Weibliche Eigenschaften sind wichtig wie nie Empathie statt Egoismus

Sich kümmern, Kontakte pflegen, kommunizieren: Typisch weibliche Eigenschaften sollen jetzt helfen, die Wirtschaftskrise zu überwinden - und die Welt friedlicher machen

Empathie statt Egoismus

Auch die Journalistinnen Katty Kay und Claire Shipman plädieren in ihrem Buch „Womenomics“ für den überlegten, weiblichen Führungsstil. „Der Konfrontation ziehen wir den Konsens vor, dem Ego Empathie“, sagen sie. Als typisch weibliche Qualitäten nennen die beiden Einfühlungsvermögen, flexible Problemlösung und die Fähigkeit, Menschen einzubeziehen. Ihr Fazit: „Es stellt sich heraus, dass es sehr nützlich sein kann, ,anders‘ zu sein.“

Noch vor wenigen Jahren zählte genau dieses „Anderssein“ eigentlich nur im Privatleben: Freundschaften und Beziehungen pflegen, sich um andere kümmern, den Alltag organisieren, die Familie zusammenhalten, das war – und ist – der Job der Frau. Wer erinnert sich nicht an den Werbespot, in dem eine Hausfrau ihre Arbeit so umschreibt: „Ich führe ein sehr erfolgreiches, kleines Familienunternehmen ...“ Geworben wurde passenderweise für Staubsauger.

In Sachen Beruf und Karriere dagegen waren typisch weibliche Qualitäten bisher wenig gefragt. „Jahrzehntelang glaubten Frauen (...), dass sie so sein müssten wie Männer, um voranzukommen. Wir mussten lauter sprechen, unsere Gefühle besser verbergen und breitere Schultern vorweisen, diese fürchterlichen Schulterpolster in den 1980er Jahren müssen ja einen Grund gehabt haben“, schreiben die Autorinnen von „Womenomics“. Der Versuch, die Männer nachzuahmen, zeigte allerdings wenig Erfolg: In den deutschen Großunternehmen ist der Anteil weiblicher Führungskräfte im Top-Management mit gerade einmal 2,4 Prozent noch immer traurig gering.

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Autor:
Susanne Kohl