Welche Online-Apotheken sind sicher? Einige Produkte unbedingt meiden

Tabletten preisgünstig online bestellen? Wer sich nicht auskennt, holt sich leicht eine Mogelpackung ins Haus – und riskiert seine Gesundheit  

EINIGE PRODUKTE SOLLTE MAN UNBEDINGT MEIDEN

Trotzdem bleibt es schwer, zu erkennen, welche Angebote wirklich seriös sind. Besonders vorsichtig sollte man beim Kauf der am Anfang erwähnten Diät-Pillen oder Potenzmittel sein, die angeblich auf pflanzlicher Basis hergestellt wurden.  Sie  kommen meist aus China oder Indien und können sich als Chemiekeulen entpuppen. 

So enthalten Abnehm-Pillen häufig aufputschendes Ephedrin oder den Appetitzügler Sibutramin. Beides kann Schweißausbrüche, Herzrasen und erhöhten Blutdruck verursachen. Gerade  Menschen  mit Herzschwäche können sich  mit diesen Präparaten in Gefahr bringen.  Lebensbedrohlich wird es bei Medikamenten wie Antibiotika oder Mitteln zur Behandlung von Krebs, HIV und Herzkrankheiten, die teilweise gar keine wirksamen Substanzen enthalten. So nehmen die Patienten im guten Glauben auf Besserung etwas ein, während ihre Krankheit fortschreitet. Wer unsicher ist, kann jedes Medikament in der Apotheke von einem Fachmann prüfen lassen.

DIE VERPACKUNGEN SIND PERFEKT NACHGEMACHT

„Einige Nachahmer kopieren nicht nur die Schachtel perfekt, sondern auch die Tabletten selbst, sogar die Blisterpackung mit den durchsichtigen Fächern und der bedruckten Aluminiumfolie“, erklärt Thiele. Ein sicheres Alarmsignal ist es, wenn ein Beipackzettel fehlt, denn der ist in Deutschland vorgeschrieben. „Dann ist sofort klar, dass es sich nicht um Originalmedikamente handeln kann“, warnt Thiele. Auch wenn der Beipackzettel nur auf Chinesisch oder Russisch verfasst ist, gilt: Finger weg!

Der Handel mit illegalen Arzneien boomt. Der jährliche Umsatz für nachgemachte oder gefälschte Medikamente wird weltweit auf rund 26 Milliarden Euro geschätzt. Das Bundeskriminalamt geht davon aus, dass die Gewinnspanne bei Medikamentenkopien um ein Vielfaches höher liegt als beim Drogenhandel. Die meisten Mittel werden in Asien und Osteuropa produziert.

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Autor:
Burkhard Maria Zimmermann