28. September 2020
Das Hobby zum Beruf machen: darauf müssen Sie bei Ihrer Selbstständigkeit achten

Das Hobby zum Beruf machen: darauf müssen Sie bei Ihrer Selbstständigkeit achten

Früher oder später hat doch jede von uns das Gefühl, etwas im Leben verändern zu wollen. Das ist natürlich und Veränderung tut gut und bringt frischen Wind in unseren Alltag. Eine Möglichkeit ist eine berufliche Umorientierung oder sogar eine Selbstständigkeit. Manchmal entwickelt sich das ganz von alleine, beispielsweise durch ein Hobby, das Sie so leidenschaftlich ausüben und es zum Beruf machen möchten. Der Übergang von Freizeitbeschäftigung zu Vollzeitjob ist jedoch nicht immer einfach. Wir haben ein paar Tipps gesammelt, auf was Sie bei dem Weg in die Selbstständigkeit achten sollten.

Frau am Laptop
© Adobestock
Wer sich selbstständig machen möchte, sollte sich vorher gut informieren

Hobbys, die sich als Job eignen

Die Gründe, warum man sich selbstständig machen will, sind vielfältig. Die einen wünschen sich mehr Freiheit, andere wollen einfach nur täglich das tun, was sie lieben. Egal welcher Grund auf Sie zutrifft: Zuerst ist es wichtig, dass Sie herausfinden, ob sich Ihr Hobby überhaupt für eine Selbstständigkeit eignet. Ansonsten könnte einfach zu viel auf dem Spiel stehen. Um das Hobby auf Jobtauglichkeit zu prüfen, sollten Sie sich einige Fragen stellen und diese EHRLICH beantworten:

  • Gibt es Bedarf für das, was Sie tun, und unterscheidet es sich von anderen Anbietern?
  • Haben Sie Talent genug, um damit Ihr Geld zu verdienen?
  • Sind Sie diszipliniert und professionell genug für die Selbstständigkeit?
  • Wird das Geld am Ende reichen, um davon leben zu können?

Hobbys, die sich gut für eine Selbstständigkeit eignen, wenn sie denn ernsthaft angestrebt ist, können beispielsweise in den Bereichen Handwerk, Basteln, Kunst und Kultur sowie Sport und Fitness liegen.

Papierkram erledigen

Leider ist es so, dass auch dann, wenn Sie ihre eigene Chefin sind, unliebsame Aufgaben auf Sie zukommen werden. Direkt am Anfang müssen Sie eine ganze Menge Papierkram erwarten. Damit Ihr Unternehmen einen Namen bekommen kann, müssen erst die Rechte geklärt werden. Steht der Name fest, müssen diverse Genehmigungen eingeholt werden. Welche Behörden Sie dazu ansteuern müssen, hängt von Ihrem Gewerbe ab. Wenn Sie beispielsweise leidenschaftlich gerne backen und Ihr eigenes Café eröffnen, müssen Sie unter anderem mit dem Gesundheitsamt Kontakt aufnehmen.

Daneben brauchen Sie eine passende Gewerbeform, ein Unternehmenskonto und Versicherungen. Als Selbstständige können Sie beispielsweise in die private Krankenversicherung wechseln und von den vielen Vorteilen profitieren. Daneben sind eine Berufsunfähigkeitsversicherung, eine Haftpflicht-, eine Rechtsschutz- und weitere Versicherungen nötig, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.

Businessplan aufstellen

Bei jeder Geschäftsidee sollte ein sogenannter Businessplan zugrunde liegen. Vor allem dann, wenn man auf einen Kredit von einer Bank angewiesen ist, um sich selbstständig zu machen, ist er spätestens notwendig. Darin sollten alle Details zur geplanten Idee zusammengefasst sein. Details zu den geplanten Ausgaben und Einnahmen können ebenfalls darin enthalten sein oder spätestens im Finanzplan aufgestellt werden.

Identität kreieren

Jedes noch so kleine Unternehmen braucht einen guten Markenauftritt. Nur so kann man auch von potentiellen Kunden wahrgenommen und gefunden werden. Neben dem Namen gehört natürlich auch ein schickes Logo dazu. Zudem ist ein passender Internet-Auftritt heutzutage ein Must-have.

Dazu gehört eine Webseite, die Sie und ihr Unternehmen vorstellt. Mittlerweile sind Auftritte in den sozialen Medien obligatorisch, vor allem wenn man bedenkt, dass fast die Hälfte aller Deutschen aktiv solche Kanäle wie Facebook, Instagram und Co. nutzt. Das geht zumindest aus dem Digital Report 2020 hervor.

Den Außenauftritt Ihres Unternehmens sollten Sie auf keinen Fall unterschätzen. Er sorgt dafür, dass Menschen sich an Sie und Ihr Produkt erinnern.

Kunden akquirieren

So langsam können Sie mit Ihrer eigentlichen Arbeit loslegen, nachdem Sie alle Vorbereitungen erfolgreich hinter sich gebracht haben. Jetzt geht es darum, so viele Kunden wie möglich an Land zu ziehen. Eine Möglichkeit ist das Schalten von Werbung in den sozialen Medien. Was die Vermarktung von Unternehmen angeht, ist das die Zukunft.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass Sie potentielle Kunden selbstständig kontaktieren. Das funktioniert am besten, wenn Sie beispielsweise Dienstleitungen oder Vergleichbares anbieten.

Sollten Sie, wie in unserem vorigen Beispiel, ein Café eröffnen, dann können Sie Kunden mit Eröffnungsrabatten oder anderen speziellen Angeboten in Ihr Lokal locken. Gerade am Anfang kann die Kundenakquise sehr frustrierend sein, da Sie mit Rückschlägen und Ablehnung umgehen müssen. Doch das ist völlig normal. Lassen Sie sich davon nicht unterkriegen und bleiben Sie dran, es wird sich bestimmt auszahlen.

Nachteile, wenn das Hobby zum Beruf wird

Es hat jedoch nicht nur Vorteile, wenn Sie sich dazu entschließen, Ihre private Leidenschaft im Job auszuleben. Klar, Sie werden von der gewonnenen Freiheit profitieren und können täglich das tun, was Sie lieben, jedoch hat genau das einige Schattenseiten.

  • Freiheit bedeutet Unsicherheit: Gerade am Anfang müssen Sie sich auf finanzielle Unsicherheiten und Engpässe einstellen, bis das Unternehmen erst einmal an Fahrt aufgenommen hat. Sie müssen lernen mit dem Geld, was Sie einnehmen, hauszuhalten, denn Sie sind jetzt komplett auf sich gestellt. Viele lassen sich durch diese Unsicherheiten unter Druck setzen.
  • Das Hobby ist nun ein Beruf: Es macht einen Unterschied, ob man sein Hobby freiwillig ausübt oder es nun machen muss. Früher war Ihr Hobby mit Entspannung verbunden und es war ein Ausgleich vom Alltag. Jetzt wird es selbst zum Alltag und es fühlt sich möglicherweise nicht mehr schön, sondern lästig an.

Überlegen Sie es sich also gut. Wenn Sie sich selbstständig machen mit Ihrem Hobby, kann das das sehr erfüllend sein. Dennoch sollten Sie sich über die Schattenseiten bewusst sein.

 

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