5. November 2019
Aktuelle Wohntrends:So sieht moderne Wohnphilosophie aus

So sieht moderne Wohnphilosophie aus

Nicht nur die Kleidung verkörpert den individuellen Lifestyle, sondern auch die Art, wie wir wohnen und mit welchen Einrichtungsgegenständen wir uns umgeben. Dabei ist der Wohnstil wie die Mode ständig neuen Trends unterworfen. Welche Wohntrends sind aktuell eigentlich angesagt und welches Lebensgefühl.

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So sieht moderne Wohnphilosophie aus

Offene Grundrisse setzen sich in modernen Wohnkonzepten mehr und mehr durch. Die Variationsmöglichkeiten sind hierbei nahezu endlos. 

Green Living - naturnahes Wohnen als neues Lebensgefühl

Ökologisch, nachhaltig und naturnah – diese Prinzipien bestimmen heutzutage viele Lebensbereiche. Auch das Wohnen kann sich am grünen Lebensgefühl orientieren; und zwar vom Bau eines Hauses bis hin zum Einrichten eines City-Appartements. Wie lässt sich Green Living praktisch umsetzen?

1. Energieeffizientes Bauen: eine nachhaltige Basis legen
Grünes Wohnen beginnt beim Hausbau und hier sind die Möglichkeiten in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Sogenannte Passivhäuser setzen auf Erdwärme und Solarenergie, sodass sie – bis auf die Produktionsenergie für die Baumaterialien – beinahe CO2-neutral sind. Durch große Fensterflächen fange die Gebäude Sonnenwärme ein und nutzen durch effiziente Isolations- und Lüftungssysteme auch die Körperwärme ihrer Bewohner bzw. die Wärme von elektrischen Geräten. Auf diese Weise benötigt ein Passivhaus bis zu 75 Prozent weniger Energie als ein konventioneller Bau.

Im Hinblick auf die Baumaterialien erfahren aktuell nachwachsende und ökologische Rohstoffe eine Renaissance. Lehm und Holz erfüllen hier die Funktion von Putz- und Konstruktionsmaterialien, während Zellulose, Wolle, Hanf und Flachs zur Dämmung dienen.

2. Massivholzmöbel: CO2-Speicher in den eigenen vier Wänden
Bei Obst und Gemüse achten viele Konsumenten bereits darauf, dass es aus regionalem und biologischem Anbau stammt. Möbel legt sich der deutsche Durchschnittsbürger in der Regel weit seltener im Leben zu – doch auch hier lohnt es sich in puncto Nachhaltigkeit aufs Material zu achten.

Massivholzmöbel sind in der Regel langlebiger als industriell gefertigte Spanplatten-Möbel. Insbesondere, wenn sie aus der Forstwirtschaft der Umgebung stammen, weisen sie zudem einen überschaubaren ökologischen Fußabdruck auf.

Klar ist, heute lässt sich kaum die hohe Nachfrage an Möbeln mit Massivholzexemplaren vom Schreiner decken. Dennoch kann sich jeder für langlebige Einrichtungsgegenstände entscheiden, die auch den einen oder anderen Umzug heil überstehen.

3. Möbel und Accessoires aus Naturmaterialien: Nachhaltigkeit auf die Spitze treiben
Kunststoff ist eines der großen Umweltprobleme unseres Jahrhunderts – etwa 350 Millionen Tonnen werden jährlich produziert. Davon landen acht Millionen Tonnen als Müll in den Ozeanen und ein großer Teil als Mikroplastik im Grundwasser und in den lebenden Organismen des Planeten.

Keine Frage, dass „grünes Wohnen“ auch bedeutet, sich mit Gegenständen aus Naturmaterialien zu umgeben, die potenziell vergänglich sind und dem natürlichen Kreislauf des Planeten nicht schaden. Hier geht der Trend zu Hängeampeln aus Flachs, Teppichen aus Papier und Beistelltischen aus Kork oder Treibholz. Auch wahre Design-Highlights setzen auf das Naturmaterial Papier.

4. Pflanzen: Für das grüne Lebensgefühl
Kein grünes Lebensgefühl kommt ohne Pflanzen aus – immerhin bieten Zimmerpflanzen der Seele Beruhigung und dem Körper einen Sauerstoffkick, indem sie die Raumluft verbessern. Wie sehr die Raumbepflanzung im Trend liegt, konnten Besucher der vergangenen Wohnmesse „Ambiente“ erleben, bei der die überwiegende Anzahl der Aussteller ihre Stände mit Pflanzen dekorierten.

Neu ist, wie die Pflanzen sich in die Atmosphäre eingliedern: Statt im Blumentopf auf der Fensterbank hängen sie in Makramee-Ampeln oder präsentieren ihr Wurzelwerk in Glasgefäßen. Ein Trend aus Japan namens Kokedama setzt Grünlilien, Orchideen oder Farne in einen hängenden Ball aus Moos. Auch die Technik passt sich an das grüne Lebensgefühl an: Hersteller entwickeln Hängeampeln und Gießkannen mit Tropfschutz sowie Gewächshäuser für Innenräume.

5. Tipp: Retro-Pflanzen liegen wieder im Trend
Unter den pflanzlichen Mitbewohnern erleben aktuell Pflanzen mit ehemals biederem Image wie Gummibaum und Monstera ein Revival. Wer eher keinen grünen Daumen hat, aber auf Vegetation nicht verzichten will, sollte sich mit Kakteen und Sukkulenten umgeben. Sie verzeihen ein gewisses Maß an Vernachlässigung aber bestechen durch bizarre Geometrien und dekorative Blüten.

 

Offene Grundrisse - strikte Raumtrennung war gestern

Ein schmaler Flur, von dem etliche Räume abgehen. Was in den 1950er und 1960er Jahren der Standard-Grundriss war, vermittelt heute eher ein Gefühl von Enge statt von Funktionalität und Behaglichkeit. Architekten bevorzugen deshalb immer aufgelockerte Grundrisse. Doch dieser Trend ist nicht ganz neu:

Woher kommt die Idee zum offenen Grundriss?
Große Räume, deren funktionelle Bereiche nicht durch Wände getrennt werden, sind kein Einfall dieses Jahrzehnts. Bereits in den 1940er Jahren funktionierte man in New York und London leerstehende Fabrikhallen zu Wohnzwecken um und schuf damit die Architekturform des Lofts. Dabei bildete eine gesamte Etage einen Raum, während die Substanz des Ziegelbaus erhalten blieb und den rohen industriellen Charme beisteuerte. Berühmte Künstler wie Andy Warhol und Mick Jagger nutzten das Leben im Loft, um Wohnen, kreative Arbeit und gesellschaftliches Leben zu verbinden.

Luftiges Wohnen heute: Offene Grundrisse in Neubauten
Die Lofts der vergangenen Dekaden wurden in den Metropolen zumeist aufwändig renoviert und gehören zu den teuersten Objekten auf dem Immobilienmarkt. Doch ein großzügiges Wohngefühl ist durchaus erschwinglich, denn auch bei Neubauten, sowohl Appartements als auch Einfamilienhäusern, liegen offene Grundrisse im Trend.

Aufgrund der statischen Möglichkeiten des modernen Bauens sind tragende Zwischenwände kaum mehr nötig – dafür sind optische Teiler durchaus gewünscht. So fließen die einzelnen Funktionsbereiche der Räume zwar visuell ineinander, verlieren aber nicht ihre individuelle Definition. Das offene Wohnen bietet vor allem mehr Flexibilität bei der Einrichtung und darüber hinaus noch weitere Vorteile.
Offene Küchen mit Wohn- und Esszimmer steigern die kommunikative Atmosphäre
Dass es Umstände macht, Koch- und Essbereich zu trennen, erkannten Architekten früh und unternahmen Versuche, die Räume zu verbinden. So existieren in Altbauten zuweilen große Wohnküchen oder die typischen Durchreichen zwischen Küche und Esszimmer.

Heute bindet man die Küche in die kommunikative Zone der Wohnung ein, indem man offene Kochzeilen und -blöcke innerhalb von Ess- und Wohnzimmern baut. In diesen Räumen kann das gemeinsame Kochen mit Freunden den Mittelpunkt eines entspannten Events bilden und auch das Familienleben profitiert von den verschmelzenden Bereichen.

Der Planung kommt deshalb heute eine wichtige Bedeutung zu, denn es stehen viele Fragen an:

  • Soll es eine einheitliche Einbauküche oder eine Küche mit verschiedenen Elementen sein?
  • Klassische Wohnküche oder offene Verbindung zwischen Küchen- und Essbereich?
  • Ist eine Kücheninsel eine gangbare Alternative?
  • Wie sollten die Einrichtungselemente in der Küche angeordnet werden?
  • Welche Ausstattung ist dabei wichtig und welche gibt der Raum her?

Schlafzimmer mit Bad erzeugen ein luxuriöses Ambiente
Eine Badewanne vor dem Bett? Dieses Wohn-Highlight erschien zuerst in Luxus-Hotels auf der Bildfläche. Aktuell liegt die Kombination von Schlafräumen mit Designer-Badewannen und begehbaren Duschen auch in Privatwohnungen im Trend.
Möglich machen ihn die attraktiven Bodenbeläge in Holzoptik, die gleichzeitig nassraumtauglich sind. Wer in den Fusionsräumen lebt, ist schnell überzeugt: Es gibt nichts Schöneres aus nach einem anstrengenden Arbeitstag aus der Dusche direkt ins Bett zu fallen.

Galerien bieten ein großzügiges Ambiente
Galerie und Emporen sind ein stilbildendes Element offener Grundrisse. Im Geiste der ursprünglichen Industrie-Lofts erzeugen sie eine großzügige Atmosphäre durch die Raumhöhe, die sich oft auch über mehr als eine Etage erstreckt. Gerade für Paare und Familien erhöht dies auch die kommunikativen Möglichkeiten im Haus.

 

Wintergärten und große Fensterflächen verbinden Innenräume und Natur
Die hohe Transparenz zwischen Wohnzimmer, Wintergarten und Terrasse steigert das Gefühl, in einer grünen Umgebung eingebunden zu sein. Heutzutage kann ein typischer Wintergarten mithilfe einer energieeffizienten Heizung und klugem Sonnenschutz zum vollwertigen Wohnraum mit angenehmem Klima ausgebaut werden.

Wie lassen sich offene Wohnräume optisch gliedern?
Wer sich nicht wie in einer Industriehalle fühlen will und den offenen Wohnraum gern optisch in funktionale Bereiche gliedern will, hat viele Optionen: Hier helfen dekorative Küchentresen, halbhohe Milchglasscheiben oder Regale als Raumteiler. Auch mit verschiedenen Bodenbelägen, Podesten oder einer gezielten Beleuchtung lassen sich Zonen visuell separieren.

Beim Einbau der Fenster sollten Bauherren allerdings darauf achten, dass sich offene Grundrisse bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt durch Leichtbauwände trennen lassen, falls sich die Bedürfnisse ändern oder die Bewohner wechseln.

Slow Living - Achtsamkeit in der Wohnumgebung

Slow Living – dieser Begriff entwickelte sich analog zur Slow-Food-Bewegung der 1990er Jahre. Gemeint war beim Essen eine Konzentration auf wenige Zutaten und regionale Produkte, während das „langsame Wohnen“ die Entspannung durch die Konzentration aufs Wesentliche fördert. Das funktioniert mit den folgenden Mitteln:

1. Räume und Möbel mit eindeutigen Funktionen
Mehrzweckräume und Möbel sind zwar praktisch, zwingen den Nutzer jedoch ständig zu Entscheidungen: Arbeiten und Entspannung treffen sich im Wohnbüro, während Nachtruhe und Geselligkeit beide auf dem Bettsofa stattfinden können. Um innere Unruhe zu vermeiden, setzen Anhänger der Slow-Living-Bewegung deshalb auf Möbel und Räume mit eindeutigen Funktionen.

Das beginnt beim Design, das sich durch klare Linien auszeichnet und auf verspielte Details verzichtet. Das Konzept gipfelt im technikfreien Schlafzimmer, in dem nur Bett, Nachttisch und Leselampe Platz finden. Denn je weniger Ablenkung der Geist durch die Umgebung erfährt, desto intensiver kann er sich auf wichtige Gedanken konzentrieren oder Ruhe und guten Schlaf finden.

2. Minimalismus im Wohnen und Leben
Bei der Flut von wechselnden Trends gleicht manch eine Wohnung zuweilen einem Ausstellungsraum im Möbelhaus: Unzählige Tassen, Vasen, Beistelltische und Deko-Objekte verlieren ihre Funktion, wenn sie im Überfluss vorhanden sind. Im Extremen mündet dieser Konsum-Rausch in Chaos, Unzufriedenheit und finanzieller Verausgabung.

Gestresste Großstädter wenden sich längst lieber dem Minimalismus zu, der sich im Wohnstil vor allem am Bedarf des Nutzers misst. „Benutze ich dieses Stück tatsächlich und regelmäßig?“ – wird diese Frage klar bejaht, dürfen Schrank, Lampe und Garderobe in der Wohnung bleiben. Das gilt auch für Kunstobjekte, die immer wieder aufs Neue das Auge erfreuen oder den Teppich, dessen weiches Laufgefühl der Nutzer täglich als angenehm empfindet. Alle anderen Staubfänger und Raumdiebe sortieren Minimalisten dagegen rigoros aus.

3. Hochwertige Materialien überholen sich nicht so schnell
Dieses Phänomen kennt man vom Lieblingspulli aus Cashmere – hochwertige Naturmaterialien behalten ihre angenehmen Eigenschaften über viele Jahre und machen Ersatzkäufe unnötig. Massivholz, Naturtextilien, Stein und Keramik übernehmen diese Rolle im Wohnbereich. Wer sich einmal für ein Qualitätsstück entschieden hat, behält es in der Regel über Jahrzehnte und gerät nicht in den Stress, sich ständig nach Nachfolge-Möbeln umsehen zu müssen.

4. Was funktioniert, darf bleiben
Die Suche nach Möbeln aus hochwertigen und qualitätvollen Materialien verwandelt sich allerdings im minimalistischen Lebensstil nicht zum Selbstzweck. Wer einen Esstisch besitzt, der eine mit Resopal beschichtete Spanplatte besitzt, sollte ihn keinesfalls nur deshalb gegen ein „nachhaltiges“ Massivholzmöbel austauschen. Denn am nachhaltigsten ist es, funktionierende Gegenstände zu behalten und weiter zu nutzen – selbst wenn sie aus Stoffen bestehen, die nach modernen Gesichtspunkten als Neuanschaffung kaum zu befürworten wären.

Modern Glam - Glamour und Moderne verbinden

Historische Bauten wie das französische Luxusschloss Versailles sind auch heute noch bei Touristen beliebt, weil sich jeder gern in den opulenten Lebensstil vergangener Epochen versetzt. Der IKEA-Generation erscheinen vergoldete Wasserhähne und handgeschnitzte Löwenfüße an der samtbespannten Chaiselongue vielleicht etwas überflüssig aber durchaus aufregend. Glücklicherweise kann sich heutzutage jeder mit den passenden Accessoires einen Hauch von Dekadenz in die eigenen vier Wände holen, ohne sich dafür finanziell zu verausgaben:

  • Metallic-Elemente: Glänzendes Metall – ob Gold, Messing oder trendiges Kupfer – erzeugt sofort ein pompöses Ambiente. Gezielt eingesetzt werten metallische Details daher einen modernen und cleanen Wohnstil in Richtung Glamour und Luxus auf. Aktuell setzen Designer vor allem auf Lampen und Leuchter mit reflektierenden Schirmen sowie Spiegel mit exzentrischen Metalleinfassungen in Form von Sonnenstrahlen, Blättern oder Blüten. Wer ganze Wandflächen vergolden will, nutzt dafür Metallic-Farbe oder spezielle Fliesen, die eine Metalloberfläche täuschend echt nachahmen. Sie bilden idealerweise einen glamourösen Kontrast zu avantgardistisch gestalteten Waschbecken im modernen Bad.
  • Samt und Seide: Aktuell feiern barocke Materialien wie Samt und Brokat auch im Wohnbereich ein Comeback. Neben Kissen und Plaids bilden sie die Bespannung von Sofas, Sesseln und sogar Beistelltischen. Damit das Material nicht nach Antiquität aussieht, präsentieren sich die modernen Stücke in Pastellfarben von Rosé über Seegrün bis hin zu dunklen Beerentönen, Grau und Naturfarben. In Kombination mit filigranen Kupfergestellen bieten die Samtmöbel einen luxuriös-modernen Hingucker.
  • Stil-Update: Das französische Art déco und der Empire-Stil haben wunderschöne Möbel in geschwungenen Formen hervorgebracht. Doch als komplettes Wohnkonzept wirken die Antiquitäten heutzutage erdrückend und wenig zeitgemäß. Der Schlüssel ist hier ein Stilbruch durch die Kombination mit modernen Elementen. So kann das wuchtige Chesterfield-Sofa mit filigraner Bogenlampe und modernem Couchtisch genauso überzeugen wie der üppige Kronleuchter in Kombination mit skandinavischer Schlichtheit in der Einrichtung.

 

Welcher Wohntrend passt zu mir?

Obwohl der Wohnstil ebenso individuell ist wie der Modegeschmack, machen sich nur wenige Menschen Gedanken darüber. In der Regel wird gekauft, was gefällt, bis sich in den eigenen vier Wänden ein eigenwilliger Stilmix angesammelt hat. Spätestens beim Umzug oder Hausbau stellt sich dann die Frage: Soll ich mich komplett neu einrichten? Und wenn ja – nach welchem Konzept? Im Folgenden beleuchten wir die aktuellen Trends daraufhin, zu welchen Persönlichkeitszügen sie passen:

1. Hygge schmeichelt sensiblen Seelen
Menschen, die sich in den eigenen vier Wänden am liebsten in wohliger Gemütlichkeit zurückziehen, sind in diesem Jahrzehnt die Wohn-Trendsetter. Nach „Cocooning“ beschreibt jetzt das dänische Trendwort „Hygge“ einen entspannten Lebens- und Einrichtungsstil. Hier liegt der Fokus auf lässigen Sitzmöglichkeiten wie Schaukelstühlen und Poufs, sinnlichen Materialien wie Wolle und Leinen sowie einer stimmungsvollen Beleuchtung mit Kerzen oder – idealerweise – einem knisternden Kamin.

2. Moderner Luxus für Exzentriker
Wer sich gern über außergewöhnliche Accessoires und Kleidung definiert, der wird auch in seinen Wohnräumen einen Hang zum Dramatischen beweisen. Dem entspricht der aktuelle Glamour-Trend ideal. Doch die Bühne bietet nur Platz für wenige Hauptdarsteller. Das heißt: Zentrale Elemente wie ein Kronleuchter, das Designersofa oder eine Statement-Wall mit Fototapete glänzen inmitten von Einrichtungs-Statisten, die sich stilistisch anpassen und unterordnen.

3. Wabi-Sabi für Achtsame
Der neue Wohntrend aus Japan hat nichts mit Sushi zu tun, sondern bezeichnet die Art, alte und unperfekte Gegenstände wertzuschätzen. Dieser Wohn- und Lebensstil orientiert sich an ein minimalistisches Konzept und lehnt unnötigen Konsum ab. So bekommen handgefertigte Salatschüsseln mit den Jahren Sprünge in ihrer Glasur, das Ledersofa erhält Kratzspuren von den Krallen der geliebten Katze und eine Patina durch den Hautkontakt mit den Bewohnern. Diese optischen Veränderungen bieten jedoch keinen Grund dafür, den geschätzten Gegenstand auszutauschen. Im Gegenteil: Wer achtsam ist, sieht im Alterungsprozess von Naturmaterialien die erlebte Geschichte und erfreut sich an den lebhaften Erinnerungen.

Tipp: Sich nicht verbiegen lassen – diese Devise sollte man nicht nur in der Mode, sondern auch beim Wohnstil beherzigen. Denn selbst ein Trend, der visuell noch so attraktiv erscheint, kann das Lebensgefühl nicht verbessern, wenn er an den Bedürfnissen des Bewohners vorbeigeht. Einrichtungsstil und Raumaufteilung sollten sich deshalb in erster Linie an die Kommunikationslust, das Rückzugsbedürfnis und die philosophische Lebenseinstellung des Bewohners anpassen. Nur so ergibt sich ein ästhetischer Ausdruck von Individualität.

 

Fazit: Für jeden Geschmack ein passender Wohntrend

Für Kenner*Innen sind die Einrichtungsstile der 1960er oder 1970er klar beschreibbar. Im neuen Jahrtausend zeichnet sich dagegen keine allgemeine Strömung im Wohnstil ab, sondern es bestehen unterschiedliche Formensprachen und Design-Konzepte nebeneinander. Diese Vielfalt fordert gerade kreative Geister dazu auf, ihr einzigartiges Wohnprogramm zu entwickeln und dessen Individualität zu genießen. Wem dies gelingt, der wird sich in den eigenen vier Wänden am Ende so richtig wohlfühlen.

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