Mein Leben bringt mich auf Ideen Imbiss mit Bio-Fast-Food

Dass nichts so spannend ist wie der eigene Alltag, beweisen diese drei erfolgreichen Unternehmerinnen

Kathrin Möntenich, 43 Besitzt einen Imbiss mit Bio-Fast-Food

Sie liebt Essen. Und sie liebt Kochen. Schon als Kind stand Kathrin Möntenich bei ihrer Oma am Herd, guckte in Töpfe, sah zu, wie die Großmutter Kartoffeln schnitt, Petersilie hackte, einen Spritzer Essig an die Linsensuppe tat. Bis heute hat Kathrin Möntenich deshalb eine Vorliebe für deftige Eintöpfe.

Gutes Essen vermisste Kathrin Möntenich während ihrer Dienstreisen als Managerin. Vor gut einem Jahr eröffnete sie einen Bio-Imbiss.

Trotz ihrer Liebe zum Kochen machte sie eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete bald als Managerin in einem Konzern. Und wenn sie mehrmals in der Woche mit Flugzeug und Bahn unterwegs war, wurde ihr Sinn für guten Geschmack plötzlich zum Problem. Ob auf Flughäfen oder in der Bahnhofshalle – nirgendwo fand sie Snacks, die ihr schmeckten. Natürlich hat sie alles probiert, belegte Brötchen und fette Pizza gekauft – und sich immer geärgert. „Ich weiß nicht, wie oft ich damals hungrig am Flughafen gesessen habe“, sagt sie heute.

Als sie dann 2007 überraschend ihren Job verlor, kam ihr sofort die Idee mit dem Bio-Fast-Food-Imbiss. Schon wenige Wochen nach der Kündigung ging sie auf die Suche nach Bio-Fleisch, wälzte mit ihrem Mann Rezepte, stellte eine Speisekarte zusammen: mit Eintöpfen, Bio-Burgern und frischen Salaten. Mit ihrem Businessplan gewann sie 2008 sogar einen Gründerwettbewerb. Wenige Monate später eröffnete sie ihren eigenen Imbiss in einem Kölner Einkaufszentrum.

Dort steht sie sogar zeitweise selbst hinter der Theke, schabt Möhren oder diskutiert mit ihrem Koch, ob an die Suppe nun Thymian gehört oder nicht. Da merkt sie immer wieder, dass sie in Geschmacksfragen ein bisschen eigensinnig ist. Die Rückmeldung ihrer Kunden gibt ihr Recht: Denen schmeckt es. Sie kommen immer wieder. Und es kommen immer mehr. „Bei vielen ist es ein echter Überraschungseffekt, wenn sie das erste Mal in einen Bio-Burger beißen“, erzählt Möntenich. „Sie haben beim Einkaufen Hunger bekommen, sich einen Imbiss bestellt, erwarten nicht viel – und sind dann nach dem ersten Bissen gleich hin und weg.“ Und wenn sie doch mal Kritik hört, dann versucht sie, etwas zu verbessern. Kathrin Möntenich ist sich sicher: Viele ihrer Gerichte hätten sogar ihrer Oma geschmeckt – und die hasste Fast Food. 

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Autor:
Anne Otto