Einen Hund adoptieren: 8 Fragen, die Sie sich vorher stellen sollten

Millionen von Haustieren leben in Deutschland. Von der weißen Maus über die getigerte Katze bis hin zum schwarzen Hund sollen sie das Leben ihrer Besitzer abwechslungsreicher, schöner und teilweise sogar gesünder machen. Mit der Anschaffung aber kommen auch Pflichten und Einschränkungen auf den Tierhalter zu. Gerade beim Hund sollten daher vor dem Einzug des Tieres einige wichtige Fragen beantwortet werden. Die acht wichtigsten:

Photo by Adam Griffith on Unsplash 8 Fragen, die Sie sich vorher stellen sollten © Photo by Adam Griffith on Unsplash

1. Habe ich genügend Zeit für das Tier?

Ein Hund ist kein Lebewesen, das ohne die Aufmerksamkeit seines Halters oder Artgenossen glücklich werden kann. Im Gegenteil: Muss ein Hund sehr viel Zeit alleine verbringen oder ist niemand da, um sich intensiv mit ihm zu beschäftigen, kommt es nicht selten zu psychischen Auffälligkeiten und unerwünschtem Verhalten wie dem plötzlichen Verlust der Stubenreinheit oder auch einer Zerstörungswut.

Daher ist es entscheidend, genau zu überlegen, wie viel Zeit für den Vierbeiner zur Verfügung steht. Je nach Rasse können die Ansprüche diesbezüglich stark variieren. Aus diesem Grund sollte vor der Entscheidung stets auch ein Rasseportrait studiert werden, um herauszufinden, ob das Tier auch wirklich zum künftigen Halter passt.

Der Zeitaufwand, der für die Pflege und Betreuung eines Hundes nötig ist, entsteht aus dem Zusammenfließen vieler Einzelaufgaben. Hierzu gehört das regelmäßige Spazieren, das auch für den Stoffwechsel gut ist, und weitere Aufgaben wie

  • Fütterung
  • Fellpflege
  • Tierarztbesuche
  • und Erziehung.

Wer feststellt, dass pro Tag weniger als zwei Stunden Zeit übrigbleiben, sollte sich besser keinen Hund anschaffen. Selbst kleine Tiere, die kleine langen Spaziergänge brauchen, könnten sonst unter der mangelnden Zuwendung leiden.

2. Wie viel Platz braucht der Hund?

Eine entscheidende Frage ist auch jene, die sich mit den räumlichen Bedürfnissen eines Hundes beschäftigt. Natürlich muss diesbezüglich zwischen verschiedenen Rassen und Größen unterschieden werden. Manche von ihnen eignen sich für die Wohnungshaltung und können sogar lernen, das Katzenklo zu benutzen, während wieder andere Fellnasen nur in einem Haus mit Gartenanschluss glücklich werden. Gespräche mit Tierärzten, Tierheimmitarbeitern oder auch Rasseportraits sind hier sehr aufschlussreich und können helfen, spätere Platzprobleme zu verhindern.

3. Kann mein Wohnumfeld die Bedürfnisse des Tieres befriedigen?

Auch rund um die Wohnung oder das Haus sollte die Welt zu den Grundbedürfnissen des Hundes passen. Mitten in einer Stadt ohne Grünflächen und angemessene Spazierwege fühlen sich die Vierbeiner kaum wohl, weswegen die Hundehaltung hier eher selten empfohlen werden kann.

Wer jedoch Zugang zu Parks, Wiesen und Feldern hat, um dem Hund angemessenen Auslauf zu bieten, ist bereits auf der sicheren Seite, sollte aber dennoch weiter darüber nachdenken, ob beispielsweise das Treppenhaus gut für das Tier geeignet ist. Manche Hunde nämlich haben Schwierigkeiten mit dem Treppensteigen, was für Tier und Halter langfristig zum Problem werden könnte.

4. Bin ich bereit, Geld in Ernährung und Pflege zu investieren?

Ein Hund ist kein Haustier, das sich besonders günstig versorgen lässt. Wer schon im ganz gewöhnlichen Alltag sehr auf seine Finanzen achten muss und sich nur selten Extras leisten kann, sollte daher Abstand von der Anschaffung einer Fellnase nehmen. Das liegt daran, dass gutes Hundefutter durchaus seinen Preis haben kann und je nach Größe des Tieres in nicht unbeträchtlichen Mengen verschlungen wird. Eine interessante Erklärung rund um Futtersorten und deren Qualität hat haustier-news.de veröffentlicht.

Zusätzlich zum Futter kommen meist weitere Dinge, die mehr oder minder regelmäßig gekauft werden müssen. Bürsten, Hundeshampoo, Leckerchen und Spielzeug gehören zweifellos in die Kostenaufstellung, die jeder künftige Hundehalter gewissenhaft anfertigen sollte.

5. Kann ich mir kostspielige Operationen und Behandlungen leisten?

Hunde sind nicht davor gefeit, krank zu werden und benötigen regelmäßige Check-Ups sowie Impfungen beim Tierarzt. Auch das verursacht Kosten, die der Halter tragen muss. Wie hoch diese in etwa ausfallen, zeigt die Gebührenordnung für Tierärzte, die jeder Arzt anwenden muss. Kosten für Medikamente, Material und weitere notwendige Dinge sind hier allerdings noch nicht inbegriffen.

Besonders teuer kann es werden, wenn sich der eigene Hund verletzt. Ob vom Auto angefahren, von einem anderen Hund gebissen oder anderweitig: Verletzungen gehören in den meisten Fällen in tierärztliche Behandlung und führen nicht selten auf den OP-Tisch oder zu einer notwendigen Therapie. Kosten im vierstelligen Bereich sind keine Ausnahme, wenn es um die operative Versorgung eines Hundes geht. Ein finanzielles Polster sollte das auffangen können.

6. Gibt es einen Plan B für Urlaub und Co.?

Kein Tierhalter wird das gesamte Hundeleben lang an der Seite seines Vierbeiners sein können. Bei Flugreisen bleiben Bello und Co. schließlich besser am Boden und auch weitere Dinge wie Geschäftsreisen, Krankenhausaufenthalte oder Ausflüge können eine Betreuung durch Dritte notwendig machen.

Es lohnt sich, schon vor der Anschaffung zu überlegen, wer diese Betreuung übernehmen kann. Sowohl Verwandte als auch Freunde können in diese Überlegung einbezogen werden. Findet sich niemand, besteht die Möglichkeit, nach Hundepensionen in der Umgebung zu suchen. Diese jedoch nehmen ein Tier selbstverständlich nur gegen Geld auf.

7. Wie stehen andere Familienmitglieder zu dieser Entscheidung?

In nicht wenigen Fällen wünscht sich vor allem ein Familienmitglied vierbeinigen Zuwachs, während der Rest diesem Wunsch eher skeptisch gegenübersteht. Insbesondere bei Hunden, die viel Zuwendung benötigen und sehr sensibel reagieren können, ist eine gemeinsame Entscheidung jedoch wichtig. Kommt es später zu Schwierigkeiten mit dem Tier und war der Partner nicht mit der Anschaffung einverstanden, bietet das die Steilvorlage für einen großen Streit rund um das Tier. Die Adoption eines Hundes sollte daher stets von allen Familienmitgliedern getragen werden.

8. Tierheim oder Züchter?

Laut einer Umfrage, die das Marktforschungsinstitut Skopos für den Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. und den Industrieverband Heimtierbedarf e.V. durchgeführt hat, leben ganze 9,2 Millionen Hunde in Deutschland. Nicht alle diese Hunde können dauerhaft in ihren Familien bleiben und warten im Tierheim auf eine zweite Chance. Hinzu kommen Hunde aus anderen Ländern wie Rumänien, Marokko, Spanien oder auch Italien, die dort von der Straße geholt und nun vermittelt werden müssen.

Die Auswahl an Hunden in Tierheimen und bei Tierschutzorganisationen ist folglich riesig. Beim Züchter zu kaufen, stellt daher für die meisten Menschen keine sinnvolle Option dar, denn so wird die Anzahl der Tiere weiter erhöht, während andere vergeblich im Tierheim warten. Vor der Entscheidung lohnt sich ein Besuch der örtlichen Tierschutzeinrichtungen daher in jedem Fall.

 

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