14. Juni 2020
Digitaler Fußabdruck: So schützen Sie Ihre Daten im Internet

Digitaler Fußabdruck: So schützen Sie Ihre Daten im Internet

Mittlerweile ist das Internet ein fester Bestandteil des Lebens und gehört bei vielen alltäglichen Aktivitäten selbstverständlich dazu. Allerdings sollten Sie gerade deshalb darauf achten, wo Sie bei Ihren Aufenthalten im Netz überall Spuren hinterlassen. FÜR SIE zeigt Ihnen, wo sich Ihr digitaler Fußabdruck finden lässt und wie Sie ihn so klein wie möglich halten.

Digitaler Fußabdruck: So schützen Sie Ihre Daten im Internet
© adobestock
Digitaler Fußabdruck: So schützen Sie Ihre Daten im Internet

Über drei Stunden verbringen deutsche Nutzer pro Tag im Internet – Tendenz steigend. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar mehr als sechs Stunden. Ein Großteil der Menschen ist dabei mehrmals täglich online oder sogar fast ständig im Netz unterwegs. Vom Shopping über die Recherche bis hin zu Beziehungsangelegenheiten wird heutzutage immer mehr virtuell erledigt. Die Internetnutzung ist für die Meisten daher Routine, der Umgang mit persönlichen Daten jedoch nicht.

Dabei hinterlassen die User im Grunde genommen jederzeit und überall ihren digitalen Fußabdruck. In vielen Fällen ist der Umgang mit dem Internet und den eigenen Daten also zu achtlos. Die eigenen Daten seien ohnehin nicht interessant, denken Sie sich vielleicht, aber dadurch täuschen Sie sich gewaltig. Denn genau diese Daten haben heutzutage einen großen wirtschaftlichen Wert und locken dadurch zahlreiche Internetkriminelle an. Es können somit durchaus kleinere oder größere Gefahren lauern.

Umso wichtiger ist es, dass Sie sich einmal intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen und Ihre eigenen Routinen überdenken. Denn schon kleine Veränderungen in den Gewohnheiten können bezüglich des Datenschutzes eine große Wirkung haben.

Was bedeutet „digitaler Fußabdruck“?

Ebenso wie bei einem Spaziergang im Sand, hinterlassen Sie beim Surfen im Netz zahlreiche Spuren. Dritte können dadurch nachvollziehen, welchen „Weg“ Sie gegangen sind – welche Seiten Sie beispielsweise besucht oder welche Suchbegriffe Sie eingegeben haben. Diese Spuren können viele verschiedene Formen annehmen und bestehen aus sämtlichen Informationen, welche durch oder über Sie online übertragen werden. Dabei handelt es sich zum Beispiel um diese Details:

  • versendete E-Mails
  • Suchmaschinenanfragen
  • Formularregistrierungen
  • Login-Daten
  • Hochladen von Dateien
  • Postings oder Chats in sozialen Netzwerken

Als User hinterlassen Sie im Internet sozusagen mit jedem Klick eine Spur. Wenn Sie dabei nicht auf ihren Datenschutz achten, können somit nicht nur Ihre Aktionen nachvollzogen werden, sondern Sie werden auf eine gewisse Art gläsern für die Wirtschaft. Dieser „Footprint“ entsteht übrigens auch durch Informationen, die scheinbar nicht öffentlich zugänglich sind. Ihr Social-Media-Profil auf privat zu stellen, ist also längst noch nicht die Lösung.

Aktiver vs. passiver digitaler Fußabdruck

Unterschieden wird beim digitalen Fußabdruck zudem zwischen zwei Arten:

Einerseits gibt es den aktiven Fußabdruck. Dieser wird immer dann mit neuen Spuren gefüllt, wenn Sie aktiv Informationen eingeben und preisgeben. Dabei kann es sich um das eben erwähnte Social-Media-Profil handeln. Aber auch Logins, Online-Formulare und Co sind Bestandteile dieses aktiven Fußabdrucks.

Sein Vorteil liegt in der Transparenz. Sie wissen also, dass Sie gerade Informationen preisgeben, welche und wem. Es gibt schließlich Fälle, in denen es notwendig ist, dass Sie aktiv Daten von sich weitergeben, um beispielsweise eine Funktion nutzen zu können. Besonders häufig kommt das vor, wenn Sie Internetangebote nutzen möchten, die strengen gesetzlichen Regularien unterliegen. Hierbei kann es sich um den Konsum von Inhalten handeln, die erst ab 18 Jahren freigegeben sind, aber auch um das Online-Glücksspiel.

Bei Letzterem gibt es häufig gewisse Grenzen, ab wann die Anbieter ihre Kunden „kennen“ und gewisse Daten abfragen müssen. Es handelt sich dann weniger um wirtschaftliches Interesse an Ihren Daten als um eine Überprüfung der Einhaltung von Gesetzen und einem Schutz vor Missbrauch des Angebots. Schlussendlich können Sie dabei stets selbst entscheiden, ob Sie das Angebot nutzen und Ihre Daten freigeben möchten oder nicht.

Beim passiven digitalen Fußabdruck sieht die Sache anders aus. Viele Menschen sind sich nämlich gar nicht bewusst, dass sie Spuren hinterlassen, welche und wo. Das führt zu einem achtlosen Umgang mit den eigenen Daten. Denn wo kein Problembewusstsein herrscht, werden auch keine Gegen- oder Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

Zwar gibt es mittlerweile zahlreiche Gesetze, Vorschriften und Verordnungen, welche die User besser schützen sollen, beispielsweise die DSGVO, doch die Hauptverantwortung liegt nach wie vor beim Verbraucher. Als solcher haben Sie sich längst an die Cookie-Warnungen, die Nutzung von Suchmaschinen und Co gewöhnt – ohne darüber nachzudenken.

Viele Menschen empfinden die Datenspeicherung sogar als praktisch, denn dank der Chronik können sie jederzeit auf besuchte Seiten zurückkehren und bei einem Login müssen sie aufgrund der gespeicherten Passwörter nicht mehr jedes Mal erneut ihre Daten eingeben.

Wo Sie digitale Spuren hinterlassen

Digitale und smarte Hilfen erleichtern Ihnen also ein Stück weit den Alltag. Gleichzeitig produzieren und sammeln die intelligenten Geräte sowie Funktionen aber große Mengen an persönlichen Daten. Häufig fällt Ihnen dabei gar nicht mehr auf, bei wie vielen Gelegenheiten an nur einem einzigen Tag Sie überall solche Daten weitergeben – egal ob aktiver oder passiver Art. Folgende Beispiele sind nur ein Auszug aus einer langen Liste, wo bei der Internetnutzung im Verlauf eines Tages Ihre Daten gesammelt werden:

  • Besuchte Webseiten lesen die sogenannte IP-Adresse aus und können dadurch Rückschlüsse ziehen, unter anderem auf Ihren Standort.
  • Browser verfolgen und speichern jeden einzelnen Klick und jede besuchte Webseite.
  • Suchmaschinen verwenden in der Regel eigene Cookies, um Ihr Verhalten im Internet zu verfolgen und zu analysieren.
  • In sozialen Netzwerken werden viele Informationen preisgegeben – von Namen und E-Mail-Adressen bis hin zu Bildern oder individuellen Interessen.
  • Beim Online-Shopping werden von den Händlern ebenfalls viele Details aufgezeichnet, wobei sowohl Daten zu Ihrem Verhalten als Käufer als auch Ihre persönlichen Informationen beim tatsächlichen Kaufprozess gesammelt werden.
  • Selbst E-Mails, Messenger-Nachrichten, Chats und Co sind heutzutage nicht mehr privat. Die Anbieter speichern, wer mit wem kommuniziert und wann. Nicht immer werden diese Metadaten überhaupt verschlüsselt.
  • Beim Versand von E-Mails werden die Texte sowie Anhänge (zwischen-) gespeichert.
  • Google hat mittlerweile viele Tochterfirmen und kennt somit beispielsweise die YouTube-Videos, welche Sie sich angesehen haben.
  • Ihr Smartphone hinterlässt ebenfalls viele Spuren wie Standort- oder WLAN-Daten. Dadurch kann ein regelrechtes Bewegungsprofil von Ihnen erstellt werden.
  • Viele Apps sammeln unbemerkt Daten, welche weit über die eigentliche Anwendung und die dafür erforderlichen Informationen hinausgehen.

Damit ist die Liste noch lange nicht zu Ende. Doch die Beispiele machen bereits deutlich, wie gigantisch die Datenmengen sind, welche heutzutage bei der Nutzung von digitalen Geräten anfallen. Je mehr dieser Geräte eingesetzt werden, umso mehr fügen sich all diese Daten zu einem Puzzle zusammen und somit werden Sie im wahrsten Sinne des Wortes „gläsern“ – als Verbraucher, aber auch als Privatperson.

Denn es sind längst nicht mehr nur der Computer oder das Smartphone, welche heutzutage Daten sammeln, sondern auch Autos, Fitness-Uhren, eine intelligente Gebäudesteuerung und sogar der Saugroboter; und auch an dieser Stelle könne die Liste ewig weitergeführt werden. Prinzipiell lässt sich festhalten, dass Sie überall dort Spuren in Form von Daten hinterlassen, wo Sie mit digitalen Technologien in Berührung kommen.

Das digitale Ich und warum Sie es schützen sollten

Wenn Sie bislang noch kein Problembewusstsein hatten, dürfte Ihnen jetzt bewusst geworden sein, weshalb es so wichtig ist, den eigenen digitalen Fußabdruck im Blick zu behalten. Ziel ist, diesen zu kennen und bewusst zu „managen“. Dazu gehört, die Kontrolle zu übernehmen, wann Sie welche Daten preisgeben, wem und für welchen Zweck. Zudem sollten Sie den „Footprint“ in regelmäßigen Abständen überprüfen und bei Bedarf entfernen.

Denn aus Ihren digitalen Fußspuren lässt sich gewissermaßen ein digitales Ebenbild von Ihnen erstellen – sozusagen Ihr digitales Ich. In einigen Fällen erweist sich dieses als praktisch, um sich im Internet zu präsentieren oder beim Online-Shopping passgenaue Vorschläge gemäß des eigenen Geschmacks zu erhalten.

Allerdings ist Ihr digitales Alter Ego nicht nur für Freunde und Bekannte interessant, mit denen Sie online Kontakt haben. Für Google beispielsweise gehört es zum Geschäftsmodell, Ihr digitales Ich möglichst gut zu kennen. Nicht allein, damit Sie gute Ergebnisse in der Suchmaschine erhalten, sondern auch, weil Ihnen so ganz gezielt Werbung und Produktempfehlungen angezeigt werden können.

Fakt ist also, dass Ihr digitales Ich zu einem Begleiter für Ihr ganzes Leben wird. Wann immer Sie das Internet beziehungsweise die digitalen Medien nutzen, ergänzen Sie das Puzzle, welches langsam zu Ihrem digitalen Abbild zusammengesetzt wird. Was auf den ersten Blick harmlos klingt, kann zur echten Gefahr werden. Denn auch Hacker, aggressive Werbetreibende, Betrüger und andere Internetkriminelle haben großes Interesse an Ihrem digitalen Ich und können diese Daten in vielerlei Hinsicht missbrauchen.

Nutzerdaten als Geschäftsmodell

Was passieren kann, wenn ein Hacker an die Daten für Ihr Online-Banking kommt, liegt auf der Hand. Doch nicht immer dienen die Daten direkt einem gesetzeswidrigen Missbrauch. In vielen Fällen sind die Nutzerdaten heutzutage sogar ein legales Geschäftsmodell. Auf den ersten Blick bringt das für Sie keine direkten Gefahren. Dennoch sollte Ihnen bewusst sein, dass und wie Ihre persönlichen Daten genutzt werden – zum Beispiel von Google.

  • Plötzlich wird Ihnen passgenaue Werbung eingespielt, welche sich an dem Produkt orientiert, über das Sie am Vorabend recherchiert haben.
  • Plötzlich kennt Google Ihren Geburtstag und lässt Ihnen eine Gratulations-Mail an Ihre private E-Mail-Adresse zukommen.
  • Plötzlich weiß Amazon schon, was Sie kaufen möchten, noch bevor Sie etwas in die Suchfunktion eingegeben haben.

Es sind diese kleinen „Aha-Momente“ beim Surfen im Internet sowie beim Online-Shopping, die Ihnen bewusst machen, dass und wie Ihre Nutzerdaten gesammelt sowie verwendet werden.

Das Geschäftsmodell mit den Nutzerdaten setzt also in gewisser Weise auf die Kraft der Manipulation. Es geht darum, Sie bestmöglich zu kennen, um Sie gezielt beeinflussen zu können. Mit Hilfe der vielen Details und individuellen Informationen können Sie als User noch persönlicher angesprochen werden. Haupttreiber ist hierbei die Werbeindustrie.

Viele Menschen begegnen diesem Wissen, dass ihre Daten gesammelt und „missbraucht“ werden, mit Gleichgültigkeit. Doch wenn es plötzlich um Daten wie den eigenen Kontostand oder den privaten Chat mit dem Liebsten geht, kippt die Stimmung. Denn solche Daten möchte schlussendlich doch niemand preisgeben.

Es gilt daher, das Thema nicht auf die leichte Schulter zu nehmen – auch dann nicht, wenn es sich um scheinbar unwichtige Informationen handelt. Denn wo diese transparent werden, sind sie das in den meisten Fällen auch in anderen Bereichen.

Datendiebstahl und andere Gefahren

Dass Sie Ihren persönlichen Datenschutz großschreiben sollten, hat aber noch einen weiteren Grund. Denn selbst, wenn die Daten scheinbar nur von „seriösen“ Anbietern gesammelt werden, gibt es stets das Risiko eines Datendiebstahls oder -missbrauchs.

Auf einmal kann jeder Ihre scheinbar verschlüsselten WhatsApp-Nachrichten lesen oder mit Ihrem Amazon-Konto auf Ihre Kosten Produkte bestellen. Oder Internetkriminelle kommen an Ihre Kreditkartendaten und schon haben Sie eine vierstellige Abbuchung auf dem Konto. Vielleicht kopiert auch jemand Ihr scheinbar privates Social-Media-Profil, um Ihre Freunde und Angehörigen hinters Licht zu führen. Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten und plötzlich wirkt das „gläserne“ Ich in der digitalen Welt gar nicht mehr so harmlos.

Schutz für das digitale Ich

Spätestens jetzt sollten Sie also daran interessiert sein, Ihre Daten zukünftig besser zu schützen. Um Ihren persönlichen Daten im Internet ausreichende Sicherheit gewährleisten zu können, kommt es aber vor allem auf einen bewussteren Umgang mit der Thematik an.

Denn trotz der verschiedenen gesetzlichen Regelungen, die Privatsphäre und Datensicherheit im Netz garantieren sollen, liegt die Verantwortung für Ihr digitales Ich am Ende immer noch bei Ihnen.

Glücklicherweise können Sie schon mit vergleichsweise einfachen Mitteln dafür sorgen, dass Sie so wenig Spuren im Internet hinterlassen wie möglich und diese dann zumindest keine weitreichenden Folgen haben.

Datenschutz und die gesetzlichen Grundlagen

Obwohl Sie sich beim Schutz Ihres digitalen Ichs nicht auf die Gesetze und Regelungen verlassen sollten, finden Sie hier zumindest Unterstützung. Denn das Datenschutzgesetz stellt Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um Ihren digitalen Fußabdruck zu „scannen“ und zu löschen. Zudem können Sie mittlerweile auf jeder Webseite selbst bestimmen, welche Cookies Sie erlauben – und welche nicht.

Die wichtigsten gesetzlichen Grundlegen hierfür stellen folgende Bestimmungen dar:

  • Datenschutzgrundverordnung (DSGVO): Die Europäische Datenschutzgrundverordnung hat die Möglichkeiten für Unternehmen, persönliche Daten zu sammeln und zu nutzen, stark eingeschränkt. Zudem stärkt sie die Verbraucherrechte auf vielfältige Weise. Einerseits dürfen Ihre Daten nicht mehr ohne Ihre Zustimmung gesammelt werden. Überlegen Sie also, wem Sie diese Einwilligung erteilen. Andererseits besitzen Sie ein Recht auf Auskunft sowie Löschung, das Sie nutzen sollten, um Ihren digitalen Fußabdruck in regelmäßigen Abständen zu schmälern.
  • Bundesdatenschutzgesetz (BDSG): Im Bundesdatenschutzgesetz hat die Bundesrepublik Deutschland die Bestimmungen der DSGVO umgesetzt und erweitert. Hierbei geht es vor allem um den Schutz Ihrer Daten als Arbeitnehmer sowie beim Scoring beziehungsweise einer Bonitätsprüfung. In letzterem Fall gilt es daher, einen seriösen Anbieter zu wählen, der das BDSG befolgt.
  • ePrivacy Verordnung: Hierin wird geregelt, inwiefern Online-Medien personenbezogene Daten sammeln dürfen. Davon betroffen ist auch die Datensicherheit bei elektronischen Kommunikationsdiensten, aber vor allem der Umgang mit Cookies. Neuerdings müssen Sie aktiv Ihre Einwilligung geben, dass und welche Cookies von einer Webseite gesetzt werden dürfen. Nehmen Sie sich daher kurz Zeit, um zu prüfen, welche Erlaubnis Sie erteilen. Bei der Nutzung von elektronischen Kommunikationsdiensten ist es zudem sinnvoll, auf Anbieter zu setzen, für welche die ePrivacy Verordnung gilt und die damit mehr Datensicherheit bieten als beliebte Dienste wie WhatsApp oder der Facebook Messenger.

Diese Beispiele machen bereits deutlich, dass Sie durchaus in der Hand haben, welche Daten Sie preisgeben und wem – wenn Sie lernen, die gesetzlichen Grundlagen zu Ihrem Vorteil zu nutzen. Zwar gibt es in Deutschland noch weitere Regelungen rund um den Datenschutz wie das Telekommunikations- und Telemediengesetz oder das Landesdatenschutzgesetz. Doch diese sind für Sie persönlich weniger relevant als die oben genannten.

Grundsätzlich ist es beruhigend, dass hierzulande der Datenschutz auch vom Gesetzgeber als wichtiges Gut angesehen wird. In anderen Ländern wie etwa China werden private Informationen gezielt genutzt, um die Bürger besser kontrollieren zu können. Dies kann in gewissen Situationen für mehr Sicherheit sorgen, schränkt viele Freiheiten und die Privatsphäre auf der anderen Seite jedoch massiv ein.

Einfache Möglichkeiten zum Schutz persönlicher Daten

Sie wissen nun bereits, dass Sie zumindest innerhalb des gesetzlichen Rahmens steuern können, welche Daten erfasst werden. Sie können diese gesammelten Daten zu Ihrer Person außerdem einsehen und löschen lassen. Weiterhin können Sie die Datensicherheit im Internet deutlich erhöhen, indem Sie die „richtigen“ Anbieter auswählen, etwa beim Messenger oder für ein Scoring.

Ein bisschen Recherche vorab ist im Internet daher das A und O, bevor Sie irgendwo Ihre Daten eingeben – also einen aktiven digitalen Fußabdruck hinterlassen. Doch wie können Sie auch Ihren passiven digitalen Fußabdruck minimieren?

  • Das effektivste Mittel für die Datensicherheit besteht darin, digitale Medien vollständig zu meiden. Das ist heutzutage natürlich kaum möglich. Zumindest aber können Sie deren Nutzung auf ein Minimum reduzieren. Überlegen Sie also, welche Geräte Sie tatsächlich benötigen und welche Nutzung sinnvoll oder notwendig ist – und worauf Sie stattdessen verzichten können.
  • Zudem können Sie den Datenschutz durch Ihr Verhalten beeinflussen. Wenn Sie online shoppen, im Internet surfen, in einer App spielen oder anderen digitalen Beschäftigungen nachgehen, überlegen Sie genau, welche Webseiten Sie besuchen, welche Suchmaschinen Sie nutzen, welche Daten Sie eingeben, welches Bild Sie posten und so weiter…
  • Achten Sie auf sichere Passwörter, wenn Sie für eine Plattform wie das Online-Banking, ein soziales Netzwerk oder einen Online-Shop ein Profil anlegen.
  • Gehen Sie Ihre Browser-Einstellungen durch und legen Sie fest, welche Daten gesammelt werden dürfen. Löschen Sie außerdem in regelmäßigen Abständen Ihre Chronik.
  • Richten Sie bei Bedarf spezielle Verschlüsselungsprogramme ein.
  • Kontrollieren Sie auch im Smartphone die Berechtigungen der einzelnen Apps und erteilen Sie nur jene, die tatsächlich notwendig sowie unbedenklich sind.

Zwar ist im Internet keine 100-prozentige Sicherheit möglich, doch mit den genannten Tipps können Sie den Datenschutz zumindest deutlich erhöhen. Vorsicht ist besser als Nachsicht – so sollte daher Ihre Devise lauten, wann immer Sie digitale Medien nutzen oder im Internet unterwegs sind.

Sinnvoll ist zudem, dass Sie sich bereits beim Kauf von entsprechenden Produkten wie einem Auto oder einem smarten Saugroboter darüber informieren, welche Daten diese sammeln und wie Sie die Einstellungen unter Umständen verändern können.

Fazit

Schlussendlich liegt es also an Ihnen, abzuwägen, welche Angebote Sie nutzen möchten und welche nicht. Wann immer Sie persönliche Daten eingeben sollen, prüfen Sie erst einmal, an wen die Informationen gehen und für welchen Zweck sie genutzt werden. Behalten Sie zudem Ihren passiven digitalen Fußabdruck im Blick und nutzen Sie Ihre rechtlichen Möglichkeiten, um diesen zu „scannen“ und zu löschen.

Wenn Sie ab sofort vorsichtig(er) damit umgehen, was Sie in sozialen Netzwerken posten, wo Sie Ihre Daten eingeben, welche Webseiten Sie besuchen, welche Berechtigungen Sie den Apps erteilen, dann werden Sie als digitales Ich zumindest etwas weniger transparent sein und somit auch das Risiko eines Datenklaus oder -missbrauchs reduzieren. Zudem profitiert auch Ihre Gesundheit, wenn Sie die digitalen Geräte des Öfteren einfach mal beiseite legen.

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