und bietet gerade jungen und unerfahrenen Familien einen breiten Überblick unter Beleuchtung verschiedener Gesichtspunkte, die auch oder gerade für Familien interessant sein dürften.

 
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