Finanzieller Engpass? Was tun ohne Einkommen?

Einen finanziellen Engpass hat wahrscheinlich jeder schon mindestens einmal in seinem Leben erlebt. Wenn schon mal das Pech zugeschlagen hat, kommt es meist richtig dick. Das Auto ist kaputt, die Waschmaschine streikt, die Klassenfahrt muss bezahlt werden und zu allem Überfluss ist jetzt auch noch der Job weg. Um einen solchen finanziellen Engpass zu managen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Clutch Was tun ohne Einkommen? © Pixabay/Mabel Amber


Der Pfand- oder Lombardkredit

Der Pfandkredit ist ein sehr kurzfristiger Kredit, der den Vorteil hat, dass keine Bonitätsprüfung notwendig ist. Gerade wer keine Gehaltsabrechnungen vorlegen kann, tut sich oft schwer bei der Bank. Um einen Lombardkredit zu erhalten, ist hingegen lediglich der Wertgegenstand nötig, der verpfändet werden soll. Je nach Pfandkredit-Verleiher gibt es einen bestimmten Prozentsatz vom Marktwert des Pfandgegenstandes in bar ausgezahlt. Die Laufzeit beträgt in der Regel drei Monate. Die Zinsen für den Kredit sind in der deutschen Pfandleihverordnung festgelegt. Kunden dürfen hier eine zügige Abwicklung erwarten. Meist geht die Auszahlung innerhalb von wenigen Minuten vonstatten. Der Kredit ist einfach zu bekommen und sehr diskret. Außerdem machen Kunden in einem Pfandhaus keine Schulden. Sie nehmen keinen Kredit bei einem Finanzinstitut auf. Kunden, die vorübergehend keine Gehaltsabrechnung vorlegen können, haben die Möglichkeit beispielsweise Dienste wie bei Pfando angeboten, in Anspruch zu nehmen. Sie bekommen innerhalb kurzer Zeit das gewünschte Bargeld und dürfen das Auto weiterfahren.

Bei einem finanziellen Engpass ist es nicht immer notwendig, direkt zur Bank zu gehen und einen Kredit aufzunehmen. Ein paar kleine Maßnahmen können dazu beitragen, den Engpass schnell zu überwinden. © Pixabay/StockSnap

Geld bei Familie oder Freunden leihen

Ohne regelmäßiges Einkommen ist es bei den Banken schwierig, einen Kredit zu bekommen. Um sich kurzfristig Kapital zu beschaffen, kann es eine gute Idee sein, Verwandte, Bekannte oder Freunde zu fragen. Bei schlechter Bonität oder kurzfristiger Arbeitslosigkeit ist das oft die letzte Möglichkeit. Hier stellt sich das Problem mit der Bonitätsprüfung erst gar nicht. Die Beteiligten kennen die finanzielle Situation, wissen um Glaub- und Vertrauenswürdigkeit. 

Solche Geschäfte sollten, zum Schutz beider Seiten, bereits ab einer Höhe von 1.000 Euro schriftlich festgehalten werden. Der Vertrag sollte die wichtigsten Parameter enthalten. Dazu gehören die Kredithöhe, die Laufzeit, eventuell vereinbarte Zinsen und Sondervereinbarungen. Auf diese Weise lässt sich späteren Missverständnissen und damit verbundenen Streitereien vorbeugen.

Eine andere Möglichkeit – Geld einsparen

Wer im Alltag spart - beim Einkaufen oder bei Versicherungen - sollte das Ersparte auch auf ein Sparkonto legen. So kann das Ersparte helfen, eine kurzfristige finanzielle Flaute auszutarieren. © Pixabay/jarmoluk

Gelegentlich hilft es bei finanziellen Engpässen auch, Geld einzusparen. Voraussetzung dafür ist, dass die Zahlungsverpflichtungen nicht zu hoch sind und ein gewisser Spielraum gegeben ist.

Sparen beim Wocheneinkauf

Beim wöchentlichen Einkauf gibt es ein paar Möglichkeiten, Geld einzusparen. Natürlich sollte der Sparzwang nicht so weit gehen, dass nur noch Nudeln und Toastbrot auf dem Speiseplan stehen. Wer jedoch regelmäßig mit einer Einkaufsliste und ohne hungrig zu sein in den Supermarkt geht, lässt sich nicht so leicht zu Spontankäufen hinreißen. Das spart jede Woche einen gewissen Betrag, der dazu beitragen kann, die Zahlungsverpflichtungen einzuhalten. Wer Preise vergleicht, Sonderangebote nutzt, nicht immer nur Markenartikel kauft und nur das in den Einkaufswagen legt, was auch wirklich notwendig ist, kann noch zusätzlich Geld sparen.

Sparen mit dem Auto

Autofahren ist teuer, das weiß jeder. Wer das Auto öfter mal stehen lässt und lieber zu Fuß geht, kann erheblich beim Tanken sparen. Dieser Vorschlag funktioniert allerdings nur für Menschen, die in städtischen Regionen wohnen und ihren Arbeitsplatz auch leicht zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen können.

Sparen bei Unternehmungen

Wenn jemand Kinder hat, ist es schon etwas schwieriger, bei den Unternehmungen zu sparen. Doch wenn ein finanzieller Engpass zum Sparen zwingt, gibt es wenige Alternativen. Welche Freizeitaktivitäten stehen regelmäßig auf dem Plan? Welche Ausflüge sind in naher Zukunft geplant? Das eine oder andere lässt sich durchaus nach hinten schieben, wenn die finanzielle Misere überstanden ist. Außerdem gibt es viele Freizeitangebote, die wenig oder gar nichts kosten.

Verkauf von alten Sachen auf dem Flohmarkt oder an den Second-Hand-Laden

Ein finanzieller Engpass ist eine gute Gelegenheit, mal alle Schränke so richtig auszumisten. Alte Kleidungsstücke, aus denen die Kinder längst herausgewachsen sind oder Spielzeug und Dinge, die niemand mehr benutzt, sollten jetzt rausfliegen. Das schafft zum einen Platz und zum anderen können die Sachen sogar noch ein bisschen Geld einbringen. Gerade für Kleidung geben Second-Hand-Läden gerne ein paar Euro. Zudem kann es günstiger sein, in der Do-it-yourself-Kategorie nach Deko-Ideen zu suchen, anstatt teure Neu-Anschaffungen zu tätigen.

So lassen sich finanzielle Engpässe für die Zukunft vermeiden

Am besten ist es, gar nicht erst in finanzielle Schwierigkeiten zu kommen. Je nach Einnahmensituation ist das nicht immer so einfach. Wer in einer Großstadt wohnt, zahlt in vielen Fällen allein 50 Prozent des Einkommens für die Miete. 

Folgende Tipps können dennoch hilfreich sein:

1. Eine kleine Rücklage kann eine Notlage schnell lindern. Wie wäre es, wenigstens 50 Euro jeden Monat auf die hohe Kante zu legen? Es ist wichtig, dass der Betrag bereits am Monatsanfang auf das Spar- oder Tagesgeldkonto kommt. Das verringert die Wahrscheinlichkeit, dass es am Ende doch noch ausgegeben wird.

2. Ein Anbieterwechsel bei Strom, der Autoversicherung oder dem Mobiltelefon hat ebenfalls Einsparpotenzial. Bei einem Anbietervergleich lässt sich sehr leicht feststellen, wie hoch die Ersparnis ausfällt. Tipp: Den so gesparten Betrag ebenfalls jeden Monat zur Seite legen.

3. Ein Kredit ist manchmal praktisch. Den meisten Menschen fällt es leichter, eine Verpflichtung zu bezahlen, als im selben Zeitraum einen Notgroschen zusammenzusparen.

Mit einem Haushaltsbuch lassen sich noch weitere Möglichkeiten finden, um Geld zu sparen. Wer das Buch ordentlich führt, kann nach kurzer Zeit sehen, wie viel unnötiger Kram regelmäßig im Einkaufswagen landet. Dazu gibt es zahlreiche Apps, die das Führen des Haushaltsbuches wesentlich erleichtern. Es ist wichtig, jeden Monat einen festen Betrag zu sparen, auch wenn er nicht groß ist. Mit 50 Euro monatlich kommen in zwei Jahren mehr als 1.000 Euro zusammen.

 

 
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